Freiwillige Feuerwehr Übungen: Was passiert beim Übungsabend?

Wer zur freiwilligen Feuerwehr geht, übt – regelmäßig. Die Übungen sind das Herzstück der ehrenamtlichen Feuerwehr: Hier werden Handgriffe eingeprägt, Teams eingespielt und neues Wissen vermittelt.

Wie oft wird geübt?

Die Mindesthäufigkeit ist in den Feuerwehrgesetzen der Länder geregelt. In der Praxis gilt:

  • Mindestens 1× pro Monat: Pflichtübungsabend der Gruppe oder Wehr
  • Zusatztermine: Sonderübungen (Atemschutz, Technische Hilfeleistung, Gefährliche Stoffe)
  • Jahresübungen: Große Übungen mit Nachbargemeinden oder kreisweiter Übung
  • Wettbewerbe: Freiwillig, aber beliebter Teil des Gemeinschaftslebens

Was wird geübt?

ÜbungsartInhalteHäufigkeit
Einsatztaktik BrandWasserversorgung, Angriffstrupps, StrahlrohrführungMonatlich
Technische HilfeleistungVerkehrsunfall, Absturz, PersonenrettungQuartalsweise
AtemschutzNullsichtübungen, Suche im Brandrauch2× jährlich Pflicht
FahrzeugkundeBeladung, Geräteentnahme, BedienungNach Bedarf
Erste HilfeAuffrischung Erstversorgung, AEDJährlich

Wie lange dauert eine Übung?

Ein normaler Übungsabend dauert ca. 2–3 Stunden – inklusive Aufbau, Übung, Nachbesprechung und dem obligatorischen Beisammensein. Sonderübungen oder Jahresübungen können einen ganzen Tag in Anspruch nehmen.

Ist die Teilnahme Pflicht?

Die meisten Feuerwehrgesetze schreiben eine Mindestanwesenheit vor (z.B. 50 % der Pflichtübungen). Wer dauerhaft unentschuldigt fehlt, kann nach Abmahnung aus der aktiven Abteilung ausgeschlossen werden.

Aufbau einer typischen Übungsnacht

FF-Übungen folgen einer bewährten Struktur — 2–2,5 Stunden effektiver Ablauf:

PhaseDauerInhalt
Antreten / Meldung5 minAnwesenheit, Dienstbekleidung prüfen
Einweisung / Thema des Abends10 minWas wird geübt? Lernziel klären
Gerätekunde / Theorie15–20 minNeues Gerät, Unterweisungen, Regeländerungen
Praktische Übung60–90 minAngriff, Aufbau, technische Rettung, Szenarien
Nachbesprechung10–15 minFehler ansprechen, Verbesserungen, Lob
Dienstabschluss10 minGeräte warten, reinigen, verstauen

Was wird im Jahresablauf geübt?

Eine gut geführte FF hat einen Jahresübungsplan. Typische Inhalte nach Jahreszeit:

  • Q1 (Jan–Mrz): Grundübungen (Schlauchverlegung, Pumpenaufstellung), Gerätekunde, Theorieabende (FwDV-Wiederholung)
  • Q2 (Apr–Jun): Erste Außenübungen, Zusammenarbeit mit Nachbarwehren, Frühjahrsübung
  • Q3 (Jul–Sep): Großübungen, Kreisübung, Feuerwehrfest als Übung eingebettet
  • Q4 (Okt–Dez): Atemschutzübungen (teils in Übungsanlagen), Abschlussübung, Jahreshauptversammlung

Häufige Fragen zu FF-Übungen

Muss ich jede Übung besuchen?
Eine gesetzlich vorgeschriebene Anwesenheitspflicht gibt es nicht — die Feuerwehr ist freiwillig. Praktisch erwartet jede Wehr aber eine regelmäßige Teilnahme (70–80 %) als Voraussetzung für die Einsatzberechtigung und Beförderungen. Wer dauerhaft fehlt, verliert die Einsatzberechtigung.

Kann ich Übungen und Einsätze von der Arbeit bezahlt bekommen?
Für Einsätze: Ja — Arbeitgeber müssen Feuerwehrleute für Einsätze freistellen und dürfen bei pflichtgemäßem Einsatz keine Lohnkürzung vornehmen (FSHG/FwG je Bundesland). Für Übungen: Nein — Übungen sind außerhalb der Arbeitszeit geplant, kein Freizeitausgleich durch Arbeitgeber.

Was passiert, wenn bei der Übung jemand verletzt wird?
Übungsunfälle sind Dienstunfälle und über die Feuerwehr-Unfallkasse (FUK) versichert — volle Kostenübernahme, Kranken- und Rehabilitationsleistungen ohne Selbstbehalt. Die FUK deckt alle offiziell angesetzten Dienste, Übungen und Ausbildungen.

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