
Dieser Leitfaden richtet sich an alle, die eine Karriere bei der Berufsfeuerwehr anstreben.
Der Weg in den Beruf des Feuerwehrmanns oder der Feuerwehrfrau bei einer Berufsfeuerwehr ist anspruchsvoll, aber klar strukturiert. Wer sich für den Einsatzdienst entscheidet, übernimmt Verantwortung für Menschen in Notlagen – von der Brandbekämpfung über die technische Hilfeleistung bis hin zum Rettungsdienst. Dieser Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, welche Voraussetzungen du mitbringen musst, wie das mehrstufige Auswahlverfahren abläuft, welche Laufbahnen dir offenstehen und womit du als verbeamtete Einsatzkraft finanziell rechnen kannst. Angesprochen sind vor allem Schulabgängerinnen und Schulabgänger, Quereinsteiger mit handwerklichem Hintergrund sowie alle, die aus der Freiwilligen Feuerwehr in den hauptberuflichen Dienst wechseln möchten. Da Feuerwehrbeamte dem Landes- oder Kommunalrecht unterliegen, unterscheiden sich viele Details von Bundesland zu Bundesland – wir zeigen dir, worauf es beim Einstieg wirklich ankommt.
Berufsfeuerwehr oder Freiwillige Feuerwehr?
In Deutschland gibt es rund 100 Berufsfeuerwehren (BF) in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern sowie einige in kleineren Städten. Die Mitglieder der Berufsfeuerwehr sind in der Regel Beamte – mit allen Vorteilen, die der Beamtenstatus mit sich bringt: Unkündbarkeit, Beihilfe, Pensionsanspruch.
Die Freiwillige Feuerwehr (FF) funktioniert ehrenamtlich. Ihre Mitglieder erhalten zwar eine Aufwandsentschädigung, sind aber keine Beamten und haben entsprechend keinen Anspruch auf PKV-Beihilfe oder Pension.
Für die berufliche Laufbahn ist dieser Unterschied entscheidend: Nur die Berufsfeuerwehr bietet ein festes Anstellungsverhältnis im Beamtenstatus mit planbarer Karriere und Versorgung. Die Freiwillige Feuerwehr bleibt für viele der erste Kontakt zum Einsatzdienst und ein wertvoller Nachweis praktischer Erfahrung im Bewerbungsverfahren. Wie die eigentliche Ausbildung anschließend organisiert ist, erfährst du in unserem Überblick zur Feuerwehr-Ausbildung.
Voraussetzungen für die Berufsfeuerwehr
- Staatsbürgerschaft: Deutsche Staatsbürgerschaft oder EU-Staatsangehörigkeit
- Alter: In der Regel zwischen 18 und 35 Jahren (je nach Bundesland)
- Schulabschluss: Mindestens mittlerer Schulabschluss (Hauptschule für mittleren Dienst, Abitur/FHR für gehobenen Dienst)
- Körperliche Fitness: Sporttest (12-Minuten-Lauf, Kraft, Koordination)
- Gesundheit: Umfangreiche ärztliche Untersuchung G26 (Atemschutzeignung)
- Führerschein: Klasse B, häufig auch C erforderlich
- Keine Vorstrafen
Diese Anforderungen sind keine bloße Formalität, sondern spiegeln die körperlichen und rechtlichen Belastungen des Einsatzdienstes wider. Besonders die arbeitsmedizinische Untersuchung nach dem Grundsatz G26 (Atemschutztauglichkeit) ist ein häufiger Knackpunkt: Ohne Atemschutzfreigabe ist kein Innenangriff und damit kein regulärer Einsatzdienst möglich. Wichtig ist außerdem, dass die genauen Altersgrenzen, Sporttest-Normen und Führerschein-Anforderungen jedes Bundesland und teils jede Stadt selbst festlegt. Ein Blick in die konkrete Stellenausschreibung ist deshalb unverzichtbar, bevor du dich bewirbst.
Der Bewerbungsweg
Die meisten Berufsfeuerwehren schreiben Stellen öffentlich aus – häufig auf den Websites der jeweiligen Stadt oder des Bundeslandes. Der typische Auswahlprozess gliedert sich in mehrere Stufen:
| Schritt | Was wird geprüft? |
|---|---|
| 1. Schriftlicher Test | Allgemeinwissen, Mathematik, Logik, Deutsch |
| 2. Sporttest | Ausdauer, Kraft, Koordination (je nach BF unterschiedlich) |
| 3. Ärztliche Untersuchung | G26-Tauglichkeit, Sehvermögen, allgemeine Gesundheit |
| 4. Praktische Übung | Handwerkliche Fähigkeiten, Geschicklichkeit |
| 5. Vorstellungsgespräch | Persönlichkeit, Motivation, Teamfähigkeit |
Die einzelnen Stufen baut jede Berufsfeuerwehr etwas anders auf, sodass Reihenfolge und Gewichtung abweichen können. Wer eine Stufe nicht besteht, scheidet in der Regel aus dem laufenden Verfahren aus – eine gründliche Vorbereitung auf schriftlichen Test und Sporttest zahlt sich deshalb besonders aus. Da die Zahl der Bewerber die verfügbaren Ausbildungsplätze meist deutlich übersteigt, ist jede Stufe eine echte Auswahlhürde und keine reine Formsache. Praktische Vorerfahrung, etwa aus der Freiwilligen Feuerwehr oder einem handwerklichen Beruf, verschafft dir hier oft einen Vorsprung.
Laufbahnen bei der Berufsfeuerwehr
Die Berufsfeuerwehr gliedert sich in drei Laufbahnen. Welche du einschlägst, hängt von deiner schulischen Qualifikation ab:
Mittlerer Dienst
Abschluss: Hauptschule oder Realschule
Ausbildung: 2 Jahre
Einstieg: Brandmeister/in (A7)
Gehobener Dienst
Abschluss: Fachhochschulreife oder Abitur
Ausbildung: Bachelor (3 Jahre)
Einstieg: Brandinspektor/in (A9/A10)
Höherer Dienst
Abschluss: Master-Studium
Ausbildung: Referendariat
Einstieg: Brandrat/Brandrätin (A13)
Welche Laufbahn du einschlägst, bestimmt nicht nur deine Ausbildungsdauer, sondern auch deine spätere Besoldung. Feuerwehrbeamte werden nach den Besoldungsordnungen des Bundes und der Länder bezahlt; die Beträge unterscheiden sich daher je nach Dienstherr und wachsen mit den Erfahrungsstufen. Wie du die Besoldungstabellen richtig liest: Jede Besoldungsgruppe (etwa A7 für Brandmeister) ist in mehrere Erfahrungsstufen unterteilt, in die man mit steigender Dienstzeit automatisch aufrückt. Einen ausführlichen Überblick über Gehälter und Zulagen findest du auf unserer Seite zum Feuerwehr-Gehalt.
Beispiel (Näherungswert): Ein neu ernannter Brandmeister im mittleren Dienst (Besoldungsgruppe A7) erhält beim Bund in der Eingangsstufe ein monatliches Grundgehalt von 3.052,89 Euro. Mit steigender Erfahrung wächst das Grundgehalt innerhalb von A7 beim Bund bis auf 3.794,62 Euro in der höchsten Stufe (Stand der zugrunde liegenden Besoldungstabelle, 01.04.2025). Hinzu kommen je nach Dienstherr weitere Bestandteile wie Zulagen für den Einsatz- und Wechselschichtdienst, die in diesen Grundgehältern noch nicht enthalten sind – die tatsächliche Auszahlung liegt also höher.
Zum Beamtenstatus gehört auch eine besondere Absicherung im Krankheitsfall. Je nach Bundesland und Dienstherr erhalten Feuerwehrbeamte im Einsatzdienst entweder freie Heilfürsorge – der Dienstherr übernimmt dann die Behandlungskosten – oder Beihilfe in Kombination mit einer privaten Krankenversicherung. Welches Modell für dich gilt und was das für deine Absicherung bedeutet, erklären wir dir im Ratgeber zur Beihilfe für die Feuerwehr.
Häufige Fragen rund um den Weg zur Berufsfeuerwehr
Was verdient man bei der Berufsfeuerwehr?
Das Einstiegsgehalt richtet sich nach Laufbahn, Besoldungsgruppe und Dienstherr. Ein Brandmeister im mittleren Dienst (Besoldungsgruppe A7) startet beim Bund in der Eingangsstufe mit einem monatlichen Grundgehalt von 3.052,89 Euro (Näherungswert, Stand 01.04.2025); dazu kommen je nach Bundesland Zulagen für den Einsatzdienst. Die genauen Werte für einzelne Besoldungsgruppen und Länder findest du auf unserer Seite zum Feuerwehr-Gehalt.
Welche Voraussetzungen muss ich für die Berufsfeuerwehr erfüllen?
Gefordert werden in der Regel die deutsche oder eine EU-Staatsangehörigkeit, ein Mindestalter von 18 Jahren, mindestens ein mittlerer Schulabschluss, körperliche Fitness (Sporttest), die gesundheitliche Eignung für Atemschutz (Untersuchung G26), der Führerschein Klasse B – häufig zusätzlich Klasse C – sowie ein einwandfreies Führungszeugnis. Die genauen Altersgrenzen und Anforderungen legt jedes Bundesland selbst fest.
Wie läuft das Auswahlverfahren ab?
Das Auswahlverfahren gliedert sich meist in mehrere Stufen: einen schriftlichen Test (Allgemeinwissen, Mathematik, Logik, Deutsch), einen Sporttest, eine ärztliche Untersuchung, eine praktische Übung und ein Vorstellungsgespräch. Jede Stufe muss bestanden werden, um in die nächste zu gelangen.
Was ist der Unterschied zwischen Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr?
Die Berufsfeuerwehr ist hauptberuflich organisiert; ihre Mitglieder sind in der Regel Beamte mit Anspruch auf Versorgung sowie auf Beihilfe oder Heilfürsorge. Die Freiwillige Feuerwehr arbeitet ehrenamtlich, ihre Mitglieder erhalten lediglich eine Aufwandsentschädigung und haben keinen Beamtenstatus.
Welche Laufbahnen gibt es bei der Berufsfeuerwehr?
Es gibt drei Laufbahnen: den mittleren Dienst (Einstieg als Brandmeister, A7), den gehobenen Dienst (Einstieg als Brandinspektor, A9/A10) und den höheren Dienst (Einstieg als Brandrat, A13). Welche Laufbahn infrage kommt, hängt vom Schulabschluss ab.
Sind Feuerwehrbeamte gesetzlich oder privat krankenversichert?
Das hängt vom Bundesland und vom Dienstherr ab. In einigen Ländern erhalten Feuerwehrbeamte im Einsatzdienst freie Heilfürsorge, bei der der Dienstherr die Krankheitskosten trägt; in anderen gilt Beihilfe in Kombination mit einer privaten Krankenversicherung. Details dazu findest du in unserem Ratgeber zur Beihilfe für die Feuerwehr.
Kostenlose Erstinformation für Feuerwehrbeamte
PKV, Beihilfe oder DU-Versicherung – erhalte eine auf deine Situation zugeschnittene Erstinformation.