
Feuerwehr Einstellungstest Aufgaben: Beispiele und Übungsmaterial
Typische Aufgaben beim Feuerwehr-Einstellungstest: Konzentration, Logik, Technik – mit Beispielen und Übungsquellen.
Beim Einstellungstest der Berufsfeuerwehr werden keine Abitur-Kenntnisse abgefragt – aber Konzentration, Logik und technisches Grundverständnis. Hier sind typische Aufgabentypen mit Beispielen.
Wer Feuerwehrmann werden möchte, muss vor der praktischen und sportlichen Prüfung meist zuerst einen schriftlichen Einstellungstest bestehen. Betroffen sind Bewerberinnen und Bewerber für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst bei Berufsfeuerwehren – unabhängig davon, ob zuvor bereits eine handwerkliche oder technische Ausbildung abgeschlossen wurde oder der direkte Weg über eine Feuerwehr-Ausbildung führt. Der Test prüft keine Spezialkenntnisse aus dem Einsatzalltag, sondern grundlegende schulische Fähigkeiten: Mathematik, Physik, Deutsch, Konzentration und logisches Denken. Auf dieser Seite findest du die wichtigsten Aufgabentypen mit konkreten Beispielaufgaben, eine Einordnung, wie schwer und wie gut trainierbar die einzelnen Bereiche sind, sowie Antworten auf die häufigsten Fragen von Bewerberinnen und Bewerbern. Ziel ist, dass du dir ein realistisches Bild davon machen kannst, was auf dich zukommt – und wo sich gezieltes Üben am meisten lohnt.
Aufgabentyp 1: Konzentration
Durchstreiche alle Buchstaben „F“ in der folgenden Zeichenreihe in 60 Sekunden:
E F T F R G F T E F R F T E F G F R T
Solche Aufgaben testen Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen über längere Zeit.
Konzentrationsaufgaben wirken auf den ersten Blick simpel, sind aber bewusst so gestaltet, dass Ermüdung und Ablenkung nach einigen Minuten zu Fehlern führen. Getestet wird nicht Intelligenz, sondern die Fähigkeit, unter Zeitdruck über einen längeren Zeitraum fehlerfrei zu arbeiten – eine Eigenschaft, die im Einsatzdienst beim Lesen von Anzeigen, Karten oder Checklisten wichtig ist. Der Aufbau dieser Aufgaben unterscheidet sich zwischen Berufsfeuerwehren leicht, das Grundprinzip aus Buchstaben- oder Zeichenreihen bleibt aber weitgehend gleich.
Aufgabentyp 2: Technisches Verständnis
Aufgabe: Ein Zahnrad A hat 40 Zähne und dreht sich mit 15 U/min. Es treibt Zahnrad B mit 20 Zähnen an. Wie schnell dreht sich B?
Lösung: 40/20 × 15 = 30 U/min (Übersetzung)
Aufgaben zum technischen Verständnis prüfen, ob grundlegende physikalische und mechanische Zusammenhänge verstanden werden – etwa Übersetzungen, Hebel, Flaschenzüge oder Druckverhältnisse. Ein sauberer Lösungsweg ist wichtiger als Auswendiglernen: Wer das Prinzip hinter der Rechnung versteht, kann auch abgewandelte Aufgaben im Test lösen, auch wenn Zahlen oder Bauteile leicht verändert sind.
Aufgabentyp 3: Räumliches Denken
Ein Würfelnetz wird gezeigt. Welcher Würfel kann daraus gefaltet werden? (Aufgabe mit Bildern – typisch in offiziellen Tests)
Räumliches Vorstellungsvermögen lässt sich vor allem durch regelmäßiges Üben mit Würfelnetzen, Faltaufgaben und Drehfiguren verbessern. Wer sich zunächst schwertut, sollte kleine Papiermodelle falten und die Aufgaben mehrfach in Ruhe durchgehen – die Fähigkeit, sich Objekte im Kopf zu drehen, trainiert sich mit Wiederholung spürbar.
Aufgabentyp 4: Rechenaufgaben
Aufgabe: Ein Feuerwehrauto fährt mit 80 km/h. Wie lange dauert es, bis es 12 km zurückgelegt hat?
Lösung: 12/80 × 60 = 9 Minuten
Beispiel zur Einordnung (Näherungswert): Diese Aufgabe zeigt das typische Muster im Rechenteil: Geschwindigkeit, Strecke und Zeit werden ineinander umgerechnet, oft im Alltagskontext eines Feuerwehreinsatzes verpackt. Mit der Formel Zeit = Strecke ÷ Geschwindigkeit × 60 lässt sich aus 12 km bei 80 km/h die Fahrzeit von rund 9 Minuten ableiten. Wichtig ist, den Rechenweg nachvollziehbar aufzuschreiben, da in manchen Testverfahren auch der Ansatz bewertet wird, nicht nur das Endergebnis.
Wo kann ich üben?
- Offizielle Testportale der BFs (München, Hamburg, NRW haben Online-Proben)
- Bücher: „Feuerwehr Einstellungstest“ (Stark Verlag, Auer Verlag)
- Plattformen: einstellungstest.de, plakos-akademie.de, testhelden.com
Am effektivsten ist eine Mischung aus mehreren Quellen: offizielle Musteraufgaben geben ein realistisches Gefühl für Format und Schwierigkeitsgrad, Übungsbücher bieten strukturiertes Training nach Themenblöcken, und Online-Plattformen ermöglichen Zeitdruck-Simulationen unter Testbedingungen. Weitere Hintergründe zu Auswahlverfahren und Bewerbung findest du im Magazin des Portals.
Die häufigsten Aufgabentypen — und wie du sie löst
Der schriftliche Einstellungstest zur Berufsfeuerwehr ist bundesweit ähnlich aufgebaut. Typische Aufgabenblöcke:
| Aufgabentyp | Schwierigkeit | Trainierbarkeit |
|---|---|---|
| Mathematik (Grundrechenarten, Prozent) | Mittel | Sehr gut — 2–3 Wochen Training reichen |
| Physik (Hebelgesetz, Druck, Optik) | Mittel–Hoch | Gut — Schulstoff Klasse 9–10 |
| Chemie (Verbrennung, Gefahrstoffe) | Hoch | Mittel — fachfremde Bewerber brauchen Vorbereitung |
| Deutschkenntnisse (Rechtschreibung, Lesen) | Niedrig | Sehr gut |
| Allgemeinwissen (Feuerwehr, Geografie) | Mittel | Gut — fokussiertes Lernen sinnvoll |
| Logik / Technisches Verständnis | Variiert | Mittel — Übungsaufgaben helfen |
Wichtig bei der Interpretation dieser Übersicht: „Schwierigkeit“ beschreibt, wie anspruchsvoll der Aufgabentyp im Vergleich zu den anderen Blöcken empfunden wird, während „Trainierbarkeit“ angibt, wie stark sich gezieltes Üben auf das Ergebnis auswirkt. Die genaue Gewichtung und Reihenfolge der Aufgabenblöcke kann sich zwischen einzelnen Berufsfeuerwehren unterscheiden, da jede Kommune ihr Auswahlverfahren eigenständig gestaltet. Wer wenig Zeit hat, sollte sich deshalb zuerst auf Bereiche mit hoher Trainierbarkeit konzentrieren – etwa Mathematik und Deutschkenntnisse – bevor fachfremdes Wissen wie Chemie vertieft wird.
Beispielaufgaben aus dem Physik-Block
Druckaufgabe: Eine Feuerlöschpumpe erzeugt 8 bar Druck. Der Druckverlust in der Schlauchleitung beträgt 3 bar. Mit welchem Druck tritt das Wasser aus dem Strahlrohr aus?
→ Antwort: 8 − 3 = 5 bar
Hebelgesetz: Ein Feuerwehrmann will mit einer 2 m langen Brechstange einen Block bewegen. Der Block liegt 0,5 m vom Drehpunkt. Mit welcher Kraft muss er drücken, wenn der Block 400 N Widerstand leistet?
→ Kraft × 1,5 m = 400 N × 0,5 m → Kraft = 133 N
Diese beiden Aufgaben zeigen, warum Physik im Test als „Mittel–Hoch“ eingestuft wird: Die Formeln selbst entsprechen dem Schulstoff der Klassen 9–10, doch die Aufgaben sind in einen Feuerwehrkontext eingebettet, was die Zuordnung erschwert. Wer die zugrunde liegenden Formeln (Druckdifferenz, Hebelgesetz) sicher beherrscht, kann die Aufgaben unabhängig von der konkreten Verpackung lösen.
Häufige Fragen zum Einstellungstest
Wie lange im Voraus sollte ich anfangen zu lernen?
Mindestens 8 Wochen, realistisch 12 Wochen. Physik und Chemie brauchen am meisten Vorlaufzeit. Wer schon technische Ausbildung oder Abitur hat: 4–6 Wochen können reichen. Wer lange aus der Schule ist: 12–16 Wochen einplanen.
Gibt es offizielle Übungsaufgaben zum Download?
Manche BFs veröffentlichen Musteraufgaben auf ihrer Website (z.B. BF Hamburg). Ansonsten gibt es Bücher und Online-Kurse speziell für den Feuerwehr-Einstellungstest (z.B. „Feuerwehr-Einstellungstest“ von Persen Verlag, „plakos-akademie.de“ online).
Was passiert, wenn ich den schriftlichen Test nicht bestehe?
Du kannst dich im nächsten Einstellungsjahrgang erneut bewerben. Viele BFs lassen 1–3 Wiederholungsversuche. Nutze die Zeit gezielt: Identifiziere deine schwächsten Aufgabentypen und trainiere diese spezifisch.
Welche Aufgabentypen kommen im Test am häufigsten vor?
Am häufigsten treten Mathematik, Physik, Deutschkenntnisse, Allgemeinwissen sowie Logik- und Technikaufgaben auf. Chemie wird seltener und meist in geringerem Umfang abgefragt, gilt dafür aber als der Bereich mit der höchsten Schwierigkeit für fachfremde Bewerber.
Muss ich in allen Aufgabentypen gleich gut sein?
Nein. Da Mathematik und Deutschkenntnisse als „sehr gut trainierbar“ gelten, lohnt es sich, diese Bereiche zuerst zu festigen. Schwächen in schwerer trainierbaren Feldern wie Chemie lassen sich durch solide Ergebnisse in den gut trainierbaren Blöcken teilweise ausgleichen.
Wie kann ich mich am besten auf den Test vorbereiten?
Eine Kombination aus offiziellen Musteraufgaben der Berufsfeuerwehren, Übungsbüchern und Online-Plattformen mit Zeitdruck-Simulation hat sich bewährt. Wichtig ist regelmäßiges, über mehrere Wochen verteiltes Üben statt kurzfristigem Pauken kurz vor dem Termin.
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