
Ob in München, Hamburg oder Dresden: Wer sich für eine Laufbahn bei der Berufsfeuerwehr interessiert, merkt schnell, dass Gehalt und Arbeitsbedingungen stark davon abhängen, in welchem Bundesland man Dienst tut. Der Grund ist die Föderalismusreform von 2006 – seitdem regelt jedes Land die Besoldung seiner Beamten eigenständig. Für angehende Brandmeisterinnen und Brandmeister, für Wechselwillige und für alle, die Angebote mehrerer Feuerwehren vergleichen, lohnt sich deshalb ein genauer Blick über die Ländergrenzen. Diese Seite gibt dir einen kompakten Überblick: Wie hoch ist das Einstiegsgehalt in der Besoldungsgruppe A7? Ab wann ist der Ruhestand möglich? Und wie ist die Krankenversorgung geregelt – über die freie Heilfürsorge oder über Beihilfe plus private Krankenversicherung? Die folgende Tabelle stellt alle 16 Bundesländer gegenüber. Anschließend ordnen wir die Zahlen ein, zeigen ein konkretes Rechenbeispiel und beantworten die häufigsten Fragen.
Feuerwehr nach Bundesland
Die folgende Übersicht zeigt für jedes Bundesland das ungefähre Einstiegsgehalt eines Brandmeisters in der Besoldungsgruppe A7 (Anfangsstufe), das früheste Pensionsalter im Einsatzdienst sowie die Form der Krankenversorgung. Lies die Werte als Orientierung: Die genaue Höhe hängt von der Erfahrungsstufe, von Zulagen und vom jeweils gültigen Landesbesoldungsgesetz ab. Weil die Länder ihre Tabellen zu unterschiedlichen Zeitpunkten anpassen, spiegeln die Beträge den zuletzt verkündeten Stand wider und nicht ein einheitliches Stichjahr.
| Bundesland | Einstiegsgehalt Brandmeister (A7, Anfangsstufe) | Pensionsalter | Krankenversorgung |
|---|---|---|---|
| Bayern | ca. 3.074 € | 62 | Beihilfe |
| NRW | ca. 3.111 € | 60 | Heilfürsorge (Einsatzdienst) |
| Baden-Württemberg | ca. 3.133 € | 60 (Einsatzdienst) | Beihilfe |
| Hessen | ca. 2.915 € | 62 | Beihilfe oder Heilfürsorge (je nach Kommune) |
| Hamburg | ca. 3.043 € | 60 (Einsatzdienst) | Heilfürsorge (1,4 % Eigenanteil) |
| Berlin | ca. 3.021 € | 60 (mittlerer Dienst) | Beihilfe |
| Sachsen | ca. 2.872 € | 60 (Einsatzdienst) | Heilfürsorge (Einsatzdienst) |
| Niedersachsen | ca. 3.027 € | 60 (Einsatzdienst) | Heilfürsorge (Einsatzdienst) |
| Brandenburg | ca. 2.891 € | 62 | Beihilfe |
| Thüringen | ca. 2.987 € | 60 (mittlerer Dienst) | Beihilfe |
| Rheinland-Pfalz | ca. 3.071 € | 60 | Beihilfe |
| Sachsen-Anhalt | ca. 2.978 € | 60 | Heilfürsorge (Einsatzdienst) |
| Schleswig-Holstein | ca. 3.040 € | 60 | Heilfürsorge (Einsatzdienst) |
| Mecklenburg-Vorpommern | ca. 2.893 € | 62 | Heilfürsorge (Einsatzdienst) |
| Saarland | ca. 2.955 € | 62 | Beihilfe |
| Bremen | ca. 2.934 € | 60 (Einsatzdienst) | Heilfürsorge (Einsatzdienst) |
Alle Angaben sind Näherungswerte (Einstiegsgehalt: A7-Anfangsstufe nach verkündeten Landestabellen 2024–2026) und können sich durch Besoldungsanpassungen ändern. Pensionsalter gilt für aktive Einsatzkräfte; für Verwaltungsbeamte gelten andere Regelungen.
Auffällig ist die Spalte zur Krankenversorgung. Ein Teil der Länder gewährt Beamten im Einsatzdienst die freie Heilfürsorge – der Dienstherr übernimmt dann während der aktiven Dienstzeit die Behandlungskosten weitgehend direkt, ähnlich wie bei der Polizei. In anderen Ländern gilt das Beihilfeprinzip: Der Dienstherr erstattet einen Teil der Kosten, den Rest deckt eine private Krankenversicherung ab. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile, und die Regelungen können sich – wie das Beispiel Hessen in der Tabelle zeigt – sogar zwischen einzelnen Kommunen unterscheiden. Wie Heilfürsorge und Beihilfe im Detail funktionieren, erklären wir auf unserer Seite zur Beihilfe für die Feuerwehr.
Wichtig zu verstehen: Das Einstiegsgehalt ist nur der Anfang. Innerhalb einer Besoldungsgruppe steigt das Grundgehalt mit den Erfahrungsstufen im Lauf der Dienstjahre spürbar an, dazu kommen Beförderungen in höhere Gruppen sowie Zulagen wie die Feuerwehr- und Schichtzulage. Wie sich Grundgehalt, Stufen und Zulagen zu deinem tatsächlichen Einkommen zusammensetzen, zeigen wir ausführlich auf der Seite zum Feuerwehr-Gehalt.
Auch beim Pensionsalter gibt es Unterschiede. Für den körperlich anstrengenden Einsatzdienst sehen viele Länder eine besondere Altersgrenze vor, die unter der allgemeinen Regelaltersgrenze liegt – in der Tabelle zwischen 60 und 62 Jahren. Was das früher mögliche Ende der aktiven Dienstzeit für die spätere Versorgung bedeutet, liest du auf der Seite zur Feuerwehr-Pension.
Wo verdient man am meisten?
Bayern, Hamburg und Baden-Württemberg zählen traditionell zu den Spitzenreitern in der Beamtenbesoldung. Die ostdeutschen Bundesländer liegen etwas darunter, haben aber in den letzten Jahren deutlich aufgeholt. Hinzu kommen Zulagen wie die Feuerwehrzulage und Schichtzulagen – ihre Höhe ist seit der Föderalismusreform 2006 landesrechtlich geregelt und unterscheidet sich je Bundesland.
Rechenbeispiel: Wie groß ist die Spannbreite?
Ein Beispiel macht die Unterschiede greifbar (alle Werte sind Näherungswerte aus der Tabelle oben): Ein Brandmeister in der A7-Anfangsstufe startet in Baden-Württemberg mit rund 3.133 € im Monat, in Sachsen mit rund 2.872 €. Das sind etwa 261 € Unterschied pro Monat – über ein Jahr gerechnet rund 3.132 € brutto. Solche Differenzen relativieren sich allerdings, sobald man Lebenshaltungskosten, Zulagen und die Form der Krankenversorgung mitbetrachtet: Laut Tabelle erhalten Einsatzkräfte in Sachsen Heilfürsorge, in Baden-Württemberg gilt Beihilfe. Das Beispiel dient nur der Orientierung und ersetzt keine individuelle Berechnung.
Häufige Fragen zur Feuerwehr-Besoldung nach Bundesland
Warum unterscheidet sich das Feuerwehr-Gehalt je nach Bundesland?
Seit der Föderalismusreform 2006 regelt jedes Bundesland die Besoldung seiner Beamten selbst. Deshalb gibt es für dieselbe Besoldungsgruppe A7 unterschiedliche Grundgehälter, eigene Erfahrungsstufen und landesspezifische Zulagen. Auch das Pensionsalter und die Form der Krankenversorgung sind Ländersache und werden von jedem Land eigenständig festgelegt.
In welchem Bundesland ist das Einstiegsgehalt am höchsten?
Nach den Werten der Tabelle liegen bei der A7-Anfangsstufe unter anderem Baden-Württemberg mit rund 3.133 €, Nordrhein-Westfalen mit rund 3.111 € und Bayern mit rund 3.074 € vorn. Die ostdeutschen Länder liegen etwas darunter, haben aber aufgeholt. Ein Vergleich lohnt sich immer zusammen mit den Zulagen und der Krankenversorgung.
Was bedeutet Heilfürsorge bei der Feuerwehr?
Heilfürsorge heißt, dass der Dienstherr die Krankheitskosten während der aktiven Dienstzeit weitgehend direkt übernimmt, ähnlich wie bei der Polizei. Sie gilt in mehreren Ländern für den Einsatzdienst, endet aber in der Regel mit dem Ruhestand; danach greift die Beihilfe. Ob Heilfürsorge oder Beihilfe gilt, steht in der Tabelle und kann je nach Kommune variieren.
Ab welchem Alter können Feuerwehrbeamte in Pension gehen?
Für den Einsatzdienst gilt eine besondere Altersgrenze, die je nach Bundesland zwischen 60 und 62 Jahren liegt. Sie ist niedriger als die allgemeine Regelaltersgrenze, weil der feuerwehrtechnische Dienst körperlich besonders belastend ist. Für Verwaltungstätigkeiten gelten andere Grenzen.
Steigt das Gehalt im Lauf der Dienstjahre?
Ja. Innerhalb der Besoldungsgruppe steigt das Grundgehalt mit den Erfahrungsstufen an. In Bayern etwa reicht die Besoldungsgruppe A7 von rund 3.074 € in der Anfangsstufe bis rund 3.615 € in der höchsten Stufe. Hinzu kommen Beförderungen in höhere Besoldungsgruppen sowie Zulagen.
Sind die genannten Beträge brutto oder netto?
Es handelt sich um das monatliche Brutto-Grundgehalt in der Anfangsstufe der Besoldungsgruppe A7. Netto bleibt weniger übrig; dafür entfallen bei Beamten die Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung. Zulagen wie die Feuerwehrzulage sind in den Grundbeträgen noch nicht enthalten.
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