Feuerwehr G26.3: Die Pflichtuntersuchung für Atemschutzgeräteträger
Bewerbung · 8. Juni 2026

Feuerwehr G26.3: Die Pflichtuntersuchung für Atemschutzgeräteträger

Was ist die G26.3? Untersuchungsinhalte, Ausschlussgründe und wer die Kosten übernimmt.

7 Min Lesezeit · Aktualisiert: 9. Juli 2026

Die G26.3-Untersuchung ist eine Pflichtvoraussetzung für jeden Atemschutzgeräteträger bei der Berufsfeuerwehr. Sie findet vor der Einstellung und dann alle 3 Jahre (ab 50: jährlich) statt.

Betroffen ist damit praktisch jeder, der plant, Feuerwehrmann bei der Berufsfeuerwehr zu werden, denn ohne bestandene G26.3 ist ein Einsatz im umluftunabhängigen Atemschutz (Pressluftatmer) nicht möglich — und damit auch kein Dienst im Innenangriff. Für Bewerberinnen und Bewerber ist die Untersuchung neben dem Sporttest und der fachlichen Eignungsprüfung einer der zentralen Bausteine im Auswahlverfahren, und für viele auch der Punkt im Bewerbungsprozess, vor dem am meisten Unsicherheit besteht. Dieser Ratgeber erklärt, was bei der Untersuchung konkret geprüft wird, welche gesundheitlichen Kriterien über Eignung oder Nichteignung entscheiden, wie die Prüfungsintervalle über das Berufsleben hinweg aussehen und wer die Kosten trägt. Zusätzlich zeigt ein Rechenbeispiel, wie sich die Untersuchungsintervalle in der Praxis auswirken, und die häufigsten Fragen am Ende fassen die wichtigsten Punkte noch einmal kompakt zusammen.

Was ist die G26.3?

Die G26 ist ein Untersuchungsgrundsatz der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung). Die Variante G26.3 gilt speziell für Atemschutzgeräteträger der schwersten Kategorie (Gruppe 3: Gerätegewicht über 5 kg, z. B. Pressluftatmer – der Standardfall bei der Berufsfeuerwehr).

In der Praxis bedeutet das: Der medizinische Maßstab ist bundesweit identisch, weil er sich aus dem einheitlichen DGUV-Grundsatz ergibt und nicht von der jeweiligen Kommune festgelegt wird. Unterschiede zwischen einzelnen Berufsfeuerwehren gibt es eher organisatorisch — etwa dabei, welcher Betriebsarzt oder welche arbeitsmedizinische Stelle die Untersuchung durchführt und wie der Termin in den Bewerbungsablauf eingebettet ist. Wer sich unsicher ist, ob der eigene Gesundheitszustand den Anforderungen entspricht, sollte sich frühzeitig informieren, statt die Frage erst am Untersuchungstag zu klären.

Was wird untersucht?

Die folgende Übersicht zeigt die Untersuchungsbereiche in ihrer Grundstruktur — sie wird weiter unten noch einmal im Detail als Ablaufplan aufgeschlüsselt. Wichtig zu verstehen: Keiner der Punkte wird isoliert bewertet. Der Gutachter setzt Herz-Kreislauf-Werte, Lungenfunktion, Sehvermögen, Gehör und Laborwerte zueinander in Beziehung, um ein Gesamtbild der Belastbarkeit unter Atemschutz zu erhalten.

  • Herz-Kreislauf: EKG in Ruhe und unter Belastung (Fahrradergometer)
  • Lungenfunktion: Spirometrie (Atemvolumen, Fluss)
  • Sehvermögen: Visus, Farbsehen, Gesichtsfeld
  • Gehör: Tonaudiogramm
  • Körpergröße / Gewicht: BMI-Prüfung
  • Blutuntersuchung: Blutbild, Leberwerte, Nierenwerte
  • Anamnese: Vorerkrankungen, Medikamente, Operationen

Ausschlussgründe

Diese Erkrankungen führen häufig zur Nicht-Tauglichkeit:

  • Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinsuffizienz, behandlungspflichtiger Bluthochdruck)
  • Obstruktive Lungenerkrankungen (Asthma bronchiale, COPD)
  • Eingeschränktes Sehvermögen ohne ausreichende Korrekturtoleranz
  • Epilepsie (Krampfanfälle)
  • Starkes Übergewicht (BMI > 35)

Diese Liste beschreibt die häufigsten Gründe, ist aber keine abschließende Aufzählung — die vollständige Bewertung erfolgt immer im Einzelfall durch den Gutachter, wie im Abschnitt zu den Ausschlussgründen und Einschränkungen weiter unten näher erläutert wird.

Wer bezahlt?

Die G26.3-Einstellungsuntersuchung wird von der einstellenden BF bezahlt. Folgeuntersuchungen (alle 3 Jahre) ebenfalls. Du trägst keine Kosten.

Die Kostenübernahme ist damit ein Baustein von vielen, die zeigen, dass die Berufsfeuerwehr als Arbeitgeber in die Gesundheit ihrer Einsatzkräfte investiert. Wer sich neben der G26.3 auch für die finanzielle Seite des Berufs interessiert, findet einen Überblick zu Gehalt und Besoldung bei der Berufsfeuerwehr in einem eigenen Ratgeber.

Was genau passiert bei der G26.3-Untersuchung?

Die G26.3 ist die umfangreichste arbeitsmedizinische Untersuchung im Feuerwehrbereich. Ein typischer Ablauf:

UntersuchungsschrittWas geprüft wird
Anamnese-GesprächVorerkrankungen, Medikamente, Raucheranamnese, Familienhistorie
BlutuntersuchungBlutbild, Leber- und Nierenwerte, Blutzucker, Lipide
EKG (Ruhe + Belastung)Herzrhythmus, Ischämiezeichen, Belastungstoleranz
Lungenfunktion (Spirometrie)FEV1, FVC-Wert — Atemvolumen und -kapazität
Audiometrie (Hörtest)Hörverlust, Lärmschwerhörigkeit
SehtestVisus (Sehschärfe), Farbsehen, Tiefensehen
BMI / KörpergewichtEinschätzung der Atemschutz-Belastbarkeit
UrinuntersuchungNierenfunktion, Diabetes-Hinweise

Der Ablaufplan macht deutlich, warum viele Bewerberinnen und Bewerber die G26.3 als anstrengendsten Teil des Auswahlverfahrens empfinden: Es handelt sich um eine vollständige internistische und sportmedizinische Untersuchung an einem Termin, nicht um einen kurzen Check. Wer die Werte aus der Tabelle für sich einordnen möchte, sollte sie nicht isoliert lesen, sondern im Zusammenhang mit der eigenen Krankengeschichte und dem Anamnese-Gespräch betrachten, denn genau darauf stützt der Gutachter am Ende seine Entscheidung.

Ausschlussgründe und Einschränkungen

Welche Erkrankungen führen zur Nichteignung?

  • Klare Ausschlussgründe: Unbehandeltes Asthma, Herzrhythmusstörungen (gewisse Typen), schwere Einschränkungen der Lungenfunktion (FEV1 < 70 % Soll), Epilepsie mit Anfällen in den letzten 5 Jahren
  • Bedingte Eignung (mit Auflagen): Kontrollierter Bluthochdruck (medikamentös gut eingestellt), Diabetes Typ 2 (HbA1c < 8 %), Übergewicht (BMI 30–35 — Einzelfallbeurteilung)
  • Temporäre Einschränkung: Akute Erkrankungen, frische Operationen, Schwangerschaft — nach Ausheilung/Ende erneute Beurteilung

Wichtig: Der Gutachter entscheidet individuell. Dieselbe Diagnose kann bei unterschiedlichem Verlauf unterschiedlich bewertet werden.

Für die eigene Vorbereitung heißt das in der Praxis: Wer eine der genannten Diagnosen hat oder vermutet, sollte das Thema aktiv beim Anamnese-Gespräch ansprechen und nach Möglichkeit vorab ärztliche Unterlagen mitbringen, die den aktuellen Behandlungsstand belegen. Das verkürzt die Bewertung und vermeidet unnötige Rückfragen.

Rechenbeispiel: Untersuchungsintervalle im Berufsleben

Beispiel (Näherungswert): Eine Bewerberin wird im Alter von 28 Jahren bei der Berufsfeuerwehr eingestellt und besteht die G26.3-Einstellungsuntersuchung. Nach den oben genannten Intervallen (alle 3 Jahre bis zum 50. Lebensjahr, danach jährlich) ergibt sich folgender Rhythmus: Die erste Folgeuntersuchung ist mit 31 Jahren fällig, die zweite mit 34, die dritte mit 37 Jahren — und so weiter im 3-Jahres-Takt bis zum 50. Geburtstag. Ab dann wechselt der Rhythmus auf eine jährliche Untersuchung. Diese Rechnung ist ein Näherungswert zur Veranschaulichung; der tatsächliche Termin richtet sich immer nach dem konkreten Datum der letzten bestandenen Untersuchung und den Vorgaben der jeweiligen Berufsfeuerwehr.

Häufige Fragen zu der G26.3-Untersuchung

Kann ich die G26.3 privat im Vorfeld machen lassen?

Ja — du kannst dich bei einem Arbeitsmediziner oder einer BAD-Gesundheitsstelle vorher untersuchen lassen. Das gibt dir Sicherheit, ob Ausschlussgründe vorliegen, bevor du den Bewerbungsprozess durchläufst. Die interne BF-Untersuchung ersetzt diese nicht, aber sie zeigt dir den Weg.

Wie lange ist ein G26.3-Zeugnis gültig?

Bis zur Vollendung des 50. Lebensjahres gilt das Zeugnis in der Regel 3 Jahre (36 Monate), ab 50 ist jährlich nachzuuntersuchen. Für die Bewerbung muss das Zeugnis aktuell sein — nicht älter als das in der Ausschreibung festgelegte Datum.

Kann eine Brille zur G26.3-Nichteignung führen?

Nur wenn die korrigierten Werte die Mindestanforderungen nicht erreichen. Wer mit Brille auf 1,0/1,0 korrigiert ist, besteht den Sehtest. Die Lösung für den Atemschutz ist dann die Innenbrille für die Vollmaske — die wird von der BF in der Regel gestellt.

Wer bezahlt die G26.3-Untersuchung?

Die Einstellungsuntersuchung und alle Folgeuntersuchungen im 3-Jahres- beziehungsweise ab 50 im Jahresrhythmus werden von der einstellenden Berufsfeuerwehr bezahlt. Für Bewerberinnen und Bewerber entstehen dadurch keine eigenen Kosten.

Was zählt zu den häufigsten Ausschlussgründen?

Am häufigsten führen schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, unbehandeltes oder unzureichend kontrolliertes Asthma bronchiale beziehungsweise COPD, ein nicht ausreichend korrigierbares Sehvermögen, Epilepsie mit Anfällen sowie starkes Übergewicht (BMI über 35) zur Nichteignung. Grenzfälle wie kontrollierter Bluthochdruck oder ein BMI zwischen 30 und 35 werden individuell durch den Gutachter beurteilt.

Wie oft muss die G26.3 wiederholt werden?

Bis zum 50. Lebensjahr ist die G26.3 alle 3 Jahre zu wiederholen, danach jährlich. Dieser Rhythmus gilt unabhängig davon, wie lange die Einstellungsuntersuchung schon zurückliegt, solange der Atemschutz-Dienst fortgesetzt wird.

Weitere Ratgeber rund um Ausbildung, Auswahlverfahren und Berufsalltag findest du im Feuerwehr-Magazin.

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Quellen & Rechtsgrundlagen

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