Feuerwehr Sporttest 2026: Anforderungen, Disziplinen und Vorbereitung
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Feuerwehr Sporttest 2026: Anforderungen, Disziplinen und Vorbereitung

Laufen, Kraft, Schwimmen: Wie die Sporttests der Berufsfeuerwehren Berlin, Hamburg, München und Köln aufgebaut sind. Mit Trainingstipps und BF-Vergleich.

9 Min Lesezeit · Aktualisiert: 24. September 2026

Der Sporttest ist eine der größten Hürden beim Bewerbungsverfahren für die Berufsfeuerwehr. Er besteht aus mehreren Teildisziplinen – und wer sich nicht gezielt vorbereitet, scheitert auch bei guter allgemeiner Fitness. Wie die Bewerbung insgesamt abläuft, was im Eignungstest geprüft wird und wie die anschließende Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr aussieht, erklären unsere weiteren Ratgeber.

Betroffen sind alle Bewerberinnen und Bewerber, die sich für eine Laufbahn bei der Berufsfeuerwehr (BF) interessieren – unabhängig davon, ob der Weg über den mittleren oder den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst führt. Der Sporttest ist dabei fester Bestandteil des Auswahlverfahrens und wird meist zusammen mit einem schriftlichen Eignungstest sowie einem ärztlichen Check durchgeführt. Wichtig zu wissen: Es gibt kein bundeseinheitliches Verfahren. Jede BF – teils sogar jedes Bundesland – legt eigene Mindestanforderungen, Disziplinen und Punktesysteme fest. Wer sich auf mehrere Städte gleichzeitig bewirbt, muss sich deshalb auf unterschiedliche Testformate einstellen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Disziplinen typischerweise abgefragt werden, wie sich die Anforderungen zwischen einzelnen Berufsfeuerwehren und Bundesländern unterscheiden, und mit welchem Trainingsansatz sich die kritischen Hürden – allen voran Ausdauerlauf, Kraftausdauer und Schwimmen – realistisch meistern lassen. Ergänzend zum Sporttest lohnt sich ein Blick auf die allgemeinen Voraussetzungen für den Feuerwehrberuf, da körperliche Fitness nur einer von mehreren Bausteinen im Auswahlverfahren ist.

Welche Disziplinen gibt es?

Ein einheitliches Programm gibt es nicht: Jede Berufsfeuerwehr stellt ihren Test selbst zusammen. Ein Blick auf vier große Wehren zeigt, wie verschieden die Formate sind.

So unterschiedlich die einzelnen Prüfungsordnungen im Detail auch sind – inhaltlich prüfen fast alle Berufsfeuerwehren dieselben körperlichen Grundfähigkeiten: Kraftausdauer beim Tragen von Ausrüstung, Herz-Kreislauf-Ausdauer beim Laufen, Wassersicherheit beim Schwimmen und Koordination unter Zeitdruck. Wer diese vier Bereiche gezielt trainiert, ist unabhängig vom konkreten Testformat der jeweiligen BF gut vorbereitet. Die folgenden Angaben stammen von den Karriereseiten der Berufsfeuerwehren in Berlin, Hamburg, München und Köln (Stand September 2026).

1. Ausdauerlauf

Berlin und Hamburg lassen 3.000 m laufen: In Berlin brauchst du für das Sportzertifikat (Fitnesslevel 2) höchstens 15:30 Minuten. In Hamburg bringt eine Zeit bis 13:00 Minuten die volle Punktzahl, über 17:00 Minuten scheidest du aus. Köln vergibt laut Punkteskala für 15, 16 oder 17 Minuten drei, zwei oder einen Punkt; die Übungsbeschreibung nennt dort allerdings höchstens 15 Minuten – frag im Zweifel nach. München prüft die Ausdauer mit einem Pendellauf (Beep-Test) über 60 Bahnen.

2. Kraft und Kraftausdauer

Berlin prüft an Geräten: Brustpresse mit 30 kg und Lat-Zug mit 40 kg, jeweils mindestens 20 Wiederholungen. Hamburg, München und Köln setzen unter anderem auf den Beugehang (München und Köln: 45 Sekunden), Liegestütze im Takt (Hamburg, Köln) und die Personenrettung, bei der du eine 75 kg schwere Puppe ziehst.

3. Schwimmen

München und Köln testen selbst: In München sind es 200 m in höchstens 5:00 Minuten inklusive 15 m Tauchen (Brust oder Kraul), in Köln 15 m Streckentauchen und 200 m in höchstens 5:30 Minuten in beliebigem Stil. Berlin und Hamburg testen nicht, sondern verlangen das Schwimmabzeichen Silber, das höchstens zwei Jahre alt sein darf.

4. Koordination, Schnelligkeit und Höhe

Berlin und Köln nutzen einen Schwebebalken, Hamburg, München und Köln unter anderem Wechselsprünge und den Kasten-Bumerang-Test. Hamburg und München prüfen außerdem die Höhentauglichkeit an einer Leiter – in München mit der Schiebleiter bis ins 3. Obergeschoss in höchstens 25 Sekunden.

Beispiel: Wer sich in Hamburg bewirbt, braucht mindestens 46 Punkte aus acht Disziplinen und darf in keiner die K.-o.-Grenze reißen – Schwächen in einer Disziplin lassen sich also teilweise ausgleichen. In München dagegen muss jede der sieben Aufgaben bestanden werden. Die tatsächlichen Werte hängen von deiner Wehr ab und stehen in der aktuellen Stellenausschreibung.

Anforderungen nach BF – Vergleich 2026

BFKern-Disziplinen der Sportprüfung (offizielles Auswahlverfahren)
BerlinSportprüfung Fitnesslevel 2: Brustpresse (30 kg × 20 Wdh.), Latzug (40 kg × 20 Wdh.), Koordinationstest, 3.000-m-Lauf ≤ 15:30 min; zusätzlich Schwimmnachweis
HamburgSporttest mit 8 Disziplinen inkl. 3.000-m-Lauf (mind. 46 Punkte); Schwimmen per Deutschem Schwimmabzeichen Silber nachgewiesen
München7 Aufgaben, alle müssen bestanden werden: Schiebleitersteigen, Wechselsprünge, Beugehang, Kasten-Bumerang-Test, Personenrettung, Pendellauf (60 Bahnen), 200 m Schwimmen inkl. 15 m Tauchen
KölnKörperlicher Eignungstest mit 9 Übungen (u. a. 3.000-m-Lauf, Beugehang, Personenrettung), mindestens 11 von 13 Punkten; später eigener Schwimmtest

Angaben können sich je nach aktuellem Ausschreibungsjahr ändern. Immer die aktuelle Stellenausschreibung prüfen.

Der Vergleich macht deutlich, wie stark sich die konkreten Testformate zwischen den Städten unterscheiden: Während Berlin auf Kraftgeräte wie Brustpresse und Latzug setzt, prüft Hamburg über ein Punktesystem mit acht Disziplinen, München sieben Aufgaben verlangt, die alle bestanden werden müssen, und Köln neun Übungen mit Punkteskala prüft. Für die Vorbereitung bedeutet das: Sobald feststeht, bei welcher BF man sich bewirbt, sollte man die genaue Ausschreibung der jeweiligen Stadt lesen und das Training daran ausrichten, statt sich allein an bundesweiten Durchschnittswerten zu orientieren. Wer sich parallel bei mehreren Städten bewirbt, trainiert am besten die gemeinsame Schnittmenge – Ausdauer, Kraftausdauer und Schwimmfähigkeit – und ergänzt kurz vor dem jeweiligen Termin die spezifischen Zusatzdisziplinen.

Wie bereite ich mich vor?

  • Ausdauer: 3× wöchentlich laufen, schrittweise auf 5–6 km aufbauen, dann auf Zeit trainieren
  • Kraft: Beugehang, Liegestütze, Kniebeugen – funktionelle Stärke, kein Bodybuilding
  • Schwimmen: 2× wöchentlich, Fokus auf 200 m und Streckentauchen
  • Höhe: Prüft deine Wehr die Höhentauglichkeit an der Leiter (etwa Hamburg und München), gewöhne dich früh an Höhe

Diese vier Trainingsbereiche lassen sich gut in einen Wochenplan integrieren, ohne dass Beruf, Schule oder Ausbildung darunter leiden. Entscheidend ist weniger die Trainingsintensität an einzelnen Tagen als die Kontinuität über mehrere Monate: Wer regelmäßig, aber moderat trainiert, baut belastbarere Kraftausdauer auf als jemand, der kurz vor dem Termin täglich an die Belastungsgrenze geht. Wer zusätzlich die formalen Zulassungsvoraussetzungen im Blick behalten will, findet einen Überblick im Ratgeber zur Feuerwehr-Ausbildung.

Lesetipp: Deutsches Feuerwehr-Fitness-Abzeichen (DFFA): Anforderungen & Ablauf

Häufige Fragen

Kann ich den Sporttest wiederholen?

Das regelt jede Wehr selbst; eine feste Sperrfrist nennt keine der Berufsfeuerwehren in Berlin, Hamburg, München und Köln. Berlin bietet monatliche Sportprüfungen an und lässt dich zum nächstmöglichen Termin wieder zu, Hamburg klärt im Feedback-Gespräch, ob eine neue Bewerbung Aussicht hat, und München erlaubt bei einzelnen Übungen einen zweiten Versuch. Frag bei deiner Wehr nach.

Gibt es Unterschiede für Frauen?

Berlin und Hamburg verlangen ausdrücklich von allen dieselben Werte. Köln bietet für den körperlichen Eignungstest eine eigene Riege nur für Frauen an. Prüfe die Ausschreibung deiner Wehr.

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Trainingsplan für den Feuerwehr-Sporttest

Der Sporttest ist für viele Bewerber die größte Hürde. Mit gezieltem Training 12 Wochen vorher:

DisziplinBeispiele mit OrtTraining-Fokus
3.000-m-LaufBerlin ≤ 15:30 min; Hamburg volle Punkte bis 13:00 min, über 17:00 min K.-o.Wöchentlich 2 Intervall-Läufe und 1 ruhiger Dauerlauf
BeugehangMünchen und Köln 45 s; Hamburg volle Punkte ab 60 s3x/Woche; Halten in Beugestellung schrittweise verlängern
Liegestütze im Takt (2 s ab, 2 s auf)Köln 12; Hamburg volle Punkte ab 16Täglich 3–4 Sätze in Alltagstraining
Wechselsprünge (33 cm)München und Köln mindestens 42 in 30 sSprungkraft und Rhythmus, 2x/Woche
SchwimmenMünchen 200 m ≤ 5:00 inkl. 15 m Tauchen; Köln 15 m Tauchen + 200 m ≤ 5:30; Berlin/Hamburg Schwimmabzeichen SilberWöchentlich Beckenschwimmen
Personenrettung (75-kg-Puppe)München ≤ 60 s; Hamburg volle Punkte bis 54 sZiehen schwerer Lasten, Rumpfkraft

Der Trainingsplan liest sich am sinnvollsten disziplinweise von links nach rechts: Die mittlere Spalte zeigt Beispiele, welches Leistungsniveau einzelne Wehren fordern, die rechte Spalte den Trainingsansatz, mit dem sich dieses Niveau realistisch erreichen lässt. Zwölf Wochen sind ein realistischer Mindestzeitraum für Bewerber mit solider Grundfitness – wer beim Beugehang oder beim Lauf noch weit von den Zielwerten entfernt ist, sollte den Trainingsbeginn deutlich früher ansetzen. Wichtig ist außerdem, die letzten Tage vor dem Termin nicht mit intensivem Training zu belasten, sondern die Belastung auszuschleichen, damit der Körper am Prüfungstag ausgeruht und nicht muskelkatergeplagt antritt.

Was unterscheidet sich zwischen den Städten?

  • Berlin: Sportzertifikat der Berliner Feuerwehr bis Ende der Bewerbungsfrist; danach Onlinetest, strukturiertes Interview sowie Praxis- und Teamtest
  • Hamburg: Online Assessment, physischer Eignungstest mit Punktesystem, Vorstellungsgespräch und personalärztliche Untersuchung an getrennten Tagen
  • München: Sporttest, schriftlicher und praktischer Test; bei 112 Direkt Notfall zusätzlich ein Auswahlgespräch
  • Köln: psychologischer Online-Test und körperlicher Eignungstest, danach Assessment Center, zuletzt Schwimmtest und Einstellungsuntersuchung

Diese föderale Vielfalt ist historisch gewachsen: Anders als etwa bei bundesweit einheitlichen Ausbildungsinhalten liegt die Organisation des Einstellungsverfahrens bei den Kommunen bzw. den jeweiligen Landesfeuerwehrgesetzen. Für Bewerber bedeutet das praktisch, dass ein Testformat aus NRW nicht eins zu eins auf eine Bewerbung in Bayern übertragbar ist. Wer bundeslandübergreifend plant, sollte frühzeitig bei der jeweiligen BF-Personalstelle nachfragen, welches Testformat konkret angewendet wird, statt sich auf Erfahrungsberichte aus anderen Regionen zu verlassen.

Häufige Fragen zum Sporttest

Wie lange vorher sollte ich mit dem Training anfangen?

Mindestens 12 Wochen, besser 6 Monate. Schau zuerst in die Ausschreibung deiner Wehr, welche Übungen verlangt werden – Klimmzüge etwa testet keine der Berufsfeuerwehren in Berlin, Hamburg, München und Köln, dort ist es der Beugehang. Realistisch einschätzen und früh starten.

Darf ich Fehler beim Schwimmtest machen?

Wo die Wehr selbst testet, gelten feste Vorgaben: München verlangt 15 m Tauchen und 200 m in höchstens 5:00 Minuten (Brust oder Kraul), Köln 15 m Streckentauchen und 200 m in höchstens 5:30 Minuten. Berlin und Hamburg testen nicht selbst, sondern wollen das Schwimmabzeichen Silber sehen. Vor dem Einstellungstest solltest du diese Distanzen locker schaffen — nicht nur gerade so.

Gibt es eine Möglichkeit, den Test zu wiederholen bei Nicht-Bestehen?

Das hängt von der Wehr ab. Eine feste Sperrfrist nennt keine der Berufsfeuerwehren in Berlin, Hamburg, München und Köln. Berlin lässt dich zum nächstmöglichen Termin wieder zu, Hamburg klärt im Feedback-Gespräch, ob eine neue Bewerbung Aussicht hat. Tritt trotzdem erst an, wenn du gut vorbereitet bist — nicht als „Probedurchlauf“.

Gibt es Unterschiede bei den Anforderungen für Frauen?

Berlin und Hamburg verlangen ausdrücklich von allen dieselben Werte. Köln bietet für den körperlichen Eignungstest eine eigene Riege nur für Frauen an. Prüfe die Ausschreibung deiner Wehr.

Unterscheiden sich die Anforderungen zwischen den Bundesländern?

Ja. Es gibt kein bundeseinheitliches Testformat, jede Berufsfeuerwehr stellt ihr Verfahren selbst zusammen. Hamburg vergibt Punkte (mindestens 46), Köln ebenfalls (mindestens 11 von 13), München verlangt, dass du jede der sieben Aufgaben schaffst, und Berlin prüft Kraft an Geräten, Koordination am Schwebebalken und einen 3.000-m-Lauf.

Mehr Ratgeber für Bewerber

Alle Infos zu Gehalt, Bewerbung und Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr.

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