
Feuerwehrknoten & Stiche: Die wichtigsten erklärt
Knoten und Stiche gehören zum Grundhandwerk jeder Feuerwehrausbildung. Sie sichern Geräte, Personen und Lasten. Dieser Überblick zeigt die wichtigsten Feuerwehrknoten und wofür sie verwendet werden.
Egal ob Truppmann-Grundausbildung, Jugendfeuerwehr oder Auffrischung im aktiven Dienst: Wer bei einem Einsatz schnell und sicher Geräte anschlagen, eine Leiter hochziehen oder eine Leine sichern muss, kommt an den klassischen Feuerwehrknoten nicht vorbei. Anders als beim Segeln oder Klettern zählt bei der Feuerwehr vor allem, dass ein Knoten unter Zeitdruck, mit Handschuhen und notfalls in Dunkelheit sicher sitzt – und sich danach wieder lösen lässt, ohne dass die Leine beschädigt wird. Dieser Ratgeber stellt die wichtigsten Knoten aus der Ausbildung vor, erklärt ihre typischen Einsatzzwecke und ordnet ein, worauf es beim Üben wirklich ankommt. Wer sich grundsätzlicher für den Ablauf der Feuerwehrausbildung und die Laufbahn interessiert, findet dazu weiterführende Beiträge im Feuerwehr-Magazin.
Die wichtigsten Feuerwehrknoten
Die folgende Übersicht fasst die Knoten zusammen, die in nahezu jeder Grundausbildung vorkommen. Die konkrete Reihenfolge und Prüfungsanforderungen können sich von Bundesland zu Bundesland und je nach Feuerwehrschule leicht unterscheiden, das grundlegende Repertoire ist jedoch bundesweit vergleichbar, da es sich an den Standards der Feuerwehr-Dienstvorschriften orientiert. Wichtig ist weniger, möglichst viele Knoten zu kennen, als die zentralen Knoten wirklich blind zu beherrschen.
| Knoten | Verwendung |
|---|---|
| Mastwurf | Befestigen von Geräten, Anschlagen von Leinen |
| Doppelter Ankerstich | Befestigen am Festpunkt, schnell zu lösen |
| Spierenstich | Sicherungsknoten gegen Aufgehen anderer Knoten |
| Zimmermannsschlag | Hochziehen langer Lasten (z. B. Leitern) |
| Brustbund / Rettungsknoten | Sichern von Personen (historisch) |
| Halbmastwurf (HMS) | dynamisches Sichern mit Karabiner |
Beim Lesen der Tabelle lohnt sich der Blick auf den Verwendungszweck: Manche Knoten dienen dem reinen Befestigen von Geräten (Mastwurf, doppelter Ankerstich), andere sichern zusätzlich gegen ein versehentliches Aufgehen (Spierenstich), wieder andere sind auf das kontrollierte Hochziehen schwerer oder langer Lasten ausgelegt (Zimmermannsschlag). Der Halbmastwurf nimmt eine Sonderstellung ein, da er nicht primär dem Anschlagen von Geräten dient, sondern als dynamisches Sicherungsmittel mit Karabiner eingesetzt wird, ähnlich wie in der Bergrettung. Der Brustbund gilt in vielen Ausbildungen mittlerweile eher als historischer Bezugspunkt, da für das Sichern von Personen heute meist genormte Rettungsgurte und Auffangsysteme vorgesehen sind.
Der Mastwurf — der wichtigste Knoten
Der Mastwurf ist der Allrounder der Feuerwehr: Mit ihm werden Saugkörbe, Strahlrohre oder Werkzeuge an der Feuerwehrleine befestigt und hochgezogen. Er lässt sich auch unter Belastung legen und wieder lösen.
Sein großer Vorteil in der Praxis: Der Mastwurf lässt sich mit einer Hand am Gerät vorbereiten und dann erst am Festpunkt oder Karabiner schließen, was bei beengten Platzverhältnissen im Treppenraum oder am Fenster viel Zeit spart. Weil er sich auch nach starker Belastung noch lösen lässt, wird er dem einfachen Halbschlag meist vorgezogen, wenn ein Gerät später schnell wieder abgenommen werden muss.
Die Feuerwehrleine
Die genormte Feuerwehrleine (FwL) ist 30 m lang, reißfest und wird im Leinenbeutel mitgeführt. Sie dient zum Hochziehen von Geräten, zur Absturzsicherung und zum Halten von Personen.
Beispiel (Näherungswert): Ein Trupp muss eine Kübelspritze über eine tragbare Leiter in den zweiten Stock hochziehen. Zunächst wird das Gerät mit einem Mastwurf sicher an der 30 m langen Feuerwehrleine befestigt, ein zusätzlicher Spierenstich sichert den Mastwurf gegen unbeabsichtigtes Aufgehen. Anschließend zieht der Trupp die Leine kontrolliert über den Treppenraum oder am Fenster nach oben. Dieses Zusammenspiel aus zwei Knoten – Befestigen und Sichern – zeigt beispielhaft, warum in der Ausbildung nicht nur einzelne Knoten, sondern auch deren Kombination geübt wird.
Häufige Fragen zu Feuerwehrknoten & Stichen
Welcher Feuerwehrknoten ist der wichtigste?
Der Mastwurf gilt als wichtigster und am häufigsten verwendeter Feuerwehrknoten, da er zum Befestigen von Geräten und zum Anschlagen von Leinen dient und sich auch unter Belastung wieder lösen lässt.
Wofür wird der doppelte Ankerstich verwendet?
Der doppelte Ankerstich dient dem Befestigen am Festpunkt und ist so ausgelegt, dass er auch nach Belastung schnell wieder gelöst werden kann.
Was ist der Unterschied zwischen Mastwurf und Spierenstich?
Der Mastwurf befestigt ein Gerät oder eine Leine am Festpunkt, während der Spierenstich als reiner Sicherungsknoten dient, der verhindert, dass sich ein anderer Knoten ungewollt öffnet.
Wie lang ist eine genormte Feuerwehrleine?
Die genormte Feuerwehrleine (FwL) ist 30 m lang, reißfest und wird im Leinenbeutel mitgeführt. Sie wird zum Hochziehen von Geräten, zur Absturzsicherung und zum Halten von Personen eingesetzt.
Wofür wird der Halbmastwurf (HMS) eingesetzt?
Der Halbmastwurf wird für das dynamische Sichern mit Karabiner verwendet, etwa wenn eine kontrollierte, bremsende Sicherung benötigt wird statt einer starren Befestigung.
Muss ich in der Ausbildung alle Knoten aus der Tabelle beherrschen?
In der Praxis konzentriert sich die Ausbildung meist zuerst auf Mastwurf und doppelten Ankerstich, da diese einen Großteil der Einsatzsituationen abdecken. Die übrigen Knoten aus der Tabelle ergänzen dieses Grundrepertoire für speziellere Anwendungsfälle.