
Dienstgrade der Feuerwehr in Hessen: Rangabzeichen im Überblick
Berufsfeuerwehr oder Freiwillige Feuerwehr: Dieser Ratgeber erklärt die Dienstgrade der Feuerwehr in Hessen, ihre Besoldungsgruppen, Laufbahnen und die Rangabzeichen nach HFDV.
Die Dienstgrade der Feuerwehr in Hessen wirken auf den ersten Blick verwirrend, weil zwei Systeme nebeneinanderstehen: die beamtenrechtlichen Amtsbezeichnungen der Berufsfeuerwehr und die ehrenamtlich geprägten Dienstgrade der Freiwilligen Feuerwehr. Rechtliche Grundlage ist im Wesentlichen die Hessische Feuerwehrbekleidungs- und Dienstgradverordnung (HFDV) in Verbindung mit dem Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz (HBKG). Dieser Ratgeber richtet sich an Einsatzkräfte, die ihren eigenen Werdegang einordnen möchten, an Anwärterinnen und Anwärter vor dem Einstieg sowie an Angehörige, die die Abzeichen eines Kameraden oder einer Kollegin richtig lesen wollen. Wer sich noch ganz am Anfang seines Weges befindet, findet ergänzende Grundlagen in unserem Ratgeber Feuerwehrmann werden. Im Folgenden ordnen wir die wichtigsten Amtsbezeichnungen und Dienstgrade, die zugehörigen Besoldungsgruppen sowie die gängigen Rangabzeichen ein, erläutern die Unterschiede zwischen Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr in Hessen und zeigen an einem Praxisbeispiel, wie sich eine Beförderung auf dem Abzeichen niederschlägt. Am Ende beantworten wir die häufigsten Fragen zum Thema. Bitte beachte: Verordnungen werden fortgeschrieben – im Zweifel gilt stets die jeweils aktuelle Fassung der HFDV (derzeit die Verordnung vom 7. November 2022, in Kraft seit 1. Januar 2023) und des HBKG. Was die Amtsbezeichnungen in Euro bedeuten, zeigt der Ratgeber zur Feuerwehr-Besoldung in Hessen; Standortporträts gibt es zu Frankfurt, Wiesbaden und Kassel.
Dienstgrade der Berufsfeuerwehr in Hessen
Angehörige der Berufsfeuerwehr sind Beamtinnen und Beamte. Ihr Dienstgrad ist eine Amtsbezeichnung und untrennbar mit einer Besoldungsgruppe nach dem Hessischen Besoldungsgesetz sowie mit einer Laufbahn verbunden. Unterschieden werden der mittlere, der gehobene und der höhere feuerwehrtechnische Dienst. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über gängige Amtsbezeichnungen; Anwärterinnen und Anwärter durchlaufen zuvor eine Ausbildung und beziehen Anwärterbezüge.
Beim Lesen der Tabelle hilft es, sich an der Spalte „Laufbahn“ zu orientieren: Innerhalb einer Laufbahn steigt die Besoldungsgruppe mit der Amtsbezeichnung Stufe für Stufe, ein Laufbahnwechsel (etwa vom mittleren in den gehobenen Dienst) erfordert dagegen in der Regel eine zusätzliche Qualifikation. Die genaue Zuordnung von Amtsbezeichnung und Besoldungsgruppe kann sich durch Änderungen des Besoldungsrechts verschieben und zwischen den Bundesländern leicht abweichen; die Tabelle bildet den in Hessen üblichen Stand ab. Einen umfassenderen Überblick über die Besoldung der Feuerwehr insgesamt gibt unser Gehaltsratgeber.
| Amtsbezeichnung | Laufbahn | Besoldung (A) |
|---|---|---|
| Brandmeister/in (BM) | mittlerer Dienst | A 7 |
| Oberbrandmeister/in (OBM) | mittlerer Dienst | A 8 |
| Hauptbrandmeister/in (HBM) | mittlerer Dienst | A 9 (bis zu 30 % der Stellen mit Amtszulage) |
| Brandinspektor/in (BI) | gehobener Dienst | A 9 |
| Brandoberinspektor/in (BOI) | gehobener Dienst | A 10 |
| Brandamtmann/-frau (BA) | gehobener Dienst | A 11 |
| Brandamtsrat/-rätin (BAR) | gehobener Dienst | A 12 |
| Brandoberamtsrat/-rätin (BOAR) | gehobener Dienst | A 13 (bis zu 20 % der Stellen mit Amtszulage) |
| Brandrat/-rätin (BR) | höherer Dienst | A 13 |
| Brandoberrat/-rätin (BOR) | höherer Dienst | A 14 |
| Branddirektor/in (BD) | höherer Dienst | A 15 |
| Leitende/r Branddirektor/in (Ltd. BD) | höherer Dienst | A 16 |
Die Zuordnung von Dienstgrad und Besoldung kann sich durch Änderungen des Besoldungsrechts verschieben. Berufsfeuerwehren gibt es in Hessen nur in größeren Städten – die Fläche wird ganz überwiegend durch die Freiwilligen Feuerwehren abgedeckt.
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Freiwillige Feuerwehr in Hessen
Die große Mehrheit der hessischen Einsatzkräfte engagiert sich ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr. Hier sind die Dienstgrade keine Amtsbezeichnungen, sondern spiegeln Dienstzeit, absolvierte Lehrgänge und die ausgeübte Funktion wider. Grob unterteilt man in Mannschafts- und Führungsdienstgrade.
Zu den Mannschaftsdienstgraden zählen Feuerwehrfrau-/mann-Anwärter/in, Feuerwehrfrau/-mann, Oberfeuerwehrfrau/-mann und Hauptfeuerwehrfrau/-mann. Auf der Ebene der Führungsdienstgrade folgen Löschmeister/in, Oberlöschmeister/in und Hauptlöschmeister/in sowie darüber Brandmeister/in, Oberbrandmeister/in und Hauptbrandmeister/in.
Davon zu trennen sind die Funktionen: Aufgaben wie Wehrführer/in, Gemeinde- bzw. Stadtbrandinspektor/in, Kreisbrandmeister/in oder Kreisbrandinspektor/in sind keine Dienstgrade, sondern gewählte oder bestellte Ämter. Eine Beförderung erfolgt nicht automatisch mit den Jahren: Nach Anlage 3 b der HFDV sind je Dienstgrad Dienstjahre in einer Einsatzabteilung, aufeinander aufbauende Pflichtlehrgänge und eine Zahl von Sonderlehrgängen nachzuweisen – für den Löschmeister etwa vier Dienstjahre und der Gruppenführer-Lehrgang. Verliehen wird der Dienstgrad vom Gemeindevorstand, ab dem Brandmeister abgestimmt mit der Kreisbrandinspektorin bzw. dem Kreisbrandinspektor (außer in kreisfreien Städten und Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern). Einen Rechtsanspruch auf einen bestimmten Dienstgrad gibt es nicht. Wie sich diese Systematik im bundesweiten Vergleich einordnet, zeigt unser Feuerwehr-Dienstgrade (Überblick); weitere vertiefende Beiträge rund um Laufbahn und Ausbildung findest du zudem in unserem Magazin.
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Rangabzeichen
Die Dienstgradabzeichen sind aus dunkelblauem Stoff und werden am linken Ärmel getragen, elf Zentimeter über der Ärmelunterkante; an Diensthemd, Bluse, Pullover oder Strickjacke sind stattdessen Schulterklappen oder Aufsteckschlaufen erlaubt (§ 8 HFDV). Als Faustregel gilt: Die Zahl der Balken steigt mit dem Dienstgrad, und die Farbe zeigt die Ebene. In der Freiwilligen Feuerwehr kennzeichnen rote Balken die Mannschaft, eine silberne Litze die Löschmeister-Ebene und silberne Balken die Brandmeister-Ebene. Funktionsabzeichen sitzen einen halben Zentimeter über dem Dienstgradabzeichen. Eichenlaub gehört nicht zu den Dienstgradabzeichen der Freiwilligen Feuerwehr; die HFDV sieht es nur beim Abzeichen der Amtsbezeichnung des Landesbranddirektors vor. Maße und Richtfarben (Karmesinrot, Silber) legt die HFDV in ihren Anlagen fest.
Praxisbeispiel: Wer nach dem Grundlehrgang Feuerwehrmann wird, trägt einen roten Balken. Nach drei Dienstjahren, dem zweiten Teil der Truppmannausbildung und einem Sonderlehrgang kann die Beförderung zum Oberfeuerwehrmann (zwei rote Balken) folgen; der Truppführer-Lehrgang ist erst für den Hauptfeuerwehrmann nötig. Übernimmt die Person später als Gruppenführer/in Verantwortung, kommen der entsprechende Lehrgang und die Führungsdienstgrade der Löschmeister-Ebene mit silberner Litze in Betracht – der optische Sprung vom Mannschafts- zum Führungsabzeichen macht die neue Rolle im Einsatz sofort erkennbar. Dieses Beispiel ist ein Näherungswert für einen typischen Werdegang; im Einzelfall entscheiden die örtliche Wehr und die absolvierten Lehrgänge über Tempo und Reihenfolge.
Häufige Fragen zu den Feuerwehr-Dienstgraden in Hessen
Was unterscheidet die Dienstgrade der Berufsfeuerwehr von denen der Freiwilligen Feuerwehr in Hessen?
Die Berufsfeuerwehr führt beamtenrechtliche Amtsbezeichnungen, die untrennbar mit einer Besoldungsgruppe und einer Laufbahn (mittlerer, gehobener oder höherer feuerwehrtechnischer Dienst) verbunden sind. Die Dienstgrade der Freiwilligen Feuerwehr sind dagegen ehrenamtlich und richten sich nach Dienstzeit, Qualifikation und ausgeübter Funktion; eine Besoldung ist damit nicht verbunden.
Welche Besoldungsgruppe hat ein Brandmeister in Hessen?
Ein Brandmeister der Berufsfeuerwehr ist in der Regