Die G26.3-Untersuchung ist eine Pflichtvoraussetzung für jeden Atemschutzgeräteträger bei der Berufsfeuerwehr. Sie findet vor der Einstellung und dann alle 3 Jahre (ab 50: jährlich) statt.
Was ist die G26.3?
Die G26 ist ein Untersuchungsgrundsatz der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung). Die Variante G26.3 gilt speziell für Atemschutzgeräteträger der schwersten Kategorie (Pressluftatmer bis 1.600 Pa Atemwiderstand – der Standardfall bei der Berufsfeuerwehr).
Was wird untersucht?
- Herz-Kreislauf: EKG in Ruhe und unter Belastung (Fahrradergometer)
- Lungenfunktion: Spirometrie (Atemvolumen, Fluss)
- Sehvermögen: Visus, Farbsehen, Gesichtsfeld
- Gehör: Tonaudiogramm
- Körpergröße / Gewicht: BMI-Prüfung
- Blutuntersuchung: Blutbild, Leberwerte, Nierenwerte
- Anamnese: Vorerkrankungen, Medikamente, Operationen
Ausschlussgründe
Diese Erkrankungen führen häufig zur Nicht-Tauglichkeit:
- Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinsuffizienz, behandlungspflichtiger Bluthochdruck)
- Obstruktive Lungenerkrankungen (Asthma bronchiale, COPD)
- Eingeschränktes Sehvermögen ohne ausreichende Korrekturtoleranz
- Epilepsie (Krampfanfälle)
- Starkes Übergewicht (BMI > 35)
Wer bezahlt?
Die G26.3-Einstellungsuntersuchung wird von der einstellenden BF bezahlt. Folgeuntersuchungen (alle 3 Jahre) ebenfalls. Du trägst keine Kosten.
Was genau passiert bei der G26.3-Untersuchung?
Die G26.3 ist die umfangreichste arbeitsmedizinische Untersuchung im Feuerwehrbereich. Ein typischer Ablauf:
| Untersuchungsschritt | Was geprüft wird |
|---|---|
| Anamnese-Gespräch | Vorerkrankungen, Medikamente, Raucheranamnese, Familienhistorie |
| Blutuntersuchung | Blutbild, Leber- und Nierenwerte, Blutzucker, Lipide |
| EKG (Ruhe + Belastung) | Herzrhythmus, Ischämiezeichen, Belastungstoleranz |
| Lungenfunktion (Spirometrie) | FEV1, FVC-Wert — Atemvolumen und -kapazität |
| Audiometrie (Hörtest) | Hörverlust, Lärmschwerhörigkeit |
| Sehtest | Visus (Sehschärfe), Farbsehen, Tiefensehen |
| BMI / Körpergewicht | Einschätzung der Atemschutz-Belastbarkeit |
| Urinuntersuchung | Nierenfunktion, Diabetes-Hinweise |
Ausschlussgründe und Einschränkungen
Welche Erkrankungen führen zur Nichteignung?
- Klare Ausschlussgründe: Unbehandeltes Asthma, Herzrhythmusstörungen (gewisse Typen), schwere Einschränkungen der Lungenfunktion (FEV1 < 70 % Soll), Epilepsie mit Anfällen in den letzten 5 Jahren
- Bedingte Eignung (mit Auflagen): Kontrollierter Bluthochdruck (medikamentös gut eingestellt), Diabetes Typ 2 (HbA1c < 8 %), Übergewicht (BMI 30–35 — Einzelfallbeurteilung)
- Temporäre Einschränkung: Akute Erkrankungen, frische Operationen, Schwangerschaft — nach Ausheilung/Ende erneute Beurteilung
Wichtig: Der Gutachter entscheidet individuell. Dieselbe Diagnose kann bei unterschiedlichem Verlauf unterschiedlich bewertet werden.
Häufige Fragen zur G26.3
Kann ich die G26.3 privat im Vorfeld machen lassen?
Ja — du kannst dich bei einem Arbeitsmediziner oder einer BAD-Gesundheitsstelle vorher untersuchen lassen. Das gibt dir Sicherheit, ob Ausschlussgründe vorliegen, bevor du den Bewerbungsprozess durchläufst. Die interne BF-Untersuchung ersetzt diese nicht, aber sie zeigt dir den Weg.
Wie lange ist ein G26.3-Zeugnis gültig?
In der Regel 3 Jahre für Bewerber unter 25, danach alle 3 Jahre bis 40, dann alle 2 Jahre bis 50, danach jährlich. Für die Bewerbung muss das Zeugnis aktuell sein — nicht älter als das in der Ausschreibung festgelegte Datum.
Kann eine Brille zur G26.3-Nichteignung führen?
Nur wenn die korrigierten Werte die Mindestanforderungen nicht erreichen. Wer mit Brille auf 1,0/1,0 korrigiert ist, besteht den Sehtest. Die Lösung für den Atemschutz ist dann die Innenbrille für die Vollmaske — die wird von der BF in der Regel gestellt.
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