
Feuerwehr Schwimmtest 2026: Anforderungen und Vorbereitung
Schwimmtest bei der Berufsfeuerwehr: 100m-Anforderung, erlaubte Schwimmstile, Tauchen und Trainingstipps.
Der Schwimmtest ist ein Pflichtteil des Sporttests bei fast allen Berufsfeuerwehren. Die Anforderung ist überschaubar – 100 m in maximal 2:30 Minuten –, aber wer nicht regelmäßig schwimmt, kann trotzdem scheitern.
Der Schwimmtest betrifft alle Bewerberinnen und Bewerber, die den Weg zur Berufsfeuerwehr einschlagen – unabhängig davon, ob die spätere Verwendung im Löschdienst, im Rettungsdienst oder in einer Spezialeinheit liegt. Wer sich für die Laufbahn als Feuerwehrmann entscheidet, muss den Schwimmtest als festen Bestandteil des Auswahlverfahrens einplanen – meist direkt im Anschluss an oder in Kombination mit dem allgemeinen Sporttest. Auf dieser Seite findest du die konkreten Anforderungen der einzelnen Berufsfeuerwehren im Überblick, Hinweise zur Wahl des Schwimmstils, einen strukturierten Trainingsplan sowie die häufigsten Fehler, an denen Bewerber in der Praxis scheitern. Wer die Anforderungen kennt und sich gezielt vorbereitet, reduziert das Risiko eines vermeidbaren Ausscheidens im Auswahlverfahren erheblich.
Anforderungen im Detail
| BF / Region | Strecke | Zeitlimit | Pflicht-Tauchen? |
|---|---|---|---|
| Bayern (München) | 100 m | 2:30 min | 15 m Streckentauchen |
| NRW (Köln, Düsseldorf) | 100 m | 2:30 min | Nein |
| Hamburg | 100 m | 2:15 min | Nein |
| Berlin | 100 m | 2:30 min | Nein |
Wie die Tabelle zeigt, verlangen die meisten Berufsfeuerwehren dieselbe Strecke von 100 m, unterscheiden sich aber in Details: Hamburg setzt mit 2:15 Minuten ein strengeres Zeitlimit als Bayern, NRW und Berlin, die jeweils 2:30 Minuten zulassen. Zusätzlich verlangt die Berufsfeuerwehr München ein Pflicht-Streckentauchen über 15 m, das bei den anderen genannten Standorten nicht gefordert wird. Diese regionalen Unterschiede sind typisch für Auswahlverfahren bei Berufsfeuerwehren: Die Grundstruktur ähnelt sich, aber Details wie Zeitlimit, Zusatzdisziplinen oder Bewertungsschlüssel werden von der jeweiligen Kommune oder dem Personalamt festgelegt. Wer sich bewirbt, sollte die Anforderungen der Wunsch-Feuerwehr daher immer in der aktuellen Ausschreibung gegenprüfen, bevor er mit dem Training beginnt.
Welcher Schwimmstil?
In der Regel ist der Schwimmstil frei. Brustschwimmen ist erlaubt, aber Freistil (Kraul) ist deutlich schneller. Wer 100 m in 2:30 min schaffen möchte, ist mit Freistil auf der sicheren Seite.
Für die Praxis bedeutet das: Wer ohnehin nur Brustschwimmen beherrscht, sollte nicht kurzfristig auf Kraul umsteigen, sondern rechtzeitig – also mit ausreichend Vorlauf vor dem Prüfungstermin – die Technik erlernen und festigen. Ein überhasteter Stilwechsel kurz vor dem Test erhöht eher das Risiko technischer Fehler als dass er Zeit spart. Wer dagegen frühzeitig mit dem Training beginnt, kann in Ruhe ausprobieren, mit welchem Stil er die geforderte Zeit am zuverlässigsten unterbietet.
