
Gewerkschaften für Feuerwehrleute: DFeuG, ver.di & komba im Überblick
Welche Gewerkschaft vertritt Feuerwehrleute in Deutschland? DFeuG, ver.di und komba im Vergleich: Ausrichtung, Dachverbände, Rechtsschutz — und warum der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) keine Gewerkschaft ist.
Bei Besoldung, Arbeitszeit oder Ärger nach einem Dienstunfall stehst du als Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau nicht allein da: In Deutschland vertreten vor allem drei Organisationen die beruflichen Interessen von Feuerwehrleuten — die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG), ver.di und die komba gewerkschaft. Dieser Überblick zeigt dir, wer wofür zuständig ist und worauf du bei der Wahl achten solltest.
Warum eine Gewerkschaft für Feuerwehrleute sinnvoll sein kann
Der Feuerwehrdienst ist körperlich wie rechtlich anspruchsvoll: Schichtdienst, Einsatzrisiken und ein komplexes Dienstrecht treffen hier aufeinander. Eine Gewerkschaft unterstützt dich in drei Bereichen: Sie verhandelt über Einkommen und Arbeitsbedingungen, sie berät dich bei dienstrechtlichen Fragen — etwa rund um die Besoldung — und sie steht dir im Konfliktfall mit Rechtsberatung zur Seite. Gerade nach einem Dienstunfall oder wenn eine PTBS als Dienstunfallfolge anerkannt werden soll, kann diese Unterstützung entscheidend sein.
Die drei wichtigsten Organisationen im Detail
Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG)
Die DFeuG wurde am 1. Mai 2011 in Solingen gegründet und ist die Fachgewerkschaft, die sich ausschließlich um Feuerwehr, Rettungsdienst und Leitstelle kümmert — ohne branchenfremde Themen. Sie wurde von aktiven Einsatzkräften gegründet und wird von ihnen geführt. Vertreten werden Angehörige von Berufs-, hauptamtlichen, Werk-, Betriebs- und Flughafenfeuerwehren sowie Beschäftigte im Rettungsdienst. Wer eine Interessenvertretung sucht, die nur Feuerwehrthemen kennt, ist hier richtig.
ver.di — die große Branchengewerkschaft im öffentlichen Dienst
ver.di gehört zum Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und sitzt bei den Tarifverhandlungen zum TVöD direkt mit am Tisch. Für Feuerwehrleute gibt es eine eigene Bundesfachgruppe Feuerwehr. Ein konkretes Ergebnis dieser Arbeit ist die zum 1. Januar 2017 in Kraft getretene neue Entgeltordnung für den kommunalen feuerwehrtechnischen Dienst. Tarifbeschäftigte profitieren unmittelbar von den Abschlüssen; für Beamte hängt es davon ab, ob und wie der jeweilige Gesetzgeber die Tarifergebnisse auf die Besoldung überträgt.
komba gewerkschaft — die Fachgewerkschaft im dbb
Die komba gewerkschaft ist die Fachgewerkschaft für Beschäftigte und Beamte der Kommunen und gehört zum Dachverband dbb beamtenbund und tarifunion. Mit einem eigenen Fachbereich Feuerwehr und Rettungsdienst engagiert sie sich unter anderem bei Altersgrenzen im Einsatzdienst, Zulagen und der Brandschutzgesetzgebung. Da viele Berufsfeuerwehrleute kommunale Beamte sind, passt das Profil der komba für diese Gruppe besonders gut.
DFeuG, ver.di und komba im Vergleich
| Organisation | Ausrichtung | Dachverband | Für wen besonders interessant |
|---|---|---|---|
| DFeuG | Fachgewerkschaft nur für Feuerwehr, Rettungsdienst, Leitstelle | eigenständig | Einsatzkräfte, die eine reine Feuerwehr-Vertretung wollen |
| ver.di | Branchengewerkschaft für den öffentlichen Dienst und Dienstleistungen, eigene Bundesfachgruppe Feuerwehr | DGB | Tarifbeschäftigte (TVöD), die direkte Tarifmacht wollen |
| komba gewerkschaft | Fachgewerkschaft für den kommunalen öffentlichen Dienst, Fachbereich Feuerwehr und Rettungsdienst | dbb beamtenbund und tarifunion | Kommunale Beamte und Beschäftigte, auch bei der Feuerwehr |
| Deutscher Feuerwehrverband (DFV) | Verband — keine Gewerkschaft, fachlich-politische Interessenvertretung der Feuerwehren | Spitzenverband (16 Landesfeuerwehrverbände + Bundesgruppen) | Freiwillige Feuerwehr, Verbandsarbeit und Ehrenamt |
Wichtige Abgrenzung: Der DFV ist keine Gewerkschaft
Der Deutsche Feuerwehrverband besteht seit 1853 und ist der Spitzenverband der deutschen Feuerwehren: Er vereint die 16 Landesfeuerwehrverbände sowie Bundesgruppen für Berufs- und Werkfeuerwehren. Der DFV vertritt die Feuerwehren fachlich und politisch — von der Nachwuchsgewinnung bis zum Ehrenamt. Er führt aber keine Tarifverhandlungen und übernimmt keine gewerkschaftlichen Aufgaben. Bist du in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, ist der Verband deine Interessenvertretung. Eine Gewerkschaft brauchst du für das Ehrenamt in der Regel nicht, weil kein Arbeitsverhältnis besteht — abgesichert bist du dort über die Feuerwehr-Unfallkassen.
Streikrecht: Beamte und Tarifbeschäftigte sind unterschiedlich gestellt
Feuerwehrbeamte dürfen in Deutschland nicht streiken — das Bundesverfassungsgericht hat das Streikverbot für Beamte 2018 ausdrücklich bestätigt. Gewerkschaften setzen für Beamte deshalb auf Verhandlungen, Stellungnahmen im Gesetzgebungsverfahren und notfalls Musterklagen. Tarifbeschäftigte nach TVöD haben dagegen ein Streikrecht und können an Arbeitskampfmaßnahmen teilnehmen.
Was kostet die Mitgliedschaft?
Die Beitragshöhe unterscheidet sich je nach Gewerkschaft: Üblich sind einkommensabhängige Beiträge oder gestaffelte Pauschalen — verbindliche Zahlen findest du auf den Websites der Organisationen. Gut zu wissen: Gewerkschaftsbeiträge kannst du in der Steuererklärung vollständig als Werbungskosten absetzen. Viele Gewerkschaften sehen für Leistungen wie den Rechtsschutz außerdem Wartefristen nach dem Beitritt vor — wer erst im Konfliktfall eintritt, kommt damit oft zu spät.
Häufige Fragen
Gibt es eine „Gewerkschaft der Feuerwehr (GdF)“?
Nein. Die Abkürzung GdF steht in Deutschland für die Gewerkschaft der Flugsicherung — sie vertritt Beschäftigte der Flugsicherung und hat mit der Feuerwehr nichts zu tun. Für Feuerwehrleute sind die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG), ver.di und die komba gewerkschaft die relevanten Ansprechpartner.
Welche Gewerkschaft passt zu mir?
Das hängt von deinem Status und deinen Prioritäten ab: Die DFeuG punktet mit ihrer reinen Feuerwehr-Spezialisierung, ver.di mit direkter Tarifmacht beim TVöD, die komba mit ihrer Verankerung im kommunalen Bereich und im dbb. Vergleiche Leistungen wie Rechtsschutz, Beratung und Fachinformationen — und sprich am besten mit organisierten Kolleginnen und Kollegen auf deiner Wache.
Vertreten Gewerkschaften auch Beamte, obwohl diese nicht streiken dürfen?
Ja. Auch ohne Streikrecht profitieren Beamte von gewerkschaftlicher Arbeit: durch politische Interessenvertretung bei Besoldungsgesetzen, durch Rechtsberatung im Dienstrecht und durch Unterstützung in Verfahren — etwa bei der Anerkennung eines Dienstunfalls. Ob DFeuG, ver.di oder komba: Alle drei organisieren sowohl Beamte als auch Tarifbeschäftigte.
Kann ich den Gewerkschaftsbeitrag von der Steuer absetzen?
Ja — Gewerkschaftsbeiträge sind vollständig als Werbungskosten absetzbar. Du trägst sie in der Anlage N deiner Steuererklärung ein. Das gilt unabhängig davon, bei welcher Gewerkschaft du Mitglied bist.