Der Gruppenführerlehrgang ist einer der zentralen Führungslehrgänge der Feuerwehr. Er berechtigt zur selbstständigen Führung einer Gruppe (9 Personen) oder Staffel (6 Personen) im Einsatz und ist Voraussetzung für den Zugführerlehrgang.
Überblick Gruppenführerlehrgang
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Dauer | ca. 2 Wochen (70–80 Unterrichtseinheiten) |
| Ort | Landesfeuerwehrschule oder Kreisausbildung |
| Voraussetzung | Truppführerlehrgang, mind. 2 Jahre aktiver Dienst |
| Abschluss | Schriftliche + praktische Prüfung |
| Berechtigung | Gruppenführer im Löscheinsatz |
Inhalte des Lehrgangs
- Führungslehre: Auftragstaktik, Führungsgrundsätze
- Taktik: Angriff, Riegelstellung, Brandbekämpfung in Gebäuden
- Technische Hilfeleistung: Verkehrsunfälle, eingeklemmte Personen
- Atemschutzübungen als Gruppenführer
- Kommunikation: Meldewesen, Funk, Lagekarten
- Rechtskunde: Haftung, Dienstrecht
- Praktische Übungen: Tag + Nacht, in- und outdoor
Nach dem Lehrgang
Mit dem Gruppenführerschein bist du berechtigt, im Einsatz eine Gruppe eigenverantwortlich zu führen. Du kannst dich für den nächsthöheren Dienstgrad qualifizieren und nach weiterer Bewährung den Zugführerlehrgang antreten.
Was ändert sich nach dem Gruppenführerlehrgang im Einsatz?
Der Gruppenführer trägt im Einsatz eine klare Verantwortung: Er führt 6–9 Personen, trifft taktische Entscheidungen und meldet dem Zugführer. Das verlangt eine völlig andere Denkweise als die Rolle als Truppmann oder Truppführer:
- Lagebeurteilung: Als GrFü bist du verantwortlich für das taktische Gesamtbild deiner Gruppe — nicht nur für eine Aufgabe
- Prioritäten setzen: Menschenleben vor Sachwerten, Atemschutz-Überwachung, Rückzugssicherheit
- Kommunikation: Du bist die Schnittstelle zwischen Einsatzleitung und deiner Gruppe — klare, präzise Meldungen sind Pflicht
- Nachsorge: Geräteprüfung nach dem Einsatz, Bericht an den Zugführer, Mannschaft briefen
Gruppenführer in der Berufsfeuerwehr vs. freiwilligen Feuerwehr
| Aspekt | Berufsfeuerwehr | Freiwillige Feuerwehr |
|---|---|---|
| Zugang zum Lehrgang | Intern nach Beurteilung durch Vorgesetzte | Nach Truppführerlehrgang, auf Vorschlag des Wehrführers |
| Lehrgangsort | Landesfeuerwehrschule oder interne Schule der BF | Kreisausbildung oder Landesfeuerwehrschule |
| Dienstliche Auswirkung (BF) | Voraussetzung für Beförderung Hauptbrandmeister/Brandinspektor | Ehrenamtliche Führungsverantwortung |
| Kosten | Vom Dienstherrn übernommen | Meist von Gemeinde übernommen |
Wie geht es nach dem Gruppenführerlehrgang weiter?
Der Gruppenführerlehrgang ist Stufe 2 auf der Führungsleiter. Die vollständige Karriereleiter bei der freiwilligen Feuerwehr:
| Lehrgang | Berechtigung |
|---|---|
| Truppmann (TM-Teil 1+2) | Aktiver Einsatzdienst |
| Truppführer (TrFü) | Führung eines Trupps (3 Personen) |
| Gruppenführer (GrFü) | Führung einer Gruppe/Staffel |
| Zugführer (ZFü) | Führung eines Zuges (2–3 Gruppen) |
| Verbandsführer | Überörtliche Einsatzführung |
Häufige Fragen zum Gruppenführerlehrgang
Wie schwer ist der Lehrgang?
Anspruchsvoll, aber machbar. Die schriftliche Prüfung testet taktisches Wissen (Angriffswege, Geräteaufstellung, Melder-Schema). Die praktische Prüfung ist eine simulierte Übungslage unter Zeitdruck. Wer die Lehrgangsinhalte ernst nimmt und mitarbeitet, besteht regulär.
Kann ich den Lehrgang auch nachholen, wenn ich schon lange aktiv bin?
Ja. Es gibt keine Altersobergrenze für den Gruppenführerlehrgang. Entscheidend sind die Voraussetzungen (Truppführerlehrgang, aktiver Dienst). Spätberufene Führungskräfte sind in der Freiwilligen Feuerwehr nicht ungewöhnlich.
Zählt der FF-Gruppenführerschein auch bei der Berufsfeuerwehr?
Als Nachweis für Führungskenntnisse ja — aber für interne BF-Karrierestufen muss der Lehrgang meist intern an der BF-eigenen Schule oder Landesfeuerwehrschule wiederholt oder anerkannt werden.