Training
- 2× pro Woche schwimmen – mindestens 8 Wochen vor dem Test
- Ziel: 100 m in unter 2:00 min → Puffer nach oben
- Kraftausdauer trainieren (Zugtraining für Schultern)
- Tauchtechnik üben, wenn Streckentauchen gefordert
Diese Trainingsgrundsätze gelten unabhängig davon, ob am Zielort ein Zeitlimit von 2:15 oder 2:30 Minuten gilt: Ein Puffer von mehreren Sekunden nimmt Nervosität aus dem Prüfungstag und fängt kleinere Fehler in der Wendetechnik oder beim Start ab. Wer den Schwimmtest als Teil einer umfassenderen Vorbereitung auf die Ausbildung bei der Feuerwehr sieht, trainiert Schwimmen idealerweise parallel zu Kraft- und Ausdauereinheiten für den restlichen Sporttest – nicht isoliert kurz vor dem Termin.
8-Wochen-Trainingsplan für den Schwimmtest
Wer 2 Monate vor dem Sporttest regelmäßig schwimmt, kommt entspannt zur Prüfung. Ein Beispielplan:
| Woche | Einheit 1 | Einheit 2 | Ziel |
|---|---|---|---|
| 1–2 | 400m moderat (Brust/Kraul) | 400m moderat | Technik stabilisieren |
| 3–4 | 600m mit Tempowechsel | Intervall: 4×100m mit Pause | Ausdauer aufbauen |
| 5–6 | 800m kontinuierlich | 2×200m schnell + 200m Kraul | Tempo steigern |
| 7 | 1.000m Dauerschwimmen | Test: 100m Kraul auf Zeit | Zeitcheck (Ziel: <1:45) |
| 8 (Testwoche) | 200m locker | Prüfungssimulation: 100m volles Tempo | Sharpening |
Der Plan baut die Belastung bewusst schrittweise auf: In den ersten beiden Wochen steht die Technik im Vordergrund, danach folgt der Ausdaueraufbau über längere Distanzen, und erst in den Wochen 5 bis 7 kommt Tempoarbeit dazu. In der Testwoche (Woche 8) wird die Belastung wieder reduziert, damit man ausgeruht und nicht übertrainiert zur Prüfung antritt. Wichtig ist der Zeitcheck in Woche 7: Er zeigt, ob der eigene Puffer zur geforderten Zeitgrenze ausreicht, oder ob in den verbleibenden Wochen noch gezielt an Tempo oder Technik gearbeitet werden muss.
Beispiel (Näherungswert): Schwimmt ein Bewerber in Woche 7 des Trainingsplans die 100 m Kraul in rund 1:45 Minuten (das im Plan angegebene Zeitcheck-Ziel), ergibt sich gegenüber dem Zeitlimit von 2:30 Minuten, wie es etwa in Bayern, NRW und Berlin gilt, ein Puffer von rund 45 Sekunden. Dieser Puffer ist als grobe Orientierung zu verstehen, nicht als Garantie – am Prüfungstag können Nervosität, Wassertemperatur oder Beckenbedingungen die tatsächliche Zeit beeinflussen.
Technik-Tipps für Nichtprofi-Schwimmer
Wer regelmäßig schwimmt, aber kein Vereinsschwimmer ist, kann mit diesen Tipps viel Zeit sparen:
- Freistil statt Brust: Freistil (Kraul) ist für 100m ca. 30–45 Sekunden schneller als Brustschwimmen. Das gibt erheblichen Puffer zur 2:30-Grenze
- Wendentechnik: Offene Wende (Berühren und abdrücken) statt Ausstieg — 5–10 Sekunden pro Wende gespart
- Atemrhythmus: Alle 3 Züge atmen (beidseits) statt jedes Mal — konstanteres Tempo
- Tauchen üben: Wo Streckentauchen gefordert (Bayern 15m), mindestens 10m sicher tauchen können — mit Druckausgleich üben
Diese Details entscheiden in der Praxis häufig darüber, ob ein Bewerber knapp innerhalb oder knapp außerhalb des Zeitlimits landet. Gerade die Wendentechnik wird oft unterschätzt: Bei einer 100-m-Strecke im 25-m-Becken sind mehrere Wenden zu schwimmen, sodass sich kleine Zeitgewinne pro Wende insgesamt deutlich summieren können. Wer diese Techniken über mehrere Trainingswochen automatisiert, muss sich am Prüfungstag nicht mehr aktiv darauf konzentrieren und kann sich auf ein gleichmäßiges Tempo verlassen.
Häufige Fragen zum Feuerwehr-Schwimmtest
Welcher Schwimmstil ist erlaubt?
In der Regel frei — sowohl Brust als auch Kraul sind erlaubt. Einige BFs schreiben kein Hilfsmittel (Flossen, Pull-Buoy) vor. Im Zweifelsfall in der Ausschreibung oder beim Personalamt nachfragen.
Was passiert, wenn ich beim Schwimmtest scheitere?
Scheitern beim Schwimmtest bedeutet Ausscheiden aus dem laufenden Verfahren — es gibt keine zweite Chance in derselben Runde. Danach: gezielt Schwimmtraining aufnehmen, in der nächsten Bewerbungsrunde besser vorbereitet antreten. Das Scheitern am Schwimmtest ist einer der häufigsten vermeidbaren Ausschlüsse.
Ist der Schwimmtest für Wiederholer einfacher?
Nein — die Anforderungen sind identisch. Wer das zweite Mal antritt, hat aber den Vorteil der Erfahrung und weiß, was auf ihn zukommt. Viele Bewerber, die beim ersten Sporttest scheitern, bestehen beim zweiten Anlauf.
Wie lange sollte ich für den Schwimmtest trainieren?
Der empfohlene Vorlauf liegt bei mindestens 8 Wochen mit zwei Trainingseinheiten pro Woche. Wer diesen Zeitraum einhält, kann die Belastung schrittweise steigern und hat in der Testwoche noch Puffer, statt kurz vor der Prüfung unter Zeitdruck zu trainieren.
Muss ich beim Feuerwehr-Schwimmtest tauchen?
Das ist regional unterschiedlich: Bei der Berufsfeuerwehr München ist ein 15-m-Streckentauchen Pflichtbestandteil, bei NRW, Hamburg und Berlin ist laut den hier aufgeführten Anforderungen kein Pflichttauchen vorgesehen. Ob Tauchen gefordert ist, sollte immer in der Ausschreibung der jeweiligen Feuerwehr geprüft werden.
Die häufigsten Fehler beim Feuerwehr-Schwimmtest
Bewerber scheitern oft nicht an der Distanz, sondern an Details:
- Tauchen: Die 15 m Streckentauchen scheitern oft daran, dass Bewerber zu wenig geübt haben. Eine Unterbrechung (Auftauchen und Weitertauchen) zählt nicht. Trainiere 15 m am Stück — die Technik (wenig Kraftaufwand, hydrodynamische Körperposition) ist wichtiger als die Lungenkapazität
- Ausdauer unterschätzt: 200 m klingen wenig — aber mit Zeitvorgabe und Prüfungsstress erschöpft man sich schneller. In Trainingssessions 400 m schwimmen, damit 200 m komfortabel wird
- Brustschwimmer-Falle: Manche BFs verlangen bestimmte Schwimmstile oder Zeit-Mindestwerte (Kraul deutlich schneller). Vorab nachfragen, welcher Stil erlaubt ist
Wer diese typischen Fehlerquellen kennt und im Training gezielt adressiert, geht deutlich entspannter in den Prüfungstag. Weiterführende Informationen zu den übrigen Bestandteilen des Auswahlverfahrens sowie zur gesamten Ausbildung bei der Feuerwehr finden Bewerber im Magazin des Feuerwehr-Infoportals.
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