
Technische Hilfeleistung (TH): Aufgaben der Feuerwehr
Wer nach einem Autounfall auf der Autobahn steht, einen umgestürzten Baum vor der Einfahrt liegen hat oder sich hinter der eigenen Wohnungstür ausgesperrt hat, ruft in aller Regel die Feuerwehr – auch wenn nichts brennt. Genau das ist der Kern der Technischen Hilfeleistung, kurz TH: Sie ist mittlerweile das mit Abstand häufigste Einsatzstichwort der Feuerwehren in Deutschland und reicht von der Rettung eingeklemmter Personen nach einem Verkehrsunfall über Sturmschäden und Türöffnungen bis hin zu Tierrettungen und dem Binden ausgelaufener Betriebsstoffe. Für Betroffene, Angehörige und alle, die verstehen wollen, was bei einem Einsatzstichwort „TH“ tatsächlich passiert, erklärt dieser Beitrag die wichtigsten Einsatzarten, die gängigen Stufen TH klein, TH groß und TH-VU sowie die Geräte, mit denen die Einsatzkräfte arbeiten. Am Ende beantworten wir die häufigsten Fragen rund um die Technische Hilfeleistung kompakt und verständlich.
Die Technische Hilfeleistung (TH) ist heute die häufigste Aufgabe der Feuerwehr. Sie umfasst alles, was keine Brandbekämpfung ist — von der Personenrettung nach Unfällen bis zur Beseitigung von Umweltgefahren.
Was zählt zur Technischen Hilfeleistung?
- Verkehrsunfälle: eingeklemmte Personen mit hydraulischem Rettungsgerät befreien
- Unwetter: umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer, überflutete Keller
- Tierrettung: Tiere aus Notlagen befreien
- Türöffnung: bei hilflosen Personen hinter verschlossener Tür
- Umweltschutz: Ölspuren und ausgelaufene Stoffe binden
TH klein und TH groß
| Stufe | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| TH 1 / klein | einfache Hilfe, kleiner Trupp | Baum auf Straße, Ölspur |
| TH 2 / groß | umfangreiche Rettung, Sonderfahrzeuge | Pkw-Bergung mit eingeklemmter Person |
| TH-VU | Verkehrsunfall | Patientenrettung nach Crash |
Die wichtigsten Geräte
Kernstück ist der hydraulische Rettungssatz aus Spreizer und Schere („Rettungsschere“), mit dem die Einsatzkräfte Fahrzeuge öffnen. Hinzu kommen Hebekissen, Greifzüge, Motorsägen und Tauchpumpen.
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Die Liste der TH-Einsatzarten zeigt, wie breit das Aufgabenfeld der Feuerwehr jenseits der Brandbekämpfung inzwischen ist. Einen bedeutenden Teil der Alarmierungen machen heute Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen aus, doch auch scheinbar kleinere Einsätze wie eine Türöffnung bei einer hilflosen Person oder das Beseitigen eines umgestürzten Baumes nach einem Sturm gehören zum Alltag der Wachen. Wichtig für Betroffene: Nicht jeder Einsatz erfordert dieselbe Ausrüstung oder dieselbe Mannschaftsstärke – genau dafür gibt es die Einteilung in Stufen, die im nächsten Abschnitt erklärt wird.
Die Tabelle zu TH klein und TH groß liest sich am einfachsten von links nach rechts: Die Stufe (Spalte 1) beschreibt den Umfang des Einsatzes, die Bedeutung (Spalte 2) den tatsächlichen Aufwand an Kräften und Fahrzeugen, und das Beispiel (Spalte 3) macht es konkret. TH 1 bzw. „TH klein“ steht für einfache Hilfeleistungen, die ein kleiner Trupp mit Standardausrüstung erledigt, etwa das Entfernen eines Baumes von der Fahrbahn oder das Binden einer Ölspur. TH 2 bzw. „TH groß“ bedeutet dagegen eine umfangreichere Rettung mit Sonderfahrzeugen, wie sie bei einer Pkw-Bergung mit eingeklemmter Person nötig ist. TH-VU schließlich ist die eigene Kategorie für Verkehrsunfälle, bei denen die Patientenrettung im Vordergrund steht. Welche Stufe tatsächlich alarmiert wird, entscheidet die Leitstelle anhand der Erstmeldung – die genaue Ausgestaltung kann sich zudem je nach Bundesland und Kommune unterscheiden, da die Feuerwehr in Deutschland Landes- und teils kommunale Aufgabe ist. Wer sich zusätzlich für den Verlauf eines Feuerwehreinsatzes bei einem Verkehrsunfall interessiert, findet dazu einen eigenen Ratgeber im Magazin.
Beim eigentlichen Werkzeug steht der hydraulische Rettungssatz aus Spreizer und Schere im Mittelpunkt jeder TH-VU: Mit der „Rettungsschere“ trennen die Einsatzkräfte Karosserieteile auf, mit dem Spreizer öffnen sie Türen und schaffen Platz, um eingeklemmte Personen zu befreien. Ergänzt wird dieses Gerät durch Hebekissen zum Anheben schwerer Lasten, Greifzüge zum Sichern und Bewegen von Fahrzeugen, Motorsägen für Sturmschäden sowie Tauchpumpen bei vollgelaufenen Kellern. Die „Goldene Stunde“ ist dabei die zentrale Zeitmarke: Eingeklemmte Patienten sollen möglichst innerhalb einer Stunde in der Klinik versorgt werden, weshalb Feuerwehr und Rettungsdienst am Unfallort eng und parallel arbeiten, statt nacheinander vorzugehen.
Beispiel (Näherungswert): Bei einem Auffahrunfall mit einer eingeklemmten Person meldet die Leitstelle das Stichwort TH-VU. Parallel zur medizinischen Erstversorgung durch den Rettungsdienst setzt die Feuerwehr Spreizer und Schere ein, um die Fahrzeugtür zu öffnen und die Person zu befreien. Ziel ist es, die „Goldene Stunde“ einzuhalten und die Person möglichst innerhalb dieser einen Stunde in eine Klinik zu bringen. Dieses Beispiel dient nur der Veranschaulichung des typischen Ablaufs; der tatsächliche Aufwand hängt immer vom konkreten Einzelfall ab.
Häufige Fragen zur Technischen Hilfeleistung
Was ist der Unterschied zwischen TH 1 und TH 2?
TH 1 (TH klein) bezeichnet einfache Hilfeleistungen, die ein kleiner Trupp mit Standardausrüstung bewältigt, etwa einen Baum auf der Straße oder eine Ölspur. TH 2 (TH groß) steht für umfangreichere Rettungen, bei denen Sonderfahrzeuge zum Einsatz kommen, zum Beispiel bei einer Pkw-Bergung mit eingeklemmter Person.
Was bedeutet das Einsatzstichwort TH-VU?
TH-VU steht für einen Verkehrsunfall. Im Mittelpunkt steht dabei die Patientenrettung nach einem Crash, häufig mit hydraulischem Rettungsgerät wie Spreizer und Schere.
Was bedeutet die „Goldene Stunde“ bei einem Verkehrsunfall?
Die „Goldene Stunde“ ist die Faustregel, wonach eingeklemmte Patienten möglichst innerhalb einer Stunde in der Klinik sein sollen. Feuerwehr und Rettungsdienst arbeiten am Unfallort deshalb eng zusammen, um die Rettung und die medizinische Versorgung zeitgleich voranzutreiben.
Rettet die Feuerwehr auch Tiere?
Ja, die Tierrettung gehört zur Technischen Hilfeleistung. Die Feuerwehr befreit Tiere aus Notlagen, etwa wenn sie feststecken oder sich nicht selbst befreien können.
Welche Aufgaben übernimmt die Feuerwehr bei Unwetter?
Nach Stürmen und Unwettern beseitigt die Feuerwehr im Rahmen der Technischen Hilfeleistung unter anderem umgestürzte Bäume, sichert abgedeckte Dächer und pumpt überflutete Keller leer.
Welche Geräte nutzt die Feuerwehr bei der Technischen Hilfeleistung?
Zentral ist der hydraulische Rettungssatz aus Spreizer und Schere, mit dem Fahrzeuge geöffnet werden. Hinzu kommen je nach Einsatzart Hebekissen, Greifzüge, Motorsägen und Tauchpumpen. Auch beim Berufsbild der Feuerwehr gehört der sichere Umgang mit diesem Gerät zur Grundausbildung.