Frauen sind bei der Berufsfeuerwehr noch deutlich unterrepräsentiert — aber der Trend zeigt klar nach oben. Viele Städte setzen aktiv auf Diversität im Einsatzdienst.
Status quo: Frauen im Feuerwehrdienst
Rechtliche Grundlage
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und Landesgleichstellungsgesetze verpflichten öffentliche Arbeitgeber, Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt einzustellen, solange sie unterrepräsentiert sind. Das gilt auch für Berufsfeuerwehren.
Eignungstest: Gleiche Standards für alle
| Test | Standard BW / BY | Gilt für alle gleich? |
|---|---|---|
| Laufen 3.000 m | ≤ 14:00 min | ✅ einheitlich |
| Liegestütze | ≥ 20 in 60 sec | meist gleich |
| Klimmzüge (Männer) / Hängen (Frauen) | variiert | oft angepasst |
| Hindernis-/Aufstiegstest | einheitlich | ✅ einheitlich |
Hinweis: Die genauen Standards variieren je Bundesland und Stadt. Vor der Bewerbung immer die aktuellen Anforderungen beim jeweiligen Arbeitgeber erfragen.
Herausforderungen im Alltag
- Vereinbarkeit: Schichtdienst und Familie — für alle eine Herausforderung, für Mütter oft größer
- Kulturwandel: Traditionell männlich geprägte Arbeitskultur in manchen Wachen
- Infrastruktur: Separate Umkleide-/Sanitärräume mittlerweile Standard an neuen Wachen
Karrierechancen für Frauen
Im mittleren Dienst sind Frauen inzwischen etabliert. Im gehobenen und höheren Dienst sind sie seltener, holen aber auf: Die erste Feuerwehrchefin einer deutschen Großstadt (Berlin) wurde 2022 ernannt.
Ratschläge für Bewerberinnen
- Früh mit Training für Kraft und Ausdauer beginnen (12+ Monate vor Bewerbung)
- Schnuppertage / Girls Day nutzen — viele BF bieten das an
- Netzwerke wie „Frauen zur Feuerwehr“ oder städtische Mentoring-Programme nutzen
- Bewerbungsstädte nach Frauenquote und -kulturcheck auswählen