Die Mindestgröße ist eine der wenigen fixen Grenzen beim Einstellungsverfahren der Berufsfeuerwehr. Sie liegt meist bei 165 cm – in einzelnen Städten auch höher. Ausnahmen sind selten, aber möglich. Dieser Artikel erklärt, warum die Größe relevant ist, was bei Unterschreitung gilt und wie BMI und Gewicht bewertet werden.
Warum gibt es eine Mindestgröße?
Die Körpergröße ist bei der Berufsfeuerwehr kein willkürlicher Wert — sie hat direkte Auswirkungen auf die Einsatzfähigkeit. Atemschutzgeräte, Schutzkleidung (PSA) und Einstiegsleitern sind auf Standardmaße ausgelegt. Personen unter einer bestimmten Körpergröße können Schwierigkeiten haben:
- Atemschutzmasken der Größe M/L optimal anzupassen (Undichtigkeiten durch Gesichtsproportionen)
- Ausrüstungsgegenstände auf Standardlastenträgern zu transportieren
- Leiternabstände sicher zu überwinden
Gleichzeitig hat die Rechtsprechung in Deutschland klargestellt, dass pauschal sehr hohe Mindestgrößen (z.B. 170 cm für Frauen) nicht zulässig sind, wenn sie ohne Bezug zu konkreten Einsatzanforderungen festgelegt wurden. Viele BFs haben deshalb ihre Grenzwerte in den letzten Jahren angepasst.
Mindestgröße nach Bundesland / BF
| Bundesland / BF | Mindestgröße | Anmerkung |
|---|---|---|
| Bayern (BF München) | 165 cm | — |
| NRW (BF Köln) | 165 cm | — |
| Hamburg | 165 cm | — |
| Berlin | 165 cm | — |
| Baden-Württemberg | 165 cm | — |
| Hessen (BF Frankfurt) | 168 cm | Ausnahme möglich |
| Niedersachsen | 165 cm | — |
Angaben ohne Gewähr – immer aktuelle Stellenausschreibung prüfen.
Was tun, wenn man knapp unter der Mindestgröße liegt?
Wer 163–164 cm misst und die Mindestgrenze von 165 cm knapp verfehlt, hat folgende Optionen:
- Ausnahmeantrag stellen: Manche BFs prüfen Einzelfallanträge, wenn die körperliche Eignung anderweitig nachgewiesen wird (z.B. durch Sporttest-Ergebnisse weit über dem Minimum).
- Andere Standorte prüfen: Nicht alle BFs messen die Körpergröße identisch — Messung ohne Schuhe vs. mit leichtem Schuhwerk kann 1–2 cm ausmachen. Im Zweifel: direkt beim Personalamt anfragen.
- Rettungsdienst als Einstieg: Wer als Notfallsanitäter in den Rettungsdienst einsteigt, kann in manchen Bundesländern später mit Sonderregelungen in den feuerwehrtechnischen Dienst wechseln.
- Werkfeuerwehren prüfen: Private Werkfeuerwehren (Industriebetriebe, Flughäfen) haben teils andere oder keine Mindestgrößen — der Berufseinstieg ist dort möglich.
BMI und Gewicht
Es gibt keinen fixen BMI-Grenzwert, aber bei der G26.3-Untersuchung wird geprüft, ob das Körpergewicht den Atemschutz-Anforderungen entspricht. Ein BMI über 35 führt i.d.R. zur Ablehnung. Optimal: BMI 20–26.
Praxisbeispiel: G26.3-Untersuchung und Körpermaße
Die G26.3-Untersuchung prüft die Atemschutztauglichkeit umfassend. Dabei werden folgende körperliche Parameter berücksichtigt:
| Parameter | Orientierungswert |
|---|---|
| BMI | 17–35 (optimal 20–26) |
| Körpergröße | ≥ 165 cm (BF-abhängig) |
| Sehvermögen | Korrigiert mind. 0,7 bds. |
| Lungen-Funktionstests | FEV1 / FVC ≥ 70 % |
| Herzkreislauf-EKG | Keine Rhythmusstörungen |
Wer sich unsicher ist, ob er die medizinischen Anforderungen erfüllt, kann vorab eine Beratung beim Arbeitsmediziner oder Betriebsarzt suchen — eine G26.3-Voruntersuchung zeigt etwaige Ausschlussgründe frühzeitig auf.
Häufige Fragen zur Körpergröße
Zählt die Körpergröße auch für Frauen?
Ja — die Mindestgröße gilt für alle Bewerber, unabhängig vom Geschlecht. Frühere geschlechterspezifische Mindestgrößen (z.B. 160 cm für Frauen) sind inzwischen in vielen Bundesländern vereinheitlicht oder weggefallen. Aktuelle Ausschreibung maßgebend.
Kann ich meine Körpergröße noch steigern?
Körpergröße ist ab dem Ende der Pubertät (ca. 18–21 Jahre) weitgehend fix. Wer knapp unter der Grenze liegt, kann sie nicht durch Training steigern — aber im Zweifelsfall nochmal sorgfältig messen lassen (Tageszeit, Messstand ohne Schuhe).
Was ist, wenn mich die BF trotz ausreichender Größe wegen meines Gewichts ablehnt?
Übergewicht kann bei der G26.3-Untersuchung zur Nichteignung führen, wenn die Atemschutz-Belastung durch das Körpergewicht nicht mehr sicher getragen werden kann. Bei BMI zwischen 30–35 ist eine Grauzone — manche Gutachter empfehlen Auflagen (z.B. Gewichtsreduktion) statt einer sofortigen Ablehnung.
Mehr Ratgeber für Bewerber
Alle Infos zu Gehalt, Bewerbung und Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr.
Alle Ratgeber →