Brandschutzbeauftragter: Ausbildung, Aufgaben & Verdienst 2026

Der Brandschutzbeauftragte ist die zentrale Sicherheitsfachkraft für vorbeugenden Brandschutz in Unternehmen. Für Feuerwehrbeamte im Wechselschichtdienst kann diese Zusatzqualifikation eine attraktive Nebenbeschäftigung oder Anschlusskarriere sein.

Rechtsgrundlagen

Eine gesetzliche Pflicht zum Brandschutzbeauftragten ergibt sich aus mehreren Quellen:

  • § 23 ArbSchG — Arbeitgeber muss ausreichende Brandschutzmaßnahmen sicherstellen
  • ASR A2.2 — Konkrete Pflicht zum BSB ab bestimmten Betriebsgrößen / -arten
  • Landesbauordnungen — bei Sonderbauten (Hochhäuser, Kliniken, Versammlungsstätten)
  • DGUV Regel 205-003 — Ausbildungsstandard für Brandschutzbeauftragte

Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten

AspektDetails
Dauer64–72 Unterrichtseinheiten (Grundlehrgang) + 16 UE Wiederholung alle 3 Jahre
Anbietervfdb, TÜV, DEKRA, IHK, Feuerwehr-Akademien
Kostenca. 1.200–2.500 € (Arbeitgeber trägt i.d.R. die Kosten)
AbschlussZertifikat nach vfdb-Richtlinie 12-09/01
VoraussetzungenBerufliche Erfahrung im Brandschutz von Vorteil, keine gesetzlich vorgeschrieben

Feuerwehr-Vorkenntnisse als Vorteil

Anrechnung: Viele Ausbildungsträger erkennen Feuerwehrfachwissen an. Brandmeldeanlagen, Löschsysteme, Evakuierungsplanung — das alles bringen aktive Feuerwehrbeamte aus dem Dienstalltag mit.

Aufgaben im Betrieb

  • Brandschutzordnung (Teil A, B, C) erstellen und aktualisieren
  • Begehungen und Mängelberichte
  • Brandschutzunterweisung der Belegschaft
  • Evakuierungsübungen planen und leiten
  • Ansprechpartner für Behörden und Versicherer
  • Koordination mit Brandschutzbehörde und Feuerwehr

Verdienst / Nebentätigkeit

TätigkeitVergütung (ca.)
Festanstellung (Vollzeit-BSB)3.500–5.500 € brutto/Monat
Externer BSB (Beratungsauftrag)80–150 € netto/Stunde
Nebentätigkeit für BF-Beamtegenehmigungspflichtig nach Nebentätigkeitsrecht (LBG)

Karrierepfad für Feuerwehrbeamte

Viele Feuerwehrbeamte erwerben die BSB-Qualifikation während des aktiven Dienstes und starten nach der Pensionierung als externe Brandschutzberater. Das Netzwerk aus Feuerwehr, Versicherungen und Behörden ist dabei ein unschätzbarer Vorteil.

Wer muss einen Brandschutzbeauftragten bestellen?

Nicht jedes Unternehmen ist verpflichtet — aber viele:

Unternehmen / EinrichtungPflicht?Grundlage
Krankenhäuser und PflegeheimeJaLandesbauordnungen
Versammlungsstätten (>200 Pers.)JaVersammlungsstättenverordnung
Betriebe mit erhöhtem Brandrisiko (Chemie, Holz)JaBerufsgenossenschaftliche Vorschriften
Bürogebäude (Standard)Empfohlen, nicht PflichtASiG
Öffentliche GebäudeJe nach BundeslandLandesrecht

Was kostet die Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten?

Anbieter: TÜV, DEKRA, vfdb, Feuerwehrschulen. Preise:

  • Grundlehrgang (5 Tage): ca. 1.200–2.000 € (inkl. Zertifikat)
  • Fortbildung (alle 3 Jahre, 2 Tage): ca. 400–700 €
  • Kostentragung: Arbeitgeber muss Ausbildung bezahlen — keine Eigenkosten für den Beschäftigten

Häufige Fragen zum Brandschutzbeauftragten

Kann ich als Feuerwehrmann automatisch Brandschutzbeauftragter werden?
Nicht automatisch — Feuerwehrerfahrung wird anerkannt und teils auf den Lehrgang angerechnet, aber ein separates Zertifikat ist notwendig. Die Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten nach vfdb-Richtlinie 12-09/01 ist der anerkannte Standard.

Wie viel verdient ein Brandschutzbeauftragter?
Interne BSB: Gehaltszulage von ca. 150–400 €/Monat zusätzlich zur Grundposition. Externe BSB-Dienstleister: 400–800 €/Tag als Tageshonorar. Festangestellt in der Industrie: BSB als Haupttätigkeit kommt auf 45.000–65.000 €/Jahr brutto.

Unterscheidet sich der Brandschutzbeauftragte vom Brandschutzingenieur?
Ja — der Brandschutzbeauftragte operiert operativ im Unternehmen (Kontrollen, Unterweisungen, Notfallplanung). Der Brandschutzingenieur plant und konzipiert (Brandschutzkonzept für Gebäude, Gutachten). Beide können sich ergänzen — in großen Unternehmen gibt es teils beide Funktionen.

Tipp: Als Feuerwehrbeamter hast du Anspruch auf Beihilfe — eine private Krankenversicherung (PKV) kann deine Absicherung optimal ergänzen. Mehr zur PKV für Feuerwehrbeamte →
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