
Dienstgrade der Feuerwehr in Hessen: Rangabzeichen im Überblick
Berufsfeuerwehr oder Freiwillige Feuerwehr: Dieser Ratgeber erklärt die Dienstgrade der Feuerwehr in Hessen, ihre Besoldungsgruppen, Laufbahnen und die Rangabzeichen nach HFDV.
Die Dienstgrade der Feuerwehr in Hessen wirken auf den ersten Blick verwirrend, weil zwei Systeme nebeneinanderstehen: die beamtenrechtlichen Amtsbezeichnungen der Berufsfeuerwehr und die ehrenamtlich geprägten Dienstgrade der Freiwilligen Feuerwehr. Rechtliche Grundlage ist im Wesentlichen die Hessische Feuerwehrbekleidungs- und Dienstgradverordnung (HFDV) in Verbindung mit dem Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz (HBKG). Dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten Dienstgrade, Besoldungsgruppen und Rangabzeichen ein. Bitte beachte: Verordnungen werden fortgeschrieben – im Zweifel gilt stets die jeweils aktuelle Fassung.
Dienstgrade der Berufsfeuerwehr in Hessen
Angehörige der Berufsfeuerwehr sind Beamtinnen und Beamte. Ihr Dienstgrad ist eine Amtsbezeichnung und untrennbar mit einer Besoldungsgruppe nach dem Hessischen Besoldungsgesetz sowie mit einer Laufbahn verbunden. Unterschieden werden der mittlere, der gehobene und der höhere feuerwehrtechnische Dienst. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über gängige Amtsbezeichnungen; Anwärterinnen und Anwärter durchlaufen zuvor eine Ausbildung und beziehen Anwärterbezüge.
| Amtsbezeichnung | Laufbahn | Besoldung (A) |
|---|---|---|
| Brandmeister/in (BM) | mittlerer Dienst | A 7 |
| Oberbrandmeister/in (OBM) | mittlerer Dienst | A 8 |
| Hauptbrandmeister/in (HBM) | mittlerer Dienst | A 9 / A 9z |
| Brandinspektor/in (BI) | gehobener Dienst | A 9 |
| Brandoberinspektor/in (BOI) | gehobener Dienst | A 10 |
| Brandamtmann/-frau (BA) | gehobener Dienst | A 11 |
| Brandamtsrat/-rätin (BAR) | gehobener Dienst | A 12 |
| Brandoberamtsrat/-rätin (BOAR) | gehobener Dienst | A 13 / A 13z |
| Brandrat/-rätin (BR) | höherer Dienst | A 13 |
| Brandoberrat/-rätin (BOR) | höherer Dienst | A 14 |
| Branddirektor/in (BD) | höherer Dienst | A 15 |
| Leitende/r Branddirektor/in (Ltd. BD) | höherer Dienst | A 16 |
Die Zuordnung von Dienstgrad und Besoldung kann sich durch Änderungen des Besoldungsrechts verschieben. Berufsfeuerwehren gibt es in Hessen nur in größeren Städten – die Fläche wird ganz überwiegend durch die Freiwilligen Feuerwehren abgedeckt.
Freiwillige Feuerwehr in Hessen
Die große Mehrheit der hessischen Einsatzkräfte engagiert sich ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr. Hier sind die Dienstgrade keine Amtsbezeichnungen, sondern spiegeln Dienstzeit, absolvierte Lehrgänge und die ausgeübte Funktion wider. Grob unterteilt man in Mannschafts- und Führungsdienstgrade.
Zu den Mannschaftsdienstgraden zählen Feuerwehrfrau-/mann-Anwärter/in, Feuerwehrfrau/-mann, Oberfeuerwehrfrau/-mann und Hauptfeuerwehrfrau/-mann. Auf der Ebene der Führungsdienstgrade folgen Löschmeister/in, Oberlöschmeister/in und Hauptlöschmeister/in sowie darüber Brandmeister/in, Oberbrandmeister/in und Hauptbrandmeister/in.
Davon zu trennen sind die Funktionen: Aufgaben wie Wehrführer/in, Gemeinde- bzw. Stadtbrandinspektor/in, Kreisbrandmeister/in oder Kreisbrandinspektor/in sind keine Dienstgrade, sondern gewählte oder bestellte Ämter. Eine Beförderung erfolgt nicht automatisch mit den Jahren: Sie setzt Dienstzeit, fachliche Eignung und meist einen passenden Lehrgang voraus, bei höheren Dienstgraden zusätzlich eine entsprechende Funktion. Einen Rechtsanspruch auf einen bestimmten Dienstgrad gibt es nicht. Wie sich diese Systematik im bundesweiten Vergleich einordnet, zeigt unser Feuerwehr-Dienstgrade (Überblick).
Rangabzeichen
Die Rangabzeichen werden in Hessen überwiegend auf dunkelblauem Grund als Schulter- oder Aufschiebeschlaufen getragen. Als Faustregel gilt: Die Zahl der Balken steigt mit dem Dienstgrad, und die Farbe zeigt die Ebene. In der Freiwilligen Feuerwehr kennzeichnen rote Balken die Mannschaft, eine silberne Litze die Löschmeister-Ebene und silberne Balken die Brandmeister-Ebene. Funktionsabzeichen werden zusätzlich oberhalb des Dienstgradabzeichens getragen; ein Eichenlaubkranz kennzeichnet in der Regel höhere Führungsfunktionen auf Kreis- und Landesebene. Die genaue Gestaltung – Maße, Farben und Eichenlaub – regelt die HFDV im Detail.
Praxisbeispiel: Wer nach der Grundausbildung als Feuerwehrmann eintritt, trägt zunächst einen roten Balken. Nach ausreichender Dienstzeit und dem Truppführer-Lehrgang kann die Beförderung zum Oberfeuerwehrmann (zwei rote Balken) folgen. Übernimmt die Person später als Gruppenführer/in Verantwortung, kommen der entsprechende Lehrgang und die Führungsdienstgrade der Löschmeister-Ebene mit silberner Litze in Betracht – der optische Sprung vom Mannschafts- zum Führungsabzeichen macht die neue Rolle im Einsatz sofort erkennbar.
Häufige Fragen
Was unterscheidet die Dienstgrade der Berufsfeuerwehr von denen der Freiwilligen Feuerwehr in Hessen?
Die Berufsfeuerwehr führt beamtenrechtliche Amtsbezeichnungen, die untrennbar mit einer Besoldungsgruppe und einer Laufbahn (mittlerer, gehobener oder höherer feuerwehrtechnischer Dienst) verbunden sind. Die Dienstgrade der Freiwilligen Feuerwehr sind dagegen ehrenamtlich und richten sich nach Dienstzeit, Qualifikation und ausgeübter Funktion; eine Besoldung ist damit nicht verbunden.
Welche Besoldungsgruppe hat ein Brandmeister in Hessen?
Ein Brandmeister der Berufsfeuerwehr ist in der Regel der Besoldungsgruppe A 7 zugeordnet, der Oberbrandmeister A 8 und der Hauptbrandmeister A 9. Maßgeblich ist das Hessische Besoldungsgesetz in der jeweils gültigen Fassung; einzelne Zuordnungen können abweichen.
Wie wird man in der Freiwilligen Feuerwehr Hessen befördert?
Eine Beförderung setzt eine bestimmte Dienstzeit sowie absolvierte Lehrgänge und fachliche Eignung voraus, bei höheren Dienstgraden zusätzlich eine entsprechende Funktion und die Größe der Wehr. Eine Beförderung allein wegen längerer Zugehörigkeit ist nicht vorgesehen, und ein Rechtsanspruch auf einen Dienstgrad besteht nicht.
Was bedeutet das Eichenlaub auf den Abzeichen?
Ein Eichenlaubkranz kennzeichnet in der Regel höhere Führungsfunktionen, insbesondere auf Kreis- und Landesebene. Er hebt Funktionsträger optisch von den einfachen Dienstgraden ab. Die Einzelheiten regelt die Hessische Feuerwehrbekleidungs- und Dienstgradverordnung (HFDV).