Feuerwehr Drehleiter (DLK 23/12): Technik, Einsatz und Anforderungen

Die Drehleiter ist das Wahrzeichen der Feuerwehr – und eines ihrer wichtigsten Rettungsmittel. Die DLK 23/12 rettet Menschen aus bis zu 23 Metern Höhe. Hier erfährst du, wie sie funktioniert, was sie kann und wer sie fährt.

Was bedeutet DLK 23/12?

DLK steht für Drehleiter mit Korb – die Ziffer gibt die Nenngröße an:

  • 23 = Nennrettungshöhe 23 Meter (entspricht ca. 7.–8. Stockwerk)
  • 12 = Nennausladung 12 Meter seitlich (Abstand vom Fahrzeug zur Einsatzstelle)

Technische Daten DLK 23/12 (typisch)

ParameterWert
Fahrzeuglängeca. 10–11 m
Fahrzeuggewicht (zGG)18–26 t
Leiterlänge (ausgezogen)ca. 30 m
Rettungskorb-Traglast270 kg (2 Personen + Feuerwehrangehöriger)
Drehbereich360°, hydraulisch
Aufstellzeitca. 60–90 Sekunden
Betrieb ohne Stützabstützungnicht möglich (Abstützung Pflicht)

Einsatzbereiche

  • Personenrettung: Hauptzweck – Menschen, die über Fenster oder Dach nicht mehr selbst entkommen können
  • Brandbekämpfung von außen: Wasserwerfer im Korb für Hochhausbrand
  • Technische Hilfeleistung: Ableuchtung, Materialtransport in die Höhe
  • Zweiter Rettungsweg: Pflichterfüllung nach Bauordnung für Gebäude ohne zweiten baulichen Rettungsweg

Wer darf die DLK fahren?

Der Maschinist der Drehleiter braucht:

  • Führerschein Klasse C (DLK wiegt über 7,5 t)
  • Lehrgang „Maschinist für Hubrettungsfahrzeuge“ an der Landesfeuerwehrschule
  • Regelmäßige Übungsfahrten und Einweisungen
Pflichtfahrzeug: Gemeinden mit Gebäuden über 8 Meter zweite Rettungsweghöhe müssen laut DIN 14092 eine DLK vorhalten oder durch vertragliche Vereinbarung sicherstellen.
Relevante Fachbegriffe:
  • drehleiter
  • magirus
  • rettungskorb
  • korb
  • feuerwehr
  • fahrgestell
  • dlk
  • leiterpark
  • leitersatz
  • fahrzeuge
  • nennrettungshöhe
  • rosenbauer
  • leiter
  • metern
  • höhe
  • gelenkarm
  • brandbekämpfung
  • baujahr

Häufige Fragen

Kann die DLK auch bei Wind eingesetzt werden?

Ja, bis Windstärke 6 (ca. 12 m/s) ist der Betrieb möglich. Bei höheren Windgeschwindigkeiten wird der Korbbetrieb aus Sicherheitsgründen eingestellt.

Warum steht DLK – nicht einfach Drehleiter?

Die ältere Drehleiter ohne Korb (DL) gibt es noch in einigen Wehren. Das DLK-Kürzel kennzeichnet explizit das Vorhandensein des Rettungskorbs, der heute Standard ist.

Drehleiter-Typen und ihre Unterschiede

TypArbeitshöheRettungsbereichBesatzung
DL 1616 mbis ca. 5. OG1/1
DLK 23-1223 mca. 7.–8. OG1/2
DLK 3030 mca. 9.–10. OG1/2
TM 50 (Teleskopmast)50 mca. 15. OG1/2

Die DLK 23-12 ist der Standard für die meisten deutschen BFs. „23-12“ bedeutet: 23 Meter Arbeitshöhe (Korbmitte), 12 % Geländeneigung ausgleichbar.

Wo kommt die Drehleiter, wo nicht?

Die Drehleiter ist kein Allheilmittel — es gibt physikalische und praktische Grenzen:

  • Voraussetzung Stellfläche: Das Fahrzeug (ca. 18–22 t) braucht feste, ausreichend große Standfläche. Enge Gassen, Gehwegplatten oder weicher Untergrund schließen den DL-Einsatz aus
  • Seitenabstand zum Gebäude: Mind. 3–5 m freie Fläche zwischen Fahrzeug und Wand nötig
  • Hindernisse: Bäume, Stromleitungen, Balkone können den Korbweg blockieren
  • Alternative: Steckleiter (bis 3. OG) oder tragbare Schiebleiter (bis 4. OG)

Häufige Fragen zur Drehleiter

Braucht man eine besondere Ausbildung für die Drehleiter?
Ja — Drehleitermaschinisten müssen eine spezielle Ausbildung absolvieren (Maschinistenausbildung Drehleiter, teils als eigener Lehrgang). Dazu kommt die Fahrausbildung für das Großfahrzeug (Klasse C) und regelmäßige Übungen. Nicht jeder BF-Beamte ist Drehleitermaschinst.

Wie wird die Drehleiter bei einem Hochhausbrand eingesetzt?
Bei einem Hochhausbrand (>7. OG) reicht die DLK 23-12 meist nicht. Dann kommen Teleskopmaste (30–50 m) oder der Innenangriff über Treppenhaus zum Einsatz. Die DL sichert dann den äußeren Löscheinsatz und die Evakuierung unterer Stockwerke.

Was kostet eine Drehleiter und wie oft wird sie getauscht?
Neupreis DLK 23-12: ca. 600.000–900.000 €. Nutzungsdauer: ca. 20–25 Jahre. Wartungskosten jährlich: ca. 20.000–40.000 €. Die Drehleiter ist nach dem Teleskopmast das teuerste Fahrzeug im BF-Fuhrpark.

Mehr Ratgeber rund um die Feuerwehr

Gehalt, Bewerbung, Ausbildung und Technik – alles auf einem Portal.

Alle Ratgeber →
Nach oben scrollen