Feuerwehr Karriere: Aufstieg von A7 bis A16
Karriere & Weiterbildung · 8. Juni 2026

Feuerwehr Karriere: Aufstieg von A7 bis A16

7 Min Lesezeit · Aktualisiert: 9. Juli 2026

Die Feuerwehr-Karriere verläuft strukturiert entlang der Laufbahngruppen: Mittlerer Dienst (A7–A9), gehobener Dienst (A10–A13) und höherer Dienst (A13–B2). Der Weg ist planbar — aber er erfordert Engagement, Weiterbildung und manchmal den Mut zum Studium.

Wer heute in den Feuerwehrdienst einsteigt, startet in aller Regel im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst als Brandmeister (A7) und durchläuft danach mehrere klar definierte Stufen. Wie schnell es auf der Karriereleiter nach oben geht, hängt von drei Faktoren ab: der persönlichen Leistung und Beurteilung, den freien Planstellen beim jeweiligen Dienstherrn sowie der Bereitschaft, sich weiterzubilden oder ein Studium anzuschließen. Dieser Ratgeber zeigt die Stufen von A7 bis A16 im Überblick, erklärt die Wege in den gehobenen und höheren Dienst und ordnet ein, welche Faktoren die Beförderung tatsächlich beschleunigen. Wer sich zusätzlich für die konkrete Feuerwehr-Gehalt-Situation in den einzelnen Stufen interessiert oder noch am Anfang steht und wissen möchte, wie man überhaupt Feuerwehrmann wird, findet dazu ergänzende Ratgeber auf diesem Portal.

Karriereleiter: Schritt für Schritt

PhaseDienstgradBesoldungVoraussetzung
EinstiegBrandmeisterA72-jährige Ausbildung
Nach 3 JahrenOberbrandmeisterA8Beurteilung + Planstelle
Nach 7 JahrenHauptbrandmeisterA9Beurteilung + Planstelle
Aufstieg geh. DienstBrandinspektorA10Aufstiegsstudium / Direktstudium
FührungslaufbahnBrandamtmann/-frauA12Bewährung + Beurteilung
Höherer DienstBrandratA13Masterstudium / Aufstieg
AmtsleitungBranddirektor/inA15–B2Ausschreibung / Wahl

Diese Übersicht zeigt den typischen Verlauf, wie er in vielen Feuerwehren in Deutschland zu finden ist — die genauen Bezeichnungen der Dienstgrade und die exakten Wartezeiten unterscheiden sich aber von Bundesland zu Bundesland und teils sogar zwischen einzelnen Kommunen, da die Besoldung und die Laufbahnverordnungen Ländersache sind. Wichtig beim Lesen der Tabelle: Die Spalte „Nach X Jahren“ ist ein grober Richtwert, kein Automatismus — eine Beförderung setzt zusätzlich immer eine freie Planstelle und eine positive Beurteilung voraus. Praktisch heißt das: Zwei Kolleginnen mit identischer Dienstzeit können unterschiedlich schnell aufsteigen, wenn bei einer Feuerwehr mehr Planstellen im gehobenen Dienst frei werden als bei einer anderen.

Aufstieg aus dem mittleren Dienst

Es gibt mehrere Wege in den gehobenen Dienst:

  1. Interner Aufstieg: Auswahlverfahren → 2-jähriges Aufstiegsstudium → A10
  2. Direkteinstieg: eigener Bachelor + Vorbereitungsdienst gehobener feuerwehrtechnischer Dienst (z. B. IdF NRW) oder — in einzelnen Ländern — duales Studium wie „112 Dual“ der Berliner Feuerwehr (BHT) → Einstieg A10
  3. Praxisaufstieg: In manchen Bundesländern nach besonders langer Bewährung

Für viele Feuerwehrleute im mittleren Dienst ist der interne Aufstieg der naheliegendste Weg, weil er direkt aus der bestehenden Tätigkeit heraus möglich ist: Nach einem Auswahlverfahren folgt ein Aufstiegsstudium, danach der Sprung in die Laufbahngruppe 2. Wer bereits vor dem Feuerwehreinstieg ein Studium abgeschlossen hat oder ein duales Studium mit Feuerwehrbezug anstrebt, kann alternativ direkt in den gehobenen Dienst einsteigen, ohne zuvor Jahre im mittleren Dienst zu verbringen. Welcher Weg passt, hängt stark von der persönlichen Lebenssituation ab — Fragen rund um die passende finanzielle und soziale Absicherung während einer solchen Umstiegsphase lassen sich am besten individuell klären.

Was beschleunigt den Aufstieg?

  • Freiwillige Übernahme besonderer Aufgaben (Ausbilder, Sicherheitsbeauftragter)
  • Zusatzqualifikationen (Rettungsassistent, Notfallsanitäter, Fachberater CBRN)
  • Gute dienstliche Beurteilungen (wichtigstes Kriterium)
  • Studium oder Fachhochschule neben dem Dienst

Diese Punkte lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: Dinge, die die eigene Beurteilung verbessern (Zusatzaufgaben, Zusatzqualifikationen), und Dinge, die formal die Tür zur nächsten Laufbahngruppe öffnen (Studium, Aufstiegslehrgang). Wer beides kombiniert — sich also engagiert und gleichzeitig die formalen Voraussetzungen für den nächsten Schritt schafft —, hat erfahrungsgemäß die besten Chancen auf einen zügigen Aufstieg.

Die Laufbahn Schritt für Schritt

Die Karriere bei der Berufsfeuerwehr ist klar strukturiert — aber die Zeitspannen zwischen den Stufen variieren je nach Dienstherr und persönlicher Leistung:

StufeBesoldungTypische WartezeitVoraussetzung
EinstiegA7Bestandene Grundausbildung
OberbrandmeisterA83–5 JahreZeit + Beurteilung
HauptbrandmeisterA9m5–10 Jahre (A8→A9m)Zeit + Beurteilung
BrandinspektorA10Direkteinstieg LG2 oder AufstiegFH-Abschluss / Aufstiegslehrgang
BrandoberinspektorA113–5 Jahre ab A10Beurteilung + Stelle frei
BrandamtmannA123–5 Jahre ab A11Stelle frei
BrandamtsratA12/A13Stelle frei (Abteilungsleiter-Ebene); Spitzenamt gehobener Dienst: Brandoberamtsrat (A13)
Leitende FunktionA14–A16Wachabteilungsleiter, Sachgebietsleiter, Branddirektor

Der wichtigste Sprung ist A9m → A10: Ohne LG2 oder Aufstieg bleibt die Karriere bei A9m stehen. Mit LG2 öffnen sich A10 bis A16.

Beispiel (Näherungswert): Eine angehende Brandmeisterin startet mit A7. Nach rund 4 Jahren erreicht sie — im mittleren Bereich der Spanne von 3–5 Jahren — die Stufe Oberbrandmeister (A8). Von dort dauert es laut Tabelle weitere 5–10 Jahre bis A9m; nimmt man den unteren Wert von 5 Jahren an, steht sie nach insgesamt rund 9 Dienstjahren als Hauptbrandmeisterin bei A9m. Entscheidet sie sich anschließend für den internen Aufstieg mit dem 2-jährigen Aufstiegsstudium, erreicht sie rein rechnerisch nach etwa 11 Jahren Gesamtdienstzeit die Stufe A10 im gehobenen Dienst. Dies ist ein Rechenbeispiel auf Basis der oben genannten Richtwerte — die tatsächliche Dauer hängt immer von freien Planstellen und der individuellen Beurteilung ab.

Wie beeinflusst die Beurteilung die Karriere?

Beförderungen sind nicht automatisch — sie hängen von:

  • Freien Stellen im nächsthöheren Amt (Stellenplan der Gemeinde)
  • Dienstlicher Beurteilung (in Bayern nach einem Punktesystem von 1 bis 16 Punkten; wer im Gesamturteil vorne liegt, wird bevorzugt befördert)
  • Dienstzeit in der aktuellen Stelle (Mindestwartezeiten, je nach Bundesland 3–5 Jahre)

Wer dauerhaft mittelmäßige Beurteilungen erhält, stagniert bei A8–A9. Top-Beurteilungen bei jeder Beurteilungsrunde beschleunigen den Aufstieg erheblich.

Der Stellenplan der Gemeinde ist dabei oft der unterschätzte Faktor: Selbst mit einer Top-Beurteilung kann eine Beförderung ausbleiben, wenn schlicht keine Planstelle im nächsthöheren Amt frei ist. Umgekehrt kann bei günstiger Stellenlage auch eine solide, nicht überragende Beurteilung für den nächsten Schritt ausreichen. Wer die eigene Karriereplanung ernst nimmt, sollte deshalb sowohl die eigene Leistung als auch die Personalsituation bei der eigenen Feuerwehr im Blick behalten — Rückfragen bei der Personalabteilung oder im Personalrat schaffen hier oft Klarheit. Einen Überblick über alle Dienstgrade und die dazugehörigen Laufbahnabschnitte bietet zudem der Artikel im Magazin dieses Portals.

Häufige Fragen zur BF-Karriere

Wie lange dauert es, bis ich Gruppenführer bin?

Typisch 5–8 Jahre: Nach 2–3 Jahren A7 Gruppenführer-Lehrgang, dann Wartezeit bis eine Gruppenführerstelle frei wird. Die Laufzeit hängt stark von der Größe der BF ab — in großen BFs (Köln, Hamburg) dauert es kürzer als in kleineren.

Kann ich bei A9m aufhören und nicht nach LG2 streben?

Ja — A9m Hauptbrandmeister ist eine vollwertige Stelle und der natürliche Endpunkt der LG1-Karriere. Viele Feuerwehrleute sind damit zufrieden und schätzen die operative Nähe zum Einsatz, die LG2-Offiziere oft verlieren.

Was ist der Unterschied zwischen Laufbahn und Besoldung?

Laufbahn bezeichnet den Karriereweg (LG1, LG2), Besoldung die Gehaltsgruppe (A7, A10). Man kann in LG1 bis A9m steigen (5 Gehaltsgruppen) — in LG2 von A10 bis A16 (7 Gruppen). Das Besoldungsendniveau in LG2 ist deutlich höher.

Was ist ein Aufstiegsstudium und wie lange dauert es?

Das interne Aufstiegsstudium führt Beamte aus dem mittleren in den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst und dauert laut Übersicht rund 2 Jahre. Voraussetzung ist ein erfolgreiches Auswahlverfahren; nach Abschluss erfolgt der Einstieg in A10.

Warum bekomme ich trotz guter Beurteilung keine Beförderung?

Neben der Beurteilung entscheidet auch der Stellenplan der Gemeinde mit: Ist im nächsthöheren Amt keine Planstelle frei, kann eine Beförderung trotz guter Bewertung ausbleiben. Zusätzlich gelten je nach Bundesland Mindestwartezeiten von 3–5 Jahren in der aktuellen Stelle.

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