
Feuerwehr Schwimmtest 2026: Anforderungen und Vorbereitung
Schwimmtest bei der Berufsfeuerwehr: 200 m auf Zeit, Tauchen, erlaubte Stile – und wo stattdessen ein Schwimmabzeichen reicht. Mit Trainingstipps.
Bei den Berufsfeuerwehren in Berlin, Hamburg, München und Köln gehört Schwimmen dazu – aber nicht überall als Test: München und Köln lassen 200 m auf Zeit plus 15 m Tauchen schwimmen, Berlin und Hamburg verlangen stattdessen ein Schwimmabzeichen. Wer nicht regelmäßig schwimmt, kann an beidem scheitern.
Der Schwimmtest betrifft alle Bewerberinnen und Bewerber, die den Weg zur Berufsfeuerwehr einschlagen – unabhängig davon, ob die spätere Verwendung im Löschdienst, im Rettungsdienst oder in einer Spezialeinheit liegt. Wer sich für die Laufbahn als Feuerwehrmann entscheidet, muss Schwimmen einplanen – je nach Wehr als eigenen Test oder als Abzeichen, das bis zu einer Frist vorliegen muss. Auf dieser Seite findest du die konkreten Anforderungen der einzelnen Berufsfeuerwehren im Überblick, Hinweise zur Wahl des Schwimmstils, einen strukturierten Trainingsplan sowie die häufigsten Fehler, an denen Bewerber in der Praxis scheitern. Wer die Anforderungen kennt und sich gezielt vorbereitet, reduziert das Risiko eines vermeidbaren Ausscheidens im Auswahlverfahren erheblich.
Anforderungen im Detail
| BF | Form | Anforderung | Tauchen? |
|---|---|---|---|
| München | Schwimmtest im Sporttest | Kopfsprung, 200 m in höchstens 5:00 min (Minderjährige 5:50), Brust oder Kraul; zusätzlich Schwimmabzeichen Bronze als Einstellungsvoraussetzung | mindestens 15 m |
| Köln | Schwimmtest nach Sporttest und Assessment Center | 200 m in höchstens 5:30 min, beliebiger Stil | 15 m Streckentauchen |
| Hamburg | kein Test: Schwimmabzeichen Silber | höchstens 2 Jahre alt, muss bis zum Sporttest im Bewerbungsaccount liegen | – |
| Berlin | kein Test: Schwimmabzeichen Silber | höchstens 2 Jahre alt, in der Regel bis 3 Monate vor der Einstellung nachreichbar | – |
Die Tabelle zeigt: Ein einheitliches Format gibt es nicht. München und Köln testen selbst, beide mit 200 m und 15 m Tauchen, aber mit unterschiedlichen Zeitlimits und Stilvorgaben. Berlin und Hamburg prüfen Schwimmen nicht vor Ort, sondern über das Schwimmabzeichen Silber – hier zählt, dass du es rechtzeitig ablegst. Details wie Zeitlimit, Zusatzdisziplinen oder Bewertungsschlüssel legt die jeweilige Wehr fest. Wer sich bewirbt, sollte die Anforderungen der Wunsch-Feuerwehr daher immer in der aktuellen Ausschreibung gegenprüfen, bevor er mit dem Training beginnt.
Welcher Schwimmstil?
Das regelt jede Wehr selbst: Köln lässt den Stil frei, München erlaubt Brust oder Kraul. Kraul ist in der Regel schneller als Brustschwimmen – wer die 200 m sicher in der Zeit schaffen will, profitiert davon.
Für die Praxis bedeutet das: Wer ohnehin nur Brustschwimmen beherrscht, sollte nicht kurzfristig auf Kraul umsteigen, sondern rechtzeitig – also mit ausreichend Vorlauf vor dem Prüfungstermin – die Technik erlernen und festigen. Ein überhasteter Stilwechsel kurz vor dem Test erhöht eher das Risiko technischer Fehler als dass er Zeit spart. Wer dagegen frühzeitig mit dem Training beginnt, kann in Ruhe ausprobieren, mit welchem Stil er die geforderte Zeit am zuverlässigsten unterbietet.
Training
- 2× pro Woche schwimmen – mindestens 8 Wochen vor dem Test
- Ziel: die Strecke deiner Wehr deutlich unter dem Zeitlimit → Puffer nach oben
- Kraftausdauer trainieren (Zugtraining für Schultern)
- Tauchtechnik üben, wenn Streckentauchen gefordert
Diese Trainingsgrundsätze gelten unabhängig davon, ob am Zielort 5:00 oder 5:30 Minuten für 200 m gelten: Ein Puffer von mehreren Sekunden nimmt Nervosität aus dem Prüfungstag und fängt kleinere Fehler in der Wendetechnik oder beim Start ab. Wer den Schwimmtest als Teil einer umfassenderen Vorbereitung auf die Ausbildung bei der Feuerwehr sieht, trainiert Schwimmen idealerweise parallel zu Kraft- und Ausdauereinheiten für den restlichen Sporttest – nicht isoliert kurz vor dem Termin.
8-Wochen-Trainingsplan für den Schwimmtest
Wer 2 Monate vor dem Sporttest regelmäßig schwimmt, kommt entspannt zur Prüfung. Ein Beispielplan:
| Woche | Einheit 1 | Einheit 2 | Ziel |
|---|---|---|---|
| 1–2 | 400m moderat (Brust/Kraul) | 400m moderat | Technik stabilisieren |
| 3–4 | 600m mit Tempowechsel | Intervall: 4×100m mit Pause | Ausdauer aufbauen |
| 5–6 | 800m kontinuierlich | 2×200m schnell + 200m Kraul | Tempo steigern |
| 7 | 1.000m Dauerschwimmen | Test: 15m Tauchen + 200m auf Zeit | Zeitcheck (deutlich unter dem Limit deiner Wehr) |
| 8 (Testwoche) | 200m locker | Prüfungssimulation: 15m Tauchen + 200m im Prüfungstempo | Sharpening |
Der Plan baut die Belastung bewusst schrittweise auf: In den ersten beiden Wochen steht die Technik im Vordergrund, danach folgt der Ausdaueraufbau über längere Distanzen, und erst in den Wochen 5 bis 7 kommt Tempoarbeit dazu. In der Testwoche (Woche 8) wird die Belastung wieder reduziert, damit man ausgeruht und nicht übertrainiert zur Prüfung antritt. Wichtig ist der Zeitcheck in Woche 7: Er zeigt, ob der eigene Puffer zur geforderten Zeitgrenze ausreicht, oder ob in den verbleibenden Wochen noch gezielt an Tempo oder Technik gearbeitet werden muss.
Beispiel (Näherungswert): Schwimmt ein Bewerber in Woche 7 des Trainingsplans die 200 m in rund 4:30 Minuten, hat er gegenüber dem Münchner Limit von 5:00 Minuten einen Puffer von rund 30 Sekunden, gegenüber dem Kölner Limit von 5:30 Minuten rund eine Minute. Dieser Puffer ist als grobe Orientierung zu verstehen, nicht als Garantie – am Prüfungstag können Nervosität, Wassertemperatur oder Beckenbedingungen die tatsächliche Zeit beeinflussen.
Technik-Tipps für Nichtprofi-Schwimmer
Wer regelmäßig schwimmt, aber kein Vereinsschwimmer ist, kann mit diesen Tipps viel Zeit sparen:
- Kraul statt Brust: Kraul ist meist deutlich schneller als Brustschwimmen – wo die Wehr den Stil freistellt (Köln) oder Kraul zulässt (München), gibt dir das Puffer
- Wendentechnik: Offene Wende (Berühren und abdrücken) statt Ausstieg — 5–10 Sekunden pro Wende gespart
- Atemrhythmus: Alle 3 Züge atmen (beidseits) statt jedes Mal — konstanteres Tempo
- Tauchen üben: Wo Streckentauchen gefordert ist (München und Köln: 15 m), die Strecke sicher am Stück tauchen können — mit Druckausgleich üben
Diese Details entscheiden in der Praxis häufig darüber, ob ein Bewerber knapp innerhalb oder knapp außerhalb des Zeitlimits landet. Gerade die Wendentechnik wird oft unterschätzt: Bei einer 200-m-Strecke im 25-m-Becken sind mehrere Wenden zu schwimmen, sodass sich kleine Zeitgewinne pro Wende insgesamt deutlich summieren können. Wer diese Techniken über mehrere Trainingswochen automatisiert, muss sich am Prüfungstag nicht mehr aktiv darauf konzentrieren und kann sich auf ein gleichmäßiges Tempo verlassen.
Reichen deine Werte für den Sporttest deiner Wunschstadt?
Im Sporttest-Check wählst du Hamburg, München, Köln oder Berlin, trägst deine Werte ein und vergleichst sie mit den offiziell veröffentlichten Anforderungen – für andere Städte gibt es eine Checkliste.
Häufige Fragen zum Feuerwehr-Schwimmtest
Welcher Schwimmstil ist erlaubt?
Das legt jede Wehr fest: Köln lässt den Stil frei, München erlaubt Brust oder Kraul; als Hilfsmittel sind dort nur Schwimmbrille und Sportuhr zugelassen. Im Zweifelsfall in der Ausschreibung oder beim Personalamt nachfragen.
Was passiert, wenn ich beim Schwimmtest scheitere?
Wo der Schwimmtest Pflicht ist, gehört er zum Bestehen – in München etwa muss jede Aufgabe des Sporttests erfüllt werden. Ob und wann du wiederholen kannst, regelt jede Wehr selbst; eine feste Sperrfrist nennt keine der Berufsfeuerwehren in Berlin, Hamburg, München und Köln. Danach: gezielt Schwimmtraining aufnehmen und in der nächsten Bewerbungsrunde besser vorbereitet antreten.
Ist der Schwimmtest für Wiederholer einfacher?
Nein — die Anforderungen sind identisch. Wer das zweite Mal antritt, hat aber den Vorteil der Erfahrung und weiß, was auf ihn zukommt. Viele Bewerber, die beim ersten Sporttest scheitern, bestehen beim zweiten Anlauf.
Wie lange sollte ich für den Schwimmtest trainieren?
Der empfohlene Vorlauf liegt bei mindestens 8 Wochen mit zwei Trainingseinheiten pro Woche. Wer diesen Zeitraum einhält, kann die Belastung schrittweise steigern und hat in der Testwoche noch Puffer, statt kurz vor der Prüfung unter Zeitdruck zu trainieren.
Muss ich beim Feuerwehr-Schwimmtest tauchen?
Das ist unterschiedlich: In München und Köln gehören 15 m Tauchen zum Schwimmtest. Berlin und Hamburg testen nicht selbst, sondern verlangen das Schwimmabzeichen Silber. Was bei deiner Wehr gilt, steht in der Ausschreibung.
Die häufigsten Fehler beim Feuerwehr-Schwimmtest
Bewerber scheitern oft nicht an der Distanz, sondern an Details:
- Tauchen: Die 15 m Streckentauchen scheitern oft daran, dass Bewerber zu wenig geübt haben. In München ist der Versuch ungültig, wenn du vor der Tauchmarkierung auftauchst oder dein Körper nicht vollständig unter Wasser ist; nach zwei Minuten Pause bekommst du dann einen zweiten Wertungsversuch. Trainiere 15 m am Stück — die Technik (wenig Kraftaufwand, hydrodynamische Körperposition) ist wichtiger als die Lungenkapazität
- Ausdauer unterschätzt: 200 m klingen wenig — aber mit Zeitvorgabe und Prüfungsstress erschöpft man sich schneller. In Trainingssessions 400 m schwimmen, damit 200 m komfortabel wird
- Brustschwimmer-Falle: Manche BFs verlangen bestimmte Schwimmstile oder Zeit-Mindestwerte (Kraul deutlich schneller). Vorab nachfragen, welcher Stil erlaubt ist
Wer diese typischen Fehlerquellen kennt und im Training gezielt adressiert, geht deutlich entspannter in den Prüfungstag. Weiterführende Informationen zu den übrigen Bestandteilen des Auswahlverfahrens sowie zur gesamten Ausbildung bei der Feuerwehr finden Bewerber im Magazin des Feuerwehr-Infoportals.
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