Feuerwehr Lehrgänge: Welche gibt es?
Karriere & Weiterbildung · 8. Juni 2026

Feuerwehr Lehrgänge: Welche gibt es?

7 Min Lesezeit · Aktualisiert: 9. Juli 2026

Die Feuerwehr setzt auf ein strukturiertes Lehrgangsystem. Vom Truppführer bis zum Verbandsführer — jede Führungsebene erfordert spezifische Lehrgänge. Hier sind alle wichtigen Kurse mit Inhalten und Voraussetzungen.

Wer sich für den Feuerwehrdienst entscheidet — ob bei der freiwilligen Feuerwehr oder in einer Laufbahn bei der Berufsfeuerwehr — durchläuft ein mehrstufiges Ausbildungssystem, das genau festlegt, welche Qualifikation für welche Aufgabe erforderlich ist. Diese Seite richtet sich an angehende und aktive Feuerwehrangehörige, die wissen möchten, welcher Lehrgang als Nächstes ansteht, wie lange er dauert und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Wer sich gerade erst für den Weg zum Feuerwehrmann interessiert, findet hier bereits einen Ausblick auf die Lehrgänge, die nach der Grundausbildung folgen. Im Folgenden werden die Führungslehrgänge, die technischen Speziallehrgänge sowie die getrennten Stufenleitern von Berufs- und freiwilliger Feuerwehr erklärt — inklusive eines Rechenbeispiels und Antworten auf die häufigsten Fragen dazu, wer die Kosten trägt und wo die Lehrgänge stattfinden.

Übersicht der Führungslehrgänge

Die folgende Tabelle zeigt die klassische Führungslaufbahn, wie sie bundesweit an den Landesfeuerwehrschulen vermittelt wird. Die Reihenfolge ist dabei bindend: Ohne den vorherigen Lehrgang und die dort geforderte Praxiszeit kann kein Aufstieg in die nächste Führungsebene erfolgen. Wichtig für die Einordnung: Die genannten Dauern sind reine Präsenzzeiten am Lehrgangsort — die tatsächliche Zeit bis zur nächsten Ebene verlängert sich durch die geforderten Praxisjahre zwischen den Lehrgängen deutlich.

LehrgangZielDauerVoraussetzung
TruppführerlehrgangFührung einer 3-köpfigen Gruppe1 WocheGrundausbildung
GruppenführerlehrgangFührung einer Staffel/Gruppe2 WochenTruppführer + Praxis
ZugführerlehrgangFührung eines Löschzugs2 WochenGruppenführer + 2 Jahre
VerbandsführerlehrgangFührung mehrerer Züge2 WochenZugführer + gehobener Dienst
Lehrgang Führungs- & LagezentrumEinsatzleitung LeitstellevariabelZugführer

In der Praxis unterscheidet sich der Zugang zu diesen Lehrgängen je nach Bundesland leicht — manche Landesfeuerwehrschulen verlangen zusätzlich eine Empfehlung des Kreis- oder Stadtfeuerwehrverbands, bevor ein Platz vergeben wird. Wer die komplette Stufenleiter der Feuerwehrausbildung plant, sollte die Wartezeiten zwischen den Lehrgängen von Anfang an einkalkulieren, da Plätze an den Landesfeuerwehrschulen begrenzt sind und oft mit Vorlauf beantragt werden müssen.

Technische Speziallehrgänge

Neben der reinen Führungslaufbahn gibt es eine Reihe technischer Speziallehrgänge, die unabhängig von der Führungsebene belegt werden können und oft parallel zur eigentlichen Karriere absolviert werden. Sie vermitteln Fachwissen für konkrete Einsatzszenarien — vom Innenangriff mit Atemschutzgerät bis zur Wasser- und Höhenrettung. Welche dieser Lehrgänge angeboten werden, hängt stark von der Ausstattung und den Einsatzschwerpunkten der jeweiligen Feuerwehr ab: Eine Feuerwehr an einem großen Fluss wird die Wasserrettung intensiver ausbilden als eine Feuerwehr im Flachland ohne größere Gewässer.

LehrgangInhalt
AtemschutzgeräteträgerlehrgangPA-Gerät, Atemschutzübungsstrecke
MaschinistenlehrgangBedienung von Löschfahrzeugen
DrehleitermaschinistenlehrgangBedienung Drehleiter
CBRN-LehrgangGefahrstoffe: Chemie, Biologie, Radioaktivität
WasserrettungslehrgangRettung aus/an Gewässern
HöhenrettungslehrgangAbseilsysteme, Klettertechnik
Notfallsanitäter-Ausbildung3 Jahre (inkl. Praktika)

Diese Lehrgänge sind bewusst modular aufgebaut: Ein Atemschutzgeräteträger muss nicht zwingend auch Maschinist sein, viele aktive Kräfte sammeln aber im Laufe der Jahre mehrere dieser Zusatzqualifikationen. Für alle, die konkret in Richtung Atemschutz planen, lohnt sich ein Blick in die vertiefenden Inhalte der Ausbildung, bevor der eigentliche Lehrgang gebucht wird.

Wer trägt die Lehrgangskosten?

Für Berufsfeuerwehrbeamte trägt der Dienstherr alle Lehrgangskosten. Reisekosten werden nach dem Bundesreisekostengesetz oder dem jeweiligen Landesrecht erstattet. Übernachtung und Verpflegung an Landesfeuerwehrschulen sind in der Regel inbegriffen.

Die Lehrgangsleiter bei der Berufsfeuerwehr

Die Feuerwehrausbildung folgt einer klar definierten Stufenleiter — jeder Lehrgang baut auf dem vorherigen auf:

Lehrgang (BF)DauerVoraussetzungBerechtigung
B1: Grundlehrgang (Brandmeisteranwärter)18 MonateEinstellungBeamter im mittleren Dienst
Truppführer2 WochenB1 + PraxisTruppführung
Gruppenführer2 WochenTruppführer + 2 JahreGruppenführung
Zugführer2 WochenGruppenführerZugführung
FH-Studium (LG2)3 JahreAufstiegauswahlBrandinspektor A10

Bei der Berufsfeuerwehr beginnt die Laufbahn mit dem 18-monatigen Grundlehrgang (B1), der zur Einstellung im mittleren Dienst führt. Erst danach folgen die eigentlichen Führungslehrgänge, die inhaltlich weitgehend denen der freiwilligen Feuerwehr entsprechen, aber im engeren zeitlichen Rahmen der hauptamtlichen Laufbahn absolviert werden. Wer nach dem gehobenen Dienst strebt, benötigt zusätzlich das mehrjährige FH-Studium, das erst nach erfolgreicher Aufstiegsauswahl offensteht.

Die Lehrgangsleiter bei der freiwilligen Feuerwehr

Lehrgang (FF)DauerVoraussetzungBerechtigung
Truppmann Teil 1 (TM1)mind. 70 Std.Grundlagen Einsatzdienst
Truppmann Teil 2 (TM2)mind. 80 Std. (über 2 Jahre)TM1Vollständiger Truppmann
Atemschutzgeräteträger (AGT)35 Std.TM2, Mindestalter 18Innenangriff mit ASG
Truppführer (TrFü)35 Std.TM2 + 2 Jahre aktivTruppführung
Gruppenführer (GrFü)70 Std.TrFü + mind. 2 JahreGruppenführung im Einsatz
Zugführer (ZFü)70 Std.GrFü + mind. 3 JahreZugführung

Bei der freiwilligen Feuerwehr wird die Ausbildung in Unterrichtsstunden statt in Wochen angegeben, da die Lehrgänge meist berufsbegleitend an Wochenenden oder Abenden stattfinden. Die Stundenangaben sind Mindestwerte — je nach Bundesland und Kreisfeuerwehrverband können einzelne Lehrgänge auch etwas länger ausfallen. Zwischen den Ebenen liegen zudem geforderte Praxisjahre, in denen die jeweilige Funktion tatsächlich im Einsatzdienst ausgeübt werden muss, bevor der nächste Lehrgang begonnen werden darf.

Beispiel (Näherungswert): Eine Truppfrau schließt TM1 mit 70 Stunden und anschließend TM2 mit weiteren mindestens 80 Stunden ab — macht 150 Stunden reine Ausbildungszeit für den vollständigen Truppmann-Status. Möchte sie danach den Truppführerlehrgang (35 Std.) absolvieren, kommen nach mindestens zwei Jahren aktivem Dienst weitere 35 Stunden hinzu: in Summe rund 185 Stunden Lehrgangszeit bis zur Truppführung, zuzüglich der geforderten Wartejahre zwischen den Stufen. Die tatsächliche Dauer bis zum Abschluss hängt von der Terminplanung der Kreisfeuerwehrzentren und Landesfeuerwehrschulen ab.

Wo werden die Lehrgänge absolviert?

Die Ausbildungsebenen sind gestaffelt:

  • Intern (Ortsebene): TM1, interne Unterweisungen, Gerätekunde
  • Kreisebene / Stadtebene: TM2, AGT, TrFü — meist an Kreisfeuerwehrzentren
  • Landesfeuerwehrschule: GrFü, ZFü, Sonderlehrgänge (CBRN, Hochwasser, etc.)
  • Bund (THW, Bundesakademie): Überörtliche Speziallehrgänge

Diese Staffelung bedeutet in der Praxis: Je höher die angestrebte Führungsebene, desto weiter muss meist gereist werden — von der eigenen Ortswehr über das Kreisfeuerwehrzentrum bis zur zentralen Landesfeuerwehrschule. Wer sich einen Gesamtüberblick über alle Stationen der Laufbahn verschaffen möchte, findet weiterführende Inhalte im Magazin rund um Ausbildung und Karriere bei der Feuerwehr.

Häufige Fragen zu Feuerwehr-Lehrgängen

Muss ich alle Lehrgänge in Reihenfolge machen?

Ja — die Stufenleiter ist Pflicht. Man kann nicht direkt zum Gruppenführer ohne vorherige Truppführer-Ausbildung. Die Reihenfolge ist durch FwDV 2 (Feuerwehr-Dienstvorschrift 2) geregelt und gilt bundesweit.

Werden Lehrgänge zwischen Bundesländern anerkannt?

Größtenteils ja — Grundlehrgänge wie TM1, TM2, AGT werden bundesweit gegenseitig anerkannt. Führungslehrgänge (GrFü, ZFü) müssen manchmal bei einem Wohnortwechsel an der neuen Landesfeuerwehrschule ergänzt werden — beim Kreisfeuerwehrverband nachfragen.

Kostet mich der Lehrgang etwas?

Für die freiwillige Feuerwehr: In der Regel nein — Lehrgänge, Unterkunft und Verpflegung an Landesfeuerwehrschulen werden vom Dienstgeber (Gemeinde) oder Bundesland übernommen. Für die Berufsfeuerwehr gilt dasselbe: Ausbildungskosten trägt der Dienstherr vollständig.

Wie unterscheidet sich die Lehrgangsdauer bei Berufsfeuerwehr und freiwilliger Feuerwehr?

Bei der Berufsfeuerwehr werden Führungslehrgänge in Wochen angegeben (jeweils 2 Wochen für Truppführer, Gruppenführer und Zugführer), da die Lehrgänge im Rahmen der hauptamtlichen Dienstzeit als Vollzeit-Präsenzblock stattfinden. Bei der freiwilligen Feuerwehr werden dieselben Ebenen in Unterrichtsstunden gezählt (z. B. 35 Std. für Truppführer, 70 Std. für Gruppenführer), da die Ausbildung dort berufsbegleitend über mehrere Termine verteilt ist.

Wo finden die höheren Führungslehrgänge statt?

Gruppenführer-, Zugführer- und Sonderlehrgänge wie CBRN oder Hochwassereinsatz finden an der Landesfeuerwehrschule statt. Überörtliche Speziallehrgänge, etwa im Zusammenhang mit dem THW oder der Bundesakademie, werden auf Bundesebene angeboten. Grundlagenlehrgänge wie TM1 laufen dagegen direkt vor Ort auf Ortsebene.

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