Das Sehvermögen ist ein zentrales Kriterium bei der G26.3-Einstellungsuntersuchung. Wer Brille oder Kontaktlinsen trägt, ist nicht ausgeschlossen – muss aber bestimmte korrigierte Sehschärfewerte erreichen.
Anforderungen an das Sehvermögen
| Merkmal | Anforderung |
|---|---|
| Sehschärfe (korrigiert) | Je Auge mind. 1,0 / 1,0 |
| Sehschärfe (unkorrigiert) | Je Auge mind. 0,5 / 0,5 |
| Farbsehvermögen | Farbtüchtig (kein relevanter Defekt) |
| Tiefensehen / Stereosehen | Normal |
| Gesichtsfeld | Normales Gesichtsfeld beidseits |
Brille und Kontaktlinsen
Brillen und Kontaktlinsen sind im Grundsatz erlaubt. Wichtig: Beim Atemschutzeinsatz mit Vollmaske ist die Kombination Brille + Atemschutzmaske problematisch. Es gibt jedoch spezielle Innenbrillen für Atemschutzmasken – diese werden von den BFs in der Regel gestellt oder finanziert.
Laser-OP
Nach einer Laserkorrektur (LASIK, LASEK) wird die Sehschärfe wie korrigiertes Sehen gewertet. Manche BFs verlangen eine Wartezeit von 12 Monaten nach der OP. Im Vorfeld mit dem BF-Arzt abklären.
Was bedeuten die Sehschärfe-Werte in der Praxis?
Der Wert 1,0/1,0 (korrigiert) entspricht 100% Sehleistung nach internationaler Norm. Was das für Brillenträger bedeutet:
| Situation | Anforderung erfüllt? |
|---|---|
| Kurzsichtig −2 dpt, mit Brille korrigiert auf 1,0/1,0 | ✓ Ja |
| Kurzsichtig −6 dpt, korrigiert auf 0,8/1,0 | ✗ Nein (ein Auge unter 1,0) |
| Hornhautverkrümmung, Kontaktlinsen auf 1,0/1,0 | ✓ Ja |
| LASIK vor 6 Monaten, jetzt 1,0/1,0 unkorrigiert | ✓ Ja (Wartezeit prüfen) |
| Einseitige Sehschwäche (amblyopes Auge 0,3) | ✗ In der Regel nein |
Unkorrigierter Mindestwert von 0,5/0,5 ist wichtig für Atemschutzträgertauglichkeit ohne Brille — in einer Vollmaske kann man keine Brille tragen (außer Innenbrille).
Atemschutzmaske und Brille — die Lösung
Das häufigste praktische Problem: Wer eine Brille trägt, kann die Vollmaske (Atemschutzgerät) nicht dicht aufsetzen. Die Lösung ist die Maskenschutzbrille (Innenbrille):
- Spezielle Rahmen, die direkt in der Vollmaske befestigt werden
- Werden beim Augenarzt verschrieben, dann in die Maske eingebaut
- BFs stellen diese Innenbrillen in der Regel oder bezuschussen sie
- Wichtig: Innenbrille muss zur aktuellen Maskengeneration passen (MSA, Dräger etc.)
Farbsehen — was ist eine „relevante“ Einschränkung?
Totale Farbenblindheit (Achromatopsie) schließt grundsätzlich aus. Rot-Grün-Schwäche dagegen ist häufig und wird individuell bewertet:
- Leichte Rot-Grün-Schwäche: oft unkritisch, wenn andere Sehfunktionen normal sind
- Mittelgradige Schwäche: Prüfung durch Amtsarzt — Einzelfallentscheidung
- Starke Schwäche: kann Ausschlussgrund sein, da Rauchfarbinterpretation und Signallichter betroffen
Häufige Fragen zum Sehvermögen
Kann ich mit Kontaktlinsen zum Einstellungstest erscheinen?
Ja — Kontaktlinsen zählen als Sehhilfe gleichwertig zur Brille. Im Dienst sind Kontaktlinsen im Atemschutzeinsatz jedoch problematisch (Rauch, Hitzestrahlung). Im Test werden die korrigierten Werte geprüft — mit welcher Sehhilfe, ist in der Regel egal.
Verbessert LASIK meine Chancen?
Wenn die LASIK zu 1,0/1,0 korrigiert, ist das Ergebnis dasselbe wie eine Brille. Der unkorrigierte Wert nach LASIK ist dann besser — das kann bei der G26.3 hilfreich sein. Viele BFs verlangen nach LASIK eine Wartezeit von 6–12 Monaten; vorab beim jeweiligen Personalärztlichen Dienst anfragen.
Was passiert, wenn mein Sehvermögen im Laufe der Dienstzeit schlechter wird?
G26.3-Wiederholungsuntersuchungen sind periodisch verpflichtend. Wer die Mindestanforderungen nicht mehr erfüllt, kann von der Atemschutztauglichkeit ausgeschlossen werden. Die BF ist dann in der Fürsorge verpflichtet, alternative Dienstverwendungen zu prüfen.
Kontaktlinsen und Brille im Feuerwehrdienst
Wichtige praktische Einschränkung: Im Atemschutzeinsatz ist Kontaktlinsentragen verboten (Gefahr durch Rauchgase und Hitze). Brillenträger mit korrigierbarer Sehschwäche brauchen eine spezielle Maskenadapterbrille (sogenannte „Sehscheibe“ oder Korrektionsgläser in der Maske). Diese wird durch den Dienstherrn gestellt. Wer eine Sehkorrektur braucht, muss das bei der G26.3-Untersuchung angeben — bei korrigierbaren Werten bis zur Grenzangabe ist volle Eignung möglich.
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