Berufsfeuerwehr Ausbildung: B1-Lehrgang, Inhalte und Gehalt
Bewerbung · 8. Juni 2026

Berufsfeuerwehr Ausbildung: B1-Lehrgang, Inhalte und Gehalt

Die Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr: B1-Lehrgang Ablauf, Inhalte, Anwärterbezüge 2026 und Abschlussprüfung.

7 Min Lesezeit · Aktualisiert: 9. Juli 2026

Die Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr dauert in der Regel 12 bis 18 Monate. Der sogenannte B1-Lehrgang (Brandmeisterlehrgang) vermittelt alles, was ein Feuerwehrmann im Einsatz braucht – von der Brandbekämpfung bis zum Rettungsdienst.

Wer sich für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst bewirbt, startet nicht in ein klassisches Ausbildungsverhältnis, sondern direkt in ein Beamtenverhältnis auf Widerruf. Vom ersten Tag an bist du Beamtenanwärterin oder Beamtenanwärter, erhältst Anwärterbezüge und durchläufst eine intensive Vollzeitausbildung. Dieser Ratgeber richtet sich an alle, die eine Laufbahn bei der Berufsfeuerwehr anstreben – von jungen Bewerbern bis zu Quereinsteigern aus anderen Berufen. Du erfährst, wie der B1-Lehrgang aufgebaut ist, welche Inhalte dich erwarten, wie lange die einzelnen Phasen dauern und womit du während und nach der Ausbildung rechnen kannst. Außerdem beantworten wir die Fragen, die Bewerberinnen und Bewerber am häufigsten stellen – von der Abschlussprüfung über das Gehalt bis zur Krankenversicherung. So bekommst du ein realistisches Bild davon, was in den kommenden 12 bis 18 Monaten auf dich zukommt und warum die Feuerwehr diese Ausbildung so gründlich anlegt.

Was ist der B1-Lehrgang?

Der B1-Lehrgang ist die Grundausbildung zur Feuerwehrfrau bzw. zum Feuerwehrmann im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst. Er findet an der jeweiligen Landesfeuerwehrschule oder einer BF-eigenen Ausbildungsstätte statt. Der Begriff „B1“ steht dabei für die erste Laufbahnprüfung im Brandbekämpfungs- und Hilfeleistungsdienst – im Alltag hört man auch die Bezeichnungen Brandmeisterausbildung oder BF-Grundausbildung. Ziel des Lehrgangs ist es, dich in relativ kurzer Zeit vom Neuling zur voll einsatzfähigen Einsatzkraft zu machen, die im Regeldienst einer Feuerwache mitarbeiten kann.

Inhalte der Ausbildung

Die B1-Ausbildung ist bewusst breit angelegt, weil eine Berufsfeuerwehr für sehr unterschiedliche Einsatzlagen gerüstet sein muss. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Ausbildungsblöcke und ihren ungefähren Anteil an der Gesamtausbildung:

AusbildungsblockSchwerpunkteAnteil
BrandbekämpfungSchlauchführung, Atemschutz, Innenangriff, Brandrauch~30 %
Technische HilfeleistungVerkehrsunfall, hydraulisches Rettungsgerät, Absturzsicherung~25 %
Rettungsdienst / SanitätsdienstErste Hilfe, Notfallversorgung, AED, Rettungstransport~20 %
Gefahrgut / ABC-SchutzCSA, Dekontamination, Gefahrstoffidentifikation~10 %
Fahrzeugkunde / FahrenEinsatzfahrzeuge, LKW-Führerschein, Übungsfahrten~10 %
Recht / TheorieFwDV, UVV, Beamtenrecht~5 %

Die Prozentzahlen in der Tabelle sind grobe Richtwerte und zeigen, wie sich die Ausbildungszeit auf die einzelnen Themenblöcke verteilt – die genaue Gewichtung legt jede Berufsfeuerwehr bzw. Landesfeuerwehrschule selbst fest und kann daher abweichen. Auffällig ist, dass die klassische Brandbekämpfung zwar den größten, aber längst nicht den einzigen Schwerpunkt bildet. Rund die Hälfte der Ausbildung entfällt auf technische Hilfeleistung und Rettungsdienst – ein Spiegel des realen Einsatzalltags, in dem Feuerwehrleute deutlich häufiger zu Verkehrsunfällen, medizinischen Notfällen und technischen Hilfeleistungen ausrücken als zu Bränden. Wer sich auf die Bewerbung vorbereitet, sollte sich also nicht nur auf Feuer einstellen, sondern auf ein breites Aufgabenspektrum.

Gehalt während der Ausbildung

Als Beamtenanwärter erhältst du Anwärterbezüge – das ist kein Praktikantenlohn, sondern eine offizielle Besoldung. Höhe 2026: je nach Bundesland ca. 1.440–1.590 € brutto/Monat (Anwärtergrundbetrag; zzgl. ggf. Zuschläge und Familienzuschlag).

Wie viel du verdienst, hängt entscheidend davon ab, wer dein Dienstherr ist. Anders als bei Angestellten gibt es keine bundesweit einheitliche Feuerwehr-Besoldung: Der Bund und jedes der 16 Länder beschließen ihre Besoldungstabellen selbst, und weil die kommunalen Berufsfeuerwehren nach dem Landesrecht ihres Bundeslandes bezahlt werden, können die Grundgehälter bei gleicher Besoldungsgruppe spürbar auseinanderliegen. Eine ausführliche Gegenüberstellung findest du in unserem Überblick zu den Unterschieden zwischen den Bundesländern sowie in der detaillierten Übersicht der Feuerwehr-Gehälter. Die im Folgenden genannten Beträge geben den Stand der zuletzt verkündeten Besoldungstabellen wieder (Referenzstand 6. Juli 2026) und dienen der Orientierung.

Beispiel (Näherungswert): Während des B1-Lehrgangs liegen die Anwärterbezüge bei rund 1.440 bis 1.590 € brutto im Monat. Nach bestandener Prüfung wirst du zur Brandmeisterin oder zum Brandmeister ernannt und in die Besoldungsgruppe A7 eingestuft. In Niedersachsen etwa beträgt das Grundgehalt in A7 in der niedrigsten dort ausgewiesenen Erfahrungsstufe rund 3.026,51 € brutto pro Monat (Tabelle gültig ab 01.04.2026); beim Bund sind es in A7, Stufe 1, rund 3.052,89 € brutto. Das Grundgehalt kann sich gegenüber der Ausbildungszeit also ungefähr verdoppeln. Es handelt sich um gerundete Näherungswerte ohne Zulagen, Familienzuschlag oder mögliche Schicht- und Feuerwehrzulagen; maßgeblich ist stets die aktuelle Besoldungstabelle deines Dienstherrn.

Abschlussprüfung

Am Ende des B1-Lehrgangs stehen schriftliche, mündliche und praktische Prüfungen. Wer besteht, wird als Brandmeister (A7) in die Feuerwache des Heimatstandorts versetzt und beginnt die Probezeit.

Ein zentraler Baustein ist die Fahrprüfung der Klasse C, ohne die der Lehrgang nicht abgeschlossen werden kann – wer hier durchfällt, schafft die Ausbildung nicht. Viele praktische Prüfungen werden zudem als Teamleistung abgenommen: Versagt ein Truppmitglied, kann das den gesamten Trupp betreffen. Wer diese Anforderungen früh kennt, kann sich gezielt darauf vorbereiten und rechtzeitig üben.

Aufbau des B1-Grundlehrgangs

Der B1 (Brandmeisterausbildung, auch „BF-Grundausbildung“ oder „B1-Lehrgang“) dauert ca. 18 Monate und gliedert sich in mehrere Phasen:

PhaseDauerInhalt
Grundlagen-Theorieca. 2 MonateBrandlehre, Recht, FwDV, Fahrzeugkunde
Praktische Grundausbildungca. 3 MonateSchlauchverlegung, Pumpe, Atemschutz, Fahrzeuge
Rettungsdienst-Ausbildungca. 4 MonateRettungssanitäter (teils Notfallsanitäter je BF)
Praxisphasen auf der Wacheca. 6 MonateEingesetzt im regulären Dienst unter Aufsicht
Abschlussprüfung1 WocheTheorietest, Praxisprüfungen, Fahrprüfung Klasse C

Die Zeitangaben sind typische Richtwerte; die konkrete Reihenfolge und Dauer der Phasen unterscheidet sich von Feuerwehr zu Feuerwehr. Auffällig ist der hohe Praxisanteil: Rund sechs Monate verbringst du im regulären Wachdienst und sammelst unter Aufsicht echte Einsatzerfahrung, bevor die Abschlussprüfung ansteht. Einen allgemeinen Überblick über die verschiedenen Wege in den Feuerwehrberuf bietet unser Ratgeber zur Feuerwehr-Ausbildung.

Was viele Anwärter unterschätzen

Vier Punkte werden im Vorfeld oft unterschätzt und entscheiden in der Praxis häufig über Erfolg oder Abbruch:

  • Führerscheinprüfung C: Wer die Klasse-C-Prüfung nicht besteht, schafft den Lehrgang nicht ab — frühzeitig fahren üben
  • Rettungsdienst-Teil: Für reine Feuerwehr-Enthusiasten kann die Sanitätsausbildung überraschend intensiv sein — aber zwingend für den Beruf
  • Physische Dauerbeanspruchung: 18 Monate Vollzeitausbildung mit Sport, Dienst, Theorie — konditionell fordernd
  • Teamprüfungen: Viele Prüfungen finden im Team statt — wenn ein Trupppartner versagt, fällt der ganze Trupp durch

Häufige Fragen zur Berufsfeuerwehr-Ausbildung

Wie lange dauert die Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr?

Die Ausbildung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst dauert in der Regel 12 bis 18 Monate. Der B1-Lehrgang selbst ist häufig auf rund 18 Monate angelegt und gliedert sich in Theorie, praktische Grundausbildung, eine mehrmonatige Rettungsdienst-Ausbildung, Praxisphasen auf der Wache und die Abschlussprüfung.

Wie viel verdient man während der B1-Ausbildung?

Als Brandmeisteranwärter und Beamter auf Widerruf erhältst du Anwärterbezüge von je nach Bundesland rund 1.440 bis 1.590 € brutto im Monat. Netto bleiben davon je nach Steuerklasse etwa 1.200 bis 1.350 €. Das ist kein Praktikantenlohn, sondern eine offizielle Besoldung.

Was verdient man nach der Ausbildung als Brandmeister?

Nach bestandener Prüfung wirst du in die Besoldungsgruppe A7 eingestuft. Die Höhe hängt vom Dienstherrn und der Erfahrungsstufe ab. In Niedersachsen liegt das A7-Grundgehalt in der niedrigsten ausgewiesenen Stufe bei rund 3.026,51 € brutto (Tabelle ab 01.04.2026), beim Bund in Stufe 1 bei rund 3.052,89 € brutto. Es handelt sich um Näherungswerte ohne Zulagen und Familienzuschlag.

Was passiert, wenn ich den B1-Lehrgang nicht bestehe?

In der Regel folgt die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis auf Widerruf. Einige Berufsfeuerwehren ermöglichen die Wiederholung einzelner Prüfungsteile, das ist jedoch die Ausnahme. Erst nach bestandener Prüfung folgt die Ernennung zum Brandmeister im Beamtenverhältnis auf Probe.

Bekomme ich als Feuerwehrbeamter Heilfürsorge oder Beihilfe?

Das ist Ländersache. In einigen Bundesländern erhalten Beamte im Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr freie Heilfürsorge, etwa in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein sowie in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen. In anderen Ländern wie Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen gilt stattdessen Beihilfe in Kombination mit einer privaten Krankenversicherung. Welche Regelung für dich gilt, hängt vom jeweiligen Dienstherrn ab.

Muss ich während der Ausbildung an der Feuerwehrschule wohnen?

Teilweise. Viele Lehrgänge an den Landesfeuerwehrschulen sind Blockkurse mit Internatsunterbringung. Die praktische Ausbildung und die Praxisphasen finden dann an der eigenen Berufsfeuerwehr statt.

Mehr Ratgeber für Bewerber

Alle Infos zu Gehalt, Bewerbung und Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr.

Alle Ratgeber →
Nach oben scrollen