Körpergröße Berufsfeuerwehr: Mindestgröße nach Bundesland 2026
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Körpergröße Berufsfeuerwehr: Mindestgröße nach Bundesland 2026

Mindestgröße bei der Berufsfeuerwehr: Welche Städte 165 cm verlangen, wo es keine Grenze gibt, und belegte Werte zu BMI und Sehvermögen.

7 Min Lesezeit · Aktualisiert: 23. September 2026

Die Mindestgröße ist eine der wenigen fixen Grenzen beim Einstellungsverfahren der Berufsfeuerwehr. Sie liegt meist bei 165 cm – in einzelnen Städten auch höher. Ausnahmen sind selten, aber möglich. Dieser Artikel erklärt, warum die Größe relevant ist, was bei Unterschreitung gilt und wie BMI und Gewicht bewertet werden.

Wer sich für den feuerwehrtechnischen Dienst bei einer Berufsfeuerwehr (BF) interessiert, stößt in jeder Stellenausschreibung früh auf ein Kriterium, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, aber im Auswahlverfahren hart geprüft wird: die Körpergröße. Betroffen sind alle Bewerberinnen und Bewerber unabhängig vom Geschlecht, unabhängig davon, ob der Weg über eine klassische BF-Ausbildung, einen Quereinstieg aus dem Rettungsdienst oder eine Werkfeuerwehr führt. Die folgenden Abschnitte ordnen ein, woher der Grenzwert kommt, wie er sich zwischen den Bundesländern und einzelnen Städten unterscheidet, welche Optionen bei knapper Unterschreitung bestehen und wie BMI und weitere medizinische Parameter im Rahmen der G26.3-Untersuchung zusammenspielen. Wer sich einen Überblick über weitere Voraussetzungen verschaffen will, findet ergänzend eine Übersicht der Bundesländer mit ihren jeweiligen Besonderheiten im Einstellungsverfahren.

Warum gibt es eine Mindestgröße?

Die Körpergröße ist bei der Berufsfeuerwehr kein willkürlicher Wert — sie hat direkte Auswirkungen auf die Einsatzfähigkeit. Atemschutzgeräte, Schutzkleidung (PSA) und Einstiegsleitern sind auf Standardmaße ausgelegt. Personen unter einer bestimmten Körpergröße können Schwierigkeiten haben:

  • Atemschutzmasken der Größe M/L optimal anzupassen (Undichtigkeiten durch Gesichtsproportionen)
  • Ausrüstungsgegenstände auf Standardlastenträgern zu transportieren
  • Leiternabstände sicher zu überwinden

Gleichzeitig nennen längst nicht alle Wehren eine Mindestgröße: Berlin und Köln etwa führen auf ihren Karriereseiten keine auf, Hamburg spricht nur eine Empfehlung aus.

In der Praxis bedeutet das: Der Grenzwert ist kein Selbstzweck, sondern soll sicherstellen, dass Ausrüstung im Einsatz zuverlässig passt und getragen werden kann. Wer die Anforderung erfüllt, sollte trotzdem nicht davon ausgehen, dass die Mindestgröße das einzige Kriterium ist — sie steht im Auswahlverfahren gleichrangig neben Sporttest, medizinischer Eignung und schriftlicher Prüfung. Ein Blick in die Tabelle unten zeigt, dass sich die konkreten Werte je nach BF unterscheiden, auch wenn 165 cm der am häufigsten genannte Wert ist.

Mindestgröße nach Bundesland / BF

BerufsfeuerwehrMindestgrößeAnmerkung
München165 cm112 Klassisch und 112 Direkt Notfall
Nürnberg165 cm—
Augsburg165 cm—
Dresden165 cmärztlich: 1,65 bis 1,95 m
Leipzig1,65 mAusnahmen in begründeten Einzelfällen möglich
Hamburg165 cm (Empfehlung)FwDV 300 HH empfiehlt 165 bis 195 cm
Berlin, Kölnkeine Angabeauf den Karriereseiten keine Mindestgröße genannt

Angaben ohne Gewähr – immer aktuelle Stellenausschreibung prüfen.

Die Tabelle zeigt, dass sich Bund und Länder in dieser Frage nicht auf einen einheitlichen Wert festgelegt haben — jede Berufsfeuerwehr legt den Grenzwert im Rahmen ihrer eigenen Einstellungsrichtlinien fest, orientiert an der örtlichen Ausrüstung und den Anforderungen des jeweiligen Dienstherrn. 165 cm ist der Wert, den die Städte am häufigsten nennen – Berlin und Köln nennen aber gar keine Mindestgröße, Hamburg spricht nur eine Empfehlung aus, und Leipzig lässt in begründeten Einzelfällen Ausnahmen zu. Wer sich bei mehreren Städten gleichzeitig bewirbt, sollte deshalb jede Ausschreibung einzeln prüfen statt sich auf einen bundesweiten Standardwert zu verlassen. Die Bundesländer-Übersicht hilft dabei, die Einstellungsvoraussetzungen im direkten Vergleich zu sichten.

Was tun, wenn man knapp unter der Mindestgröße liegt?

Wer 163–164 cm misst und die Mindestgrenze von 165 cm knapp verfehlt, hat folgende Optionen:

  • Ausnahme erfragen: Leipzig etwa lässt bei der Mindestgröße in begründeten Einzelfällen Abweichungen zu. Frag bei deiner Wehr nach, ob sie das auch tut.
  • Andere Standorte prüfen: Nicht jede Wehr nennt überhaupt eine Mindestgröße (Berlin, Köln). Im Zweifel: direkt beim Personalamt anfragen.
  • Andere Einstiege prüfen: Viele Wehren haben mehrere Einstiegswege mit eigenen Voraussetzungen – lies die Ausschreibung des jeweiligen Wegs genau.
  • Werkfeuerwehren prüfen: Private Werkfeuerwehren (Industriebetriebe, Flughäfen) haben teils andere oder keine Mindestgrößen — der Berufseinstieg ist dort möglich.

Wichtig für alle vier Optionen: Keine davon ist ein Automatismus. Ein Ausnahmeantrag wird individuell geprüft und hängt stark von der jeweiligen Dienststelle ab, ein Wechsel vom Rettungsdienst in den feuerwehrtechnischen Dienst setzt eigene Sonderregelungen voraus, und auch Werkfeuerwehren definieren ihre Anforderungen selbst. Wer knapp unter der Grenze liegt, profitiert davon, frühzeitig und direkt mit dem Personalamt der jeweiligen Wunsch-BF zu sprechen, statt sich allein auf Informationen aus dem Internet zu verlassen.

BMI und Gewicht

Einen bundesweit einheitlichen BMI-Grenzwert gibt es nicht. Berlin verlangt einen BMI zwischen 18 und 27,5. Hamburg hält einen BMI über 27,5 nach seiner FwDV 300 für unkritisch, wenn die körperliche Leistungsfähigkeit zweifelsfrei gegeben ist. Andere Wehren nennen keinen Wert – laut Ausschreibung und ärztlicher Untersuchung.

Beispiel (rechnerisch): Für eine Person mit 1,65 m Größe entspricht die Berliner Spanne von BMI 18 bis 27,5 einem Körpergewicht von rund 49 bis 75 kg (1,65 × 1,65 × 18 ≈ 49; × 27,5 ≈ 74,9). In Hamburg wäre ein höheres Gewicht nicht automatisch ein Ausschluss, wenn die Leistung stimmt. Die tatsächliche Bewertung erfolgt immer in der ärztlichen Untersuchung.

Praxisbeispiel: G26.3-Untersuchung und Körpermaße

Die ärztliche Untersuchung prüft unter anderem die Atemschutztauglichkeit (G 26.3). Feste Grenzwerte veröffentlichen nur einzelne Wehren – diese Werte sind belegt:

ParameterWas die Wehr nennt
BMIBerlin: 18 bis 27,5; Hamburg (FwDV 300 HH): über 27,5 unkritisch, wenn die körperliche Leistungsfähigkeit zweifelsfrei gegeben ist
KörpergrößeMünchen, Nürnberg, Augsburg, Dresden: mind. 165 cm; Hamburg: 165–195 cm empfohlen
SehvermögenBerlin: unkorrigiert mind. 30 % je Auge; Hamburg: unkorrigiert mind. 0,3/0,3, korrigiert 1,0/0,8, Korrektur höchstens ± 3 Dioptrien
AtemschutzBerlin und München: Anforderungen nach G 26.3

Wer sich unsicher ist, ob er die medizinischen Anforderungen erfüllt, kann sich vorab beim Arbeitsmediziner oder Betriebsarzt untersuchen lassen – so zeigen sich mögliche Ausschlussgründe frühzeitig.

Die Tabelle macht deutlich, dass Körpergröße nur einer von mehreren Parametern ist, die im Rahmen der G26.3-Untersuchung gemeinsam betrachtet werden. Ein knapp erfülltes Größenkriterium nützt wenig, wenn beispielsweise die Lungenfunktion oder das Sehvermögen nicht den Anforderungen entsprechen — und umgekehrt kann eine insgesamt gute gesundheitliche Verfassung bei Grenzwerten wie der Körpergröße mehr Verhandlungsspielraum schaffen, etwa bei einem Ausnahmeantrag. Wer den gesamten Bewerbungsprozess im Blick behalten will, findet im Ratgeber-Magazin weiterführende Beiträge zu Sporttest, Auswahlverfahren und Ausbildung.

Häufige Fragen zur Körpergröße

Zählt die Körpergröße auch für Frauen?
Ja — die Mindestgröße gilt für alle Bewerber, unabhängig vom Geschlecht. Getrennte Mindestgrößen für Frauen nennt keine der Wehren, deren Seiten wir geprüft haben. Maßgebend ist die aktuelle Ausschreibung.

Kann ich meine Körpergröße noch steigern?
Körpergröße ist ab dem Ende der Pubertät (ca. 18–21 Jahre) weitgehend fix. Wer knapp unter der Grenze liegt, kann sie nicht durch Training steigern — aber im Zweifelsfall nochmal sorgfältig messen lassen (Tageszeit, Messstand ohne Schuhe).

Was ist, wenn mich die BF trotz ausreichender Größe wegen meines Gewichts ablehnt?
Übergewicht kann bei der G26.3-Untersuchung zur Nichteignung führen, wenn die Atemschutz-Belastung durch das Körpergewicht nicht mehr sicher getragen werden kann. Hamburg etwa hält einen BMI über 27,5 für unkritisch, wenn die körperliche Leistungsfähigkeit zweifelsfrei gegeben ist; Berlin setzt dagegen eine Obergrenze von 27,5.

Gilt die Mindestgröße auch bei Werkfeuerwehren?
Nicht zwingend. Private Werkfeuerwehren (z.B. bei Industriebetrieben oder Flughäfen) legen ihre Einstellungsvoraussetzungen eigenständig fest und haben teils andere oder gar keine Mindestgrößen. Wer die BF-Grenzwerte knapp verfehlt, kann eine Werkfeuerwehr als alternativen Berufseinstieg prüfen.

Wirkt sich die Körpergröße auf das spätere Gehalt aus?
Nein. Die Körpergröße ist ausschließlich eine Eignungsvoraussetzung im Einstellungsverfahren. Das spätere Gehalt richtet sich nach Besoldung bzw. Tarif und ist von der Körpergröße unabhängig — Details dazu liefert der Ratgeber zum Feuerwehr-Gehalt.

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