Körpergröße Berufsfeuerwehr: Mindestgröße nach Bundesland 2026
Bewerbung · 8. Juni 2026

Körpergröße Berufsfeuerwehr: Mindestgröße nach Bundesland 2026

Mindestgröße bei der Berufsfeuerwehr: Wie groß muss man sein? Tabelle aller Bundesländer, BMI-Anforderungen.

7 Min Lesezeit · Aktualisiert: 9. Juli 2026

Die Mindestgröße ist eine der wenigen fixen Grenzen beim Einstellungsverfahren der Berufsfeuerwehr. Sie liegt meist bei 165 cm – in einzelnen Städten auch höher. Ausnahmen sind selten, aber möglich. Dieser Artikel erklärt, warum die Größe relevant ist, was bei Unterschreitung gilt und wie BMI und Gewicht bewertet werden.

Wer sich für den feuerwehrtechnischen Dienst bei einer Berufsfeuerwehr (BF) interessiert, stößt in jeder Stellenausschreibung früh auf ein Kriterium, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, aber im Auswahlverfahren hart geprüft wird: die Körpergröße. Betroffen sind alle Bewerberinnen und Bewerber unabhängig vom Geschlecht, unabhängig davon, ob der Weg über eine klassische BF-Ausbildung, einen Quereinstieg aus dem Rettungsdienst oder eine Werkfeuerwehr führt. Die folgenden Abschnitte ordnen ein, woher der Grenzwert kommt, wie er sich zwischen den Bundesländern und einzelnen Städten unterscheidet, welche Optionen bei knapper Unterschreitung bestehen und wie BMI und weitere medizinische Parameter im Rahmen der G26.3-Untersuchung zusammenspielen. Wer sich einen Überblick über weitere Voraussetzungen verschaffen will, findet ergänzend eine Übersicht der Bundesländer mit ihren jeweiligen Besonderheiten im Einstellungsverfahren.

Warum gibt es eine Mindestgröße?

Die Körpergröße ist bei der Berufsfeuerwehr kein willkürlicher Wert — sie hat direkte Auswirkungen auf die Einsatzfähigkeit. Atemschutzgeräte, Schutzkleidung (PSA) und Einstiegsleitern sind auf Standardmaße ausgelegt. Personen unter einer bestimmten Körpergröße können Schwierigkeiten haben:

  • Atemschutzmasken der Größe M/L optimal anzupassen (Undichtigkeiten durch Gesichtsproportionen)
  • Ausrüstungsgegenstände auf Standardlastenträgern zu transportieren
  • Leiternabstände sicher zu überwinden

Gleichzeitig hat die Rechtsprechung in Deutschland klargestellt, dass pauschal sehr hohe Mindestgrößen (z.B. 170 cm für Frauen) nicht zulässig sind, wenn sie ohne Bezug zu konkreten Einsatzanforderungen festgelegt wurden. Viele BFs haben deshalb ihre Grenzwerte in den letzten Jahren angepasst.

In der Praxis bedeutet das: Der Grenzwert ist kein Selbstzweck, sondern soll sicherstellen, dass Ausrüstung im Einsatz zuverlässig passt und getragen werden kann. Wer die Anforderung erfüllt, sollte trotzdem nicht davon ausgehen, dass die Mindestgröße das einzige Kriterium ist — sie steht im Auswahlverfahren gleichrangig neben Sporttest, medizinischer Eignung und schriftlicher Prüfung. Ein Blick in die Tabelle unten zeigt, dass sich die konkreten Werte je nach BF unterscheiden, auch wenn 165 cm der am häufigsten genannte Wert ist.

Mindestgröße nach Bundesland / BF

Bundesland / BFMindestgrößeAnmerkung
Bayern (BF München)165 cm
NRW (BF Köln)165 cm
Hamburg165 cm
Berlin165 cm
Baden-Württemberg165 cm
Hessen (BF Frankfurt)168 cmAusnahme möglich
Niedersachsen165 cm

Angaben ohne Gewähr – immer aktuelle Stellenausschreibung prüfen.

Die Tabelle zeigt, dass sich Bund und Länder in dieser Frage nicht auf einen einheitlichen Wert festgelegt haben — jede Berufsfeuerwehr legt den Grenzwert im Rahmen ihrer eigenen Einstellungsrichtlinien fest, orientiert an der örtlichen Ausrüstung und den Anforderungen des jeweiligen Dienstherrn. 165 cm ist zwar der am weitesten verbreitete Wert, aber wie das Beispiel Frankfurt zeigt, sind auch höhere Grenzen mit Ausnahmeregelung möglich. Wer sich bei mehreren Städten gleichzeitig bewirbt, sollte deshalb jede Ausschreibung einzeln prüfen statt sich auf einen bundesweiten Standardwert zu verlassen. Die Bundesländer-Übersicht hilft dabei, die Einstellungsvoraussetzungen im direkten Vergleich zu sichten.

Was tun, wenn man knapp unter der Mindestgröße liegt?

Wer 163–164 cm misst und die Mindestgrenze von 165 cm knapp verfehlt, hat folgende Optionen:

  • Ausnahmeantrag stellen: Manche BFs prüfen Einzelfallanträge, wenn die körperliche Eignung anderweitig nachgewiesen wird (z.B. durch Sporttest-Ergebnisse weit über dem Minimum).
  • Andere Standorte prüfen: Nicht alle BFs messen die Körpergröße identisch — Messung ohne Schuhe vs. mit leichtem Schuhwerk kann 1–2 cm ausmachen. Im Zweifel: direkt beim Personalamt anfragen.
  • Rettungsdienst als Einstieg: Wer als Notfallsanitäter in den Rettungsdienst einsteigt, kann in manchen Bundesländern später mit Sonderregelungen in den feuerwehrtechnischen Dienst wechseln.
  • Werkfeuerwehren prüfen: Private Werkfeuerwehren (Industriebetriebe, Flughäfen) haben teils andere oder keine Mindestgrößen — der Berufseinstieg ist dort möglich.

Wichtig für alle vier Optionen: Keine davon ist ein Automatismus. Ein Ausnahmeantrag wird individuell geprüft und hängt stark von der jeweiligen Dienststelle ab, ein Wechsel vom Rettungsdienst in den feuerwehrtechnischen Dienst setzt eigene Sonderregelungen voraus, und auch Werkfeuerwehren definieren ihre Anforderungen selbst. Wer knapp unter der Grenze liegt, profitiert davon, frühzeitig und direkt mit dem Personalamt der jeweiligen Wunsch-BF zu sprechen, statt sich allein auf Informationen aus dem Internet zu verlassen.

BMI und Gewicht

Es gibt keinen fixen BMI-Grenzwert, aber bei der G26.3-Untersuchung wird geprüft, ob das Körpergewicht den Atemschutz-Anforderungen entspricht. Ein BMI über 35 führt i.d.R. zur Ablehnung. Optimal: BMI 20–26.

Beispiel (Näherungswert): Für eine Person mit der Mindestgröße von 165 cm lässt sich der optimale Gewichtsbereich anhand der BMI-Spanne 20–26 überschlägig berechnen: bei 1,65 m Körpergröße entspricht ein BMI von 20 rund 54–55 kg, ein BMI von 26 rund 70–71 kg. Der optimale Gewichtsbereich für diese Körpergröße läge damit näherungsweise zwischen etwa 54 und 71 kg. Dies ist ausdrücklich nur eine überschlägige Beispielrechnung auf Basis der oben genannten BMI-Orientierungswerte — die tatsächliche Einzelfallbewertung erfolgt durch den Betriebsarzt im Rahmen der G26.3-Untersuchung.

Praxisbeispiel: G26.3-Untersuchung und Körpermaße

Die G26.3-Untersuchung prüft die Atemschutztauglichkeit umfassend. Dabei werden folgende körperliche Parameter berücksichtigt:

ParameterOrientierungswert
BMI17–35 (optimal 20–26)
Körpergröße≥ 165 cm (BF-abhängig)
SehvermögenKorrigiert mind. 0,7 bds.
Lungen-FunktionstestsFEV1 / FVC ≥ 70 %
Herzkreislauf-EKGKeine Rhythmusstörungen

Wer sich unsicher ist, ob er die medizinischen Anforderungen erfüllt, kann vorab eine Beratung beim Arbeitsmediziner oder Betriebsarzt suchen — eine G26.3-Voruntersuchung zeigt etwaige Ausschlussgründe frühzeitig auf.

Die Tabelle macht deutlich, dass Körpergröße nur einer von mehreren Parametern ist, die im Rahmen der G26.3-Untersuchung gemeinsam betrachtet werden. Ein knapp erfülltes Größenkriterium nützt wenig, wenn beispielsweise die Lungenfunktion oder das Sehvermögen nicht den Orientierungswerten entsprechen — und umgekehrt kann eine insgesamt gute gesundheitliche Verfassung bei Grenzwerten wie der Körpergröße mehr Verhandlungsspielraum schaffen, etwa bei einem Ausnahmeantrag. Wer den gesamten Bewerbungsprozess im Blick behalten will, findet im Ratgeber-Magazin weiterführende Beiträge zu Sporttest, Auswahlverfahren und Ausbildung.

Häufige Fragen zur Körpergröße

Zählt die Körpergröße auch für Frauen?
Ja — die Mindestgröße gilt für alle Bewerber, unabhängig vom Geschlecht. Frühere geschlechterspezifische Mindestgrößen (z.B. 160 cm für Frauen) sind inzwischen in vielen Bundesländern vereinheitlicht oder weggefallen. Aktuelle Ausschreibung maßgebend.

Kann ich meine Körpergröße noch steigern?
Körpergröße ist ab dem Ende der Pubertät (ca. 18–21 Jahre) weitgehend fix. Wer knapp unter der Grenze liegt, kann sie nicht durch Training steigern — aber im Zweifelsfall nochmal sorgfältig messen lassen (Tageszeit, Messstand ohne Schuhe).

Was ist, wenn mich die BF trotz ausreichender Größe wegen meines Gewichts ablehnt?
Übergewicht kann bei der G26.3-Untersuchung zur Nichteignung führen, wenn die Atemschutz-Belastung durch das Körpergewicht nicht mehr sicher getragen werden kann. Bei BMI zwischen 30–35 ist eine Grauzone — manche Gutachter empfehlen Auflagen (z.B. Gewichtsreduktion) statt einer sofortigen Ablehnung.

Gilt die Mindestgröße auch bei Werkfeuerwehren?
Nicht zwingend. Private Werkfeuerwehren (z.B. bei Industriebetrieben oder Flughäfen) legen ihre Einstellungsvoraussetzungen eigenständig fest und haben teils andere oder gar keine Mindestgrößen. Wer die BF-Grenzwerte knapp verfehlt, kann eine Werkfeuerwehr als alternativen Berufseinstieg prüfen.

Wirkt sich die Körpergröße auf das spätere Gehalt aus?
Nein. Die Körpergröße ist ausschließlich eine Eignungsvoraussetzung im Einstellungsverfahren. Das spätere Gehalt richtet sich nach Besoldung bzw. Tarif und ist von der Körpergröße unabhängig — Details dazu liefert der Ratgeber zum Feuerwehr-Gehalt.

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