
Feuerwehr Ausrüstung 2026: Komplette Liste von PSA bis Sondergerät
Was gehört zur Feuerwehr-Ausrüstung? PSA, Atemschutz, TH-Gerät und Löschausrüstung – vollständige Liste mit Normen.
Wer bei der Feuerwehr aktiv ist – ob im Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr oder als ehrenamtliches Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr – verlässt sich im Ernstfall auf eine Ausrüstung, die genau geprüft, genormt und regelmäßig kontrolliert ist. Vom Helm über den Atemschutz bis zum hydraulischen Rettungsgerät im Fahrzeug: Jedes Teil hat eine klar definierte Funktion, eine eigene Norm und einen eigenen Austauschrhythmus. Wer sich auf den Dienst vorbereitet, etwa weil er Feuerwehrmann werden möchte, oder wer als Angehöriger einer Wehr einfach besser verstehen will, was im Einsatzfahrzeug mitfährt, findet hier einen vollständigen Überblick. Der folgende Ratgeber ordnet die persönliche Schutzausrüstung, die Atemschutzgeräte, die technische Hilfeleistung und die Löschausrüstung ein, erklärt die wichtigsten Normen in verständlicher Sprache und zeigt an einem Rechenbeispiel, wie sich einzelne Angaben aus der Tabelle in der Praxis auswirken. Ergänzend beantwortet eine FAQ-Sektion die häufigsten Fragen rund um Beschaffung, Austauschintervalle und persönliche Ausrüstung im Einsatz.
Feuerwehrleute gehen in Situationen, aus denen andere fliehen – das geht nur mit der richtigen Ausrüstung. Von der persönlichen Schutzausrüstung bis zur Spezialausrüstung im Fahrzeug: Hier ist die vollständige Liste.
Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
| Ausrüstung | Norm | Funktion |
|---|---|---|
| Feuerwehrschutzjacke | EN 469 | Flammen-, Hitze- und Nässeschutz |
| Feuerwehrschutzhose | EN 469 | Passend zur Jacke, Knieschutz |
| Feuerwehrhelm | EN 443 | Aufprall-, Flammen- und Durchstichschutz |
| Feuerwehrstiefel | EN 15090 | Hitzeschutz, Durchtrittschutz, Wasserdichtheit |
| Feuerwehrhandschuhe | EN 659 | Hitzeschutz bis 250 °C Kontaktwärme |
| Feuerwehrsicherheitsgurt | DIN 14927 | Absturzsicherung, Selbstrettung |
| Feuerwehrleine | DIN 14920 | 30 m, min. 1.000 kg Bruchlast |
Die Tabelle zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) zeigt, dass jedes Ausrüstungsteil einer eigenen EN- oder DIN-Norm unterliegt – diese Normen sind bundesweit einheitlich, unabhängig davon, ob eine Berufsfeuerwehr oder eine Freiwillige Feuerwehr das Material beschafft. Unterschiede zwischen Bund und Ländern zeigen sich in der Praxis eher bei Zusatzausstattung, Beschaffungsbudgets und Ausstattungsstandards einzelner Kommunen, nicht bei den Grundnormen selbst. Wichtig für den Einsatzalltag: Nur vollständig genormte und intakte PSA darf getragen werden, beschädigte Teile – etwa eine eingerissene Schutzjacke oder ein Helm nach Aufprall – müssen sofort aus dem Dienst genommen werden. Wer die Tabelle liest, sollte vor allem auf die Norm-Spalte achten, da sie angibt, welche Prüfkriterien ein Hersteller erfüllen musste, und auf die Funktions-Spalte, die den praktischen Nutzen im Einsatz beschreibt.
Atemschutzausrüstung
- Pressluftatmer (PA): 6- oder 9-Liter-Flasche, 300 bar → 20–40 min Einsatzzeit
- Atemschutzmaske: Vollmaske mit Panoramascheibe, DRÄGER oder MSA
- Fluchthauben: 15 min Schutz, für Personen im Gebäude
Technische Hilfeleistung
- Hydraulische Schere (Schneidkraft bis 600 kN)
- Hydraulischer Spreizer (Spreizweite bis 800 mm)
- Hydraulische Rettungsplattform (Hebekissen)
- Kettensäge, Trennschleifer, Säbelsäge
- Mehrzweckzug (Zugkraft 1,6 t), Greifzug
- Beleuchtungsgerät (LED-Flutlicht, Handlampen)
Löschausrüstung
- B-Schläuche (20 m, 75 mm) – Verteilerleitung
- C-Schläuche (15 m, 52 mm) – Angriffsleitung
- D-Schläuche (Kleinlöschgeräte)
- Verteiler, Strahlrohre, Schaumrohr, Schaummittel
- Standrohr für Unterflurhydrant
Ein Beispiel verdeutlicht, wie sich Zahlen aus der obigen Übersicht auf den Einsatzalltag übertragen lassen: Ein Trupp mit einer 6-Liter-Pressluftflasche bei 300 bar hat laut Tabelle eine Einsatzzeit von rund 20 bis 40 Minuten – der genaue Wert hängt von Atemfrequenz, Anstrengung und Stresslevel im Einsatz ab. Bei einer angenommenen mittleren Belastung und einer Einsatzzeit im unteren Bereich von etwa 20 Minuten bliebe bei einem Innenangriff realistisch nur ein Zeitfenster von 15–18 Minuten für die eigentliche Arbeit, da ein Sicherheitspuffer für den Rückweg eingeplant werden muss. Dies ist ein reiner Näherungswert zur Veranschaulichung und ersetzt keine reale Einsatzplanung, da Flaschengröße, individuelle Atemtechnik und Einsatzbedingungen stark variieren.
Weitere Standardausrüstung
- Wärmebildkamera (Personensuche im Brandrauch)
- Erste-Hilfe-Koffer, AED-Defibrillator
- Absperrmaterial, Faltsignale
- Werkzeugkasten, Brechstange, Halligan-Tool
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Häufige Fragen
Wie schwer ist die komplette Ausrüstung?
Jacke + Hose + Helm + Stiefel + Handschuhe + PA + Atemschutzmaske wiegen zusammen ca. 20–25 kg. Genau das ist auch das Gewicht, das im Treppentest getragen werden muss.
Neue Ausrüstungstrends 2026
Die Feuerwehrausrüstung entwickelt sich kontinuierlich weiter. Aktuelle Neuerungen:
- Wärmebildkameras (WBK) als Standardausrüstung: Wo früher nur große BFs WBKs hatten, werden sie heute auch bei vielen Freiwilligen Feuerwehren beschafft. Kostensenkung auf ca. 1.000–3.000 € ermöglicht breitere Nutzung
- Drohnen für die Einsatzerkundung: DJI Mavic Enterprise o.ä. — Lageübersicht bei Waldbrand, Suche nach Vermissten, Gasdetektion aus der Luft
- Elektrofahrzeug-spezifische Ausrüstung: Tauchbecken für brennende E-Autos, Thermolances für Lithium-Ionen-Akkus, Tiefkühldaten-Logger
- Intelligente Schutzkleidung: Erste Prototypen mit integrierten Temperatursensoren und GPS-Tracking für Atemschutzträger
Die Tabelle zur Kostenübernahme zeigt den Grundsatz: Die Gemeinde als Trägerin des Brandschutzes finanziert die persönliche Schutzausrüstung, Fahrzeuge und Atemschutzgeräte, teilweise unterstützt durch Landeszuschüsse – hier gibt es je nach Bundesland und kommunaler Haushaltslage spürbare Unterschiede in Umfang und Tempo der Beschaffung. Lediglich rein persönliche Vorlieben, etwa besondere Funktionsunterwäsche, tragen Feuerwehrangehörige in der Regel selbst. Für alle, die sich für die dienstliche und finanzielle Seite des Ehrenamts interessieren, lohnt sich auch ein Blick auf angrenzende Themen wie Feuerwehr Gehalt, da Besoldung und Ausrüstungsstandard eng mit der jeweiligen Kommune bzw. dem Dienstherrn zusammenhängen.
Kosten und Beschaffung
Wer bezahlt eigentlich die Ausrüstung?
| Posten | Kostenträger |
|---|---|
| Persönliche Schutzausrüstung (PSA) | Gemeinde / Dienstherr |
| Fahrzeuge und Sondergeräte | Gemeinde (teils Landeszuschüsse) |
| Atemschutzgeräte und Masken | Gemeinde |
| Persönliche Präferenzen (Sonderunterwäsche etc.) | Feuerwehrmitglied selbst |
Häufige Fragen zur Feuerwehrausrüstung
Darf ich persönliche Ausrüstung mit in den Einsatz nehmen?
Grundsätzlich nein — nur geprüfte und freigegebene Ausrüstung darf im Einsatz genutzt werden. Ausnahme: privat beschaffte Ausrüstung, die den EN-Normen entspricht und von der Führung freigegeben wurde. Im Einsatz haftet die Gemeinde nur für genormte Ausrüstung.
Wie oft wird die PSA getauscht?
Schutzjacke und -hose: nach 10 Jahren oder Beschädigung. Helm: nach Aufprall sofort, sonst 10–15 Jahre. Handschuhe: je nach Verschleiß 2–5 Jahre. Nach jedem Brandeinsatz: Reinigung und Prüfung auf Integrität — beschädigte PSA sofort aus dem Einsatz nehmen.
Was ist der Unterschied zwischen HuPF und konfektionierter PSA?
HuPF (Herstellungs- und Prüfvorschriften für Feuerwehrschutzanzüge) ist der Bundesstandard — getestet nach DIN-Normen. Konfektioniert bedeutet: von der Stange in Standardgrößen. Maßgeschneiderte PSA ist teurer, aber bei Frauen und atypischen Körperformen oft besser geeignet.
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Alle Ratgeber →Häufige Fragen zu Feuerwehr-Ausrüstung
Welche Ausrüstung gehört zur persönlichen Schutzausrüstung?
Zur persönlichen Schutzausrüstung zählen Feuerwehrschutzjacke und -hose (EN 469), Feuerwehrhelm (EN 443), Feuerwehrstiefel (EN 15090), Feuerwehrhandschuhe (EN 659) und der Feuerwehrsicherheitsgurt (DIN 14927). Ergänzt wird sie im Innenangriff durch Atemschutzgerät und Atemschutzmaske.
Wie lange reicht eine Pressluftatmer-Flasche im Einsatz?
Je nach Flaschengröße (6 oder 9 Liter) und Fülldruck von 300 bar liegt die Einsatzzeit bei etwa 20 bis 40 Minuten. Der tatsächliche Verbrauch hängt stark von Anstrengung, Atemfrequenz und Stresslevel der Einsatzkraft ab.
Wer bezahlt die Feuerwehrausrüstung?
Persönliche Schutzausrüstung, Fahrzeuge, Sondergeräte und Atemschutzgeräte werden von der Gemeinde als Trägerin des Brandschutzes finanziert, bei Fahrzeugen teils mit Landeszuschüssen. Nur rein persönliche Zusatzausstattung bezahlen Feuerwehrangehörige selbst.
Wie oft muss die persönliche Schutzausrüstung ausgetauscht werden?
Schutzjacke und -hose werden in der Regel nach etwa 10 Jahren oder bei Beschädigung ersetzt. Ein Helm muss nach einem Aufprall sofort ausgetauscht werden, ansonsten hält er 10 bis 15 Jahre. Handschuhe werden je nach Verschleiß nach 2 bis 5 Jahren erneuert, und nach jedem Brandeinsatz wird die PSA gereinigt und auf Beschädigungen geprüft.
Darf ich privat beschaffte Ausrüstung im Einsatz tragen?
Grundsätzlich darf nur geprüfte und von der Führung freigegebene Ausrüstung im Einsatz verwendet werden. Privat beschaffte Ausrüstung ist nur zulässig, wenn sie den geltenden EN-Normen entspricht und ausdrücklich freigegeben wurde, da die Gemeinde im Einsatzfall nur für genormte Ausrüstung haftet.