
Berufsfeuerwehr München: Bewerbung & Gehalt
Die Berufsfeuerwehr München zählt zu den modernsten in Deutschland. Bayern bietet ein eigenständiges Besoldungsrecht, und wer in München wohnt, erhält den Orts- und Familienzuschlag der höchsten Ortsklasse VII (die frühere Ballungsraumzulage ist darin aufgegangen).
Wer sich für den feuerwehrtechnischen Dienst in der bayerischen Landeshauptstadt interessiert, steht vor einer der begehrtesten Adressen der Branche. Dieser Ratgeber richtet sich an Schulabgänger, Quereinsteiger und bereits aktive Feuerwehrleute, die einen Wechsel nach München erwägen. Er fasst die wichtigsten Eckdaten zusammen: die Zugangsvoraussetzungen, den Ablauf des Auswahlverfahrens, die Besoldung nach dem Bayerischen Besoldungsgesetz (BayBesG) sowie die Absicherung im Krankheitsfall.
Weil Bayern ein eigenständiges Besoldungsrecht besitzt, weichen Gehalt und Zulagen spürbar von Bund und anderen Ländern ab; zusätzlich fällt die hohe Ortsklasse München ins Gewicht. Die folgenden Abschnitte erklären, wie die Werte in den Tabellen zu lesen sind, worauf es im Sport- und Eignungstest ankommt und mit welchem Einkommen sich realistisch rechnen lässt.
Überblick: Berufsfeuerwehr München
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Wachen | 10 Feuerwachen + Flughafenwache |
| Personal | ca. 1.700 Beamte |
| Einstiegsbesoldung | A7 nach BayBesG + Orts-/Familienzuschlag |
| Bundesland | Bayern (Beihilfe + private Krankenversicherung) |
| Ausbildung | 12 Monate (112 Klassisch, für Berufserfahrene) |
Die Übersicht bündelt die wichtigsten Kennzahlen der Berufsfeuerwehr München. Der Einstieg über 112 Klassisch erfolgt in der zweiten Qualifikationsebene (früher mittlerer Dienst), die Ausbildung dauert zwölf Monate; die Grundausbildung verbindet Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung und Rettungsdienst. Entscheidend ist die Zeile zur Besoldung: Eingestellt wird in der Regel in Gruppe A7 nach dem BayBesG, ergänzt um den Orts- und Familienzuschlag, dessen Höhe vom Hauptwohnsitz abhängt. Wie sich Bayern im bundesweiten Vergleich einordnet, zeigt der Überblick zu den Unterschieden zwischen den Bundesländern.
Voraussetzungen
- Deutsche oder EU-Staatsangehörigkeit
- Höchstalter bei Einstellung 43 Jahre (112 Klassisch) bzw. 40 Jahre (112 Direkt Notfall)
- Haupt- bzw. Mittelschulabschluss plus abgeschlossene, mindestens zweijährige Berufsausbildung (112 Klassisch)
- Mindestgröße 165 cm
- Deutsches Sportabzeichen und Deutsches Schwimmabzeichen jeweils in Bronze, zum Einstellungszeitpunkt höchstens fünf Jahre alt
- Führerschein Klasse B
- Die Qualifikation als Rettungssanitäter erwirbst du in der Ausbildung
- Keine unzulässigen Tätowierungen oder einschränkenden Körpermodifikationen
- Gesundheitliche Eignung (amtsärztlicher Dienst der Stadt, nach G 26.3 und FwDV 300 HH); Kontaktlinsen sind weder im Auswahlverfahren noch bei der Untersuchung erlaubt
Die Altersgrenze fällt in Bayern vergleichsweise großzügig aus: Bewerbungen sind bis zum 43. Geburtstag möglich, sodass auch Quereinsteiger mit handwerklicher Vorbildung realistische Chancen haben. Wer noch keine Rettungssanitäter-Qualifikation mitbringt, kann diese im Rahmen der Ausbildung nachholen. Grundsätzliches zum Berufseinstieg und zu den bundesweit üblichen Anforderungen steht im Ratgeber Feuerwehrmann werden.
Einstellungsverfahren München
- Onlinebewerbung über das Stellenportal der Stadt München
- Sporttest — 7 Aufgaben in fester Reihenfolge, alle müssen bestanden werden: Schiebleitersteigen mit Überstieg, Wechselsprünge, Beugehang, Kasten-Bumerang-Test, Personenrettung, Pendellauf, Schwimmen und Tauchen (200 m)
- Schriftlicher Test (Deutsch, Logik, Allgemeinbildung, Mathematik, Physik; ohne Taschenrechner und Formelsammlung)
- Praktischer Test (handwerklich-technisches Verständnis, ggf. Erste Hilfe); ein Auswahlgespräch gibt es nur bei 112 Direkt Notfall
- Amtsärztliche Untersuchung
Das Verfahren ist mehrstufig aufgebaut: Jede Station ist ein eigenes Ausscheidungskriterium, sodass sich das Vorbereitungspensum lohnt. Besonders die körperliche Prüfung und der schriftliche Test entscheiden früh über das Weiterkommen. Weiter unten sind die einzelnen Bausteine im Detail beschrieben.
Gehalt München
Die folgende Tabelle nennt das Grundgehalt (brutto) nach der amtlichen bayerischen Besoldungstabelle – gesetzlich festgelegt und ohne Zulagen. Wie viel netto bleibt, hängt von Steuerklasse, Kinderzahl und dem individuellen Beitrag zur privaten Krankenversicherung ab.
| Besoldungsgruppe | Grundgehalt Eingangsstufe | Grundgehalt Endstufe |
|---|---|---|
| A7 (Brandmeister) | 3.074,21 € (Stufe 2) | 3.615,26 € (Stufe 9) |
| A8 (Oberbrandmeister) | 3.150,76 € (Stufe 2) | 3.903,25 € (Stufe 10) |
| A9 (Brandinspektor) | 3.294,99 € (Stufe 2) | 4.108,12 € (Stufe 10) |
| A10 (Brandoberinspektor) | 3.537,12 € (Stufe 2) | 4.572,23 € (Stufe 10) |
Grundgehalt brutto ohne Zulagen in den amtlichen Erfahrungsstufen; Stand: Tabelle ab 01.02.2025, gilt bis 30.09.2026; ab 01.10.2026 zahlt das Landesamt für Finanzen im Vorgriff +2,82 % (vorbehaltlich der Verabschiedung des Gesetzes, Drs. 19/12912). Wie viel netto bleibt, hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer, Familienstand und Krankenversicherung ab – eine Näherung liefert der Feuerwehr-Gehaltsrechner.
Bayerische Feuerwehrbeamte erhalten Beihilfe (50 %/70 %) und eine ergänzende private Krankenversicherung — keine freie Heilfürsorge. Hinzu kommt der Orts- und Familienzuschlag nach Art. 35 bis 37 BayBesG. Wie hoch er ausfällt, hängt vom Wohnort ab – maßgeblich ist die Ortsklasse des Hauptwohnsitzes, nicht der Dienstort – und von den Familienverhältnissen: Mit Hauptwohnsitz in München (Ortsklasse VII) sind es für Ledige ohne Kinder und für Verheiratete ohne Kinder jeweils 165,59 € im Monat (Stand 01.02.2025). Ab 01.10.2026 zahlt das Landesamt für Finanzen im Vorgriff 170,26 € (vorbehaltlich der Verabschiedung des Gesetzes, Drs. 19/12912).
Beispiel (Näherungswert): Eine ledige Brandmeisterin in A7 startet nach der aktuell gültigen bayerischen Besoldungstabelle (gültig bis 30.09.2026) mit einem Grundgehalt von rund 3.074 € brutto im Monat in der untersten dort ausgewiesenen Erfahrungsstufe. Wohnt sie in München, kommt der Orts- und Familienzuschlag von 165,59 € hinzu; der Bruttomonatsbezug liegt dann bei rund 3.240 €. Es handelt sich um einen gerundeten Näherungswert; je nach Dienstgestaltung können weitere Zulagen hinzukommen. Wie viel davon netto bleibt und wie sich München zu anderen Standorten verhält, lässt sich im bundesweiten Gehaltsvergleich nachvollziehen.
München als Feuerwehr-Standort: Was ist besonders?
Die Feuerwehr München ist die drittgrößte in Deutschland — nur Berlin und Hamburg sind personell stärker. Mit 10 Feuerwachen, ca. 1.700 Beamten und Angestellten sowie dem Münchener Flughafen als Sondereinsatzgebiet bietet München eine außergewöhnliche Karriereplattform.
- Oktoberfest-Absicherung: 6 Millionen Besucher, mehrere Wochen — die Feuerwehr München stellt dabei Sonderkräfte und koordiniert mit freiwilligen Einheiten
- Allianz Arena / BMW Welt / Messe München: Großveranstaltungseinsätze als regulärer Bestandteil
- Höhenrettung: Bayern hat viele Klettergebirge im Umland — München hat eine gut ausgebaute Höhenrettungsgruppe
- Flughafen München (MUC): Zweitgrößter Passagierflughafen Deutschlands, eigene Flughafen-Feuerwehr in Kooperation mit der städtischen BF
Das Auswahlverfahren im Detail
München hat eines der anspruchsvollsten Einstellungsverfahren bundesweit:
- Schriftlicher Test: Deutsch, Logik, Allgemeinbildung, Mathematik und Physik – ohne Taschenrechner und Formelsammlung
- Sporttest: sieben Aufgaben ohne Punkte – jede muss bestanden werden, darunter die Schiebleiter ins 3. OG in höchstens 25 s, Beugehang 45 s und 200 m Schwimmen in höchstens 5:00 min mit mindestens 15 m Tauchen; das Tauchen muss explizit trainiert werden
- Gesundheit: amtsärztliche Untersuchung nach G 26.3 und FwDV 300 HH; Kontaktlinsen sind dabei wie im ganzen Auswahlverfahren nicht erlaubt
- Höchstalter: 43 Jahre (112 Klassisch) bzw. 40 Jahre (112 Direkt Notfall)
Wer sich gezielt vorbereitet, verschafft sich hier einen deutlichen Vorsprung. Vor allem das Streckentauchen wird von vielen Bewerbern unterschätzt und lässt sich nur durch regelmäßiges Training sicher bewältigen. Auch die feuerwehrärztliche Untersuchung nach G26.3 sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen: Ausdauer, Lungenfunktion und Belastbarkeit werden objektiv gemessen.
Gehalt und Karriere in München
Mit wachsender Erfahrung und Beförderungen steigt das Einkommen: vom Brandmeister (A7) über den Oberbrandmeister (A8) und den Brandinspektor (A9, Endamt der zweiten Qualifikationsebene) bis zum Brandoberinspektor (A10), dem Eingangsamt der dritten Qualifikationsebene, das in Bayern mit 3.537,12 € brutto in Stufe 2 beginnt. Eine Netto-Näherung für deine Situation liefert der Feuerwehr-Gehaltsrechner.
Hinweis: München ist eine der teuersten Städte weltweit — Mieten von 18–25 €/m² netto. A7-Besoldung deckt die Münchener Lebenshaltungskosten mit Abzügen knapp. Viele BF München-Beamte wohnen im Umland (Freising, Dachau, Ebersberg) und pendeln. Für den Orts- und Familienzuschlag zählt der Hauptwohnsitz: Die Städte Freising und Dachau gehören wie München zur Ortsklasse VII, die Stadt Ebersberg zur Ortsklasse VI – dort gibt es für Ledige ohne Kinder keinen Zuschlag.
Häufige Fragen zur Feuerwehr München
Welche Krankenversicherung haben Feuerwehrbeamte in München?
München liegt in Bayern; kommunale Berufsfeuerwehrbeamte erhalten hier Beihilfe (50 %, mit zwei oder mehr Kindern 70 %) und benötigen eine ergänzende, beihilfekonforme private Krankenversicherung. Eine freie Heilfürsorge, wie sie einige andere Bundesländer für den Einsatzdienst gewähren, gibt es in Bayern für die Feuerwehr nicht.
Wie hoch ist das Einstiegsgehalt bei der Berufsfeuerwehr München?
Der Einstieg erfolgt im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst in Besoldungsgruppe A7 nach dem Bayerischen Besoldungsgesetz. Das Grundgehalt liegt in der untersten ausgewiesenen Erfahrungsstufe bei rund 3.074 € brutto im Monat (Stand der bis 30.09.2026 gültigen bayerischen Tabelle); hinzu kommt bei Hauptwohnsitz in München der Orts- und Familienzuschlag von 165,59 € für Ledige (Ortsklasse VII).
Gibt es eine Ballungsraumzulage in München?
Nicht mehr als eigene Zulage: Die Ballungsraumzulage (Art. 94 BayBesG) wurde zum 1. April 2023 aufgehoben; seitdem gibt es den Orts- und Familienzuschlag, der nach der Ortsklasse des Hauptwohnsitzes gestaffelt ist. Wer in München wohnt (Ortsklasse VII), erhält als Lediger ohne Kinder 165,59 € im Monat (Stand 01.02.2025); ab 01.10.2026 zahlt das Landesamt für Finanzen im Vorgriff 170,26 €, vorbehaltlich der Verabschiedung des Gesetzes. Wer außerhalb wohnt, bekommt den Betrag seiner Wohnortgemeinde.
Wie hoch ist der Bewerberdruck in München?
Zahlen zu Bewerbungen pro Stelle veröffentlicht die Stadt München nicht. Das Tauchen im Schwimmteil trennt viele: Weil jede Aufgabe des Sporttests bestanden werden muss, scheidet aus, wer die 15 m nicht schafft.
Kann man nach München wechseln, wenn man schon bei einer anderen BF ist?
In Ausnahmefällen ja — Versetzungsanträge zwischen Bayerischen BFs sind möglich, aber selten genehmigt. In der Regel muss man sich für München neu bewerben, auch wenn man bereits Bayern-weit verbeamtet ist.
Quellen & Rechtsgrundlagen
- Art. 35 BayBesG – Grundlagen des Orts- und Familienzuschlags (Ortsklasse des Hauptwohnsitzes)
- Art. 36 BayBesG – Ortsklassen und Stufen (Ortsklasse = Mietenstufe nach Wohngeldgesetz)
- Anlage 5 BayBesG – Orts- und Familienzuschlag, gültig ab 1. Februar 2025
- Wohngeldverordnung, Anlage – Mietenstufen der Gemeinden (München, Freising, Dachau: VII; Ebersberg: VI)
- Landesamt für Finanzen Bayern – Besoldungstabellen und Vorgriffstabellen ab 01.10.2026
- Gesetzentwurf Besoldungsanpassung Bayern, Drs. 19/12912 (noch nicht beschlossen)
Rechtsstand: September 2026 (Normtexte am 25.09.2026 abgerufen). Die Ballungsraumzulage (Art. 94 BayBesG) ist durch das Gesetz zur Neuausrichtung orts- und familienbezogener Besoldungsbestandteile vom 10. März 2023 (GVBl. S. 80) mit Wirkung zum 1. April 2023 aufgehoben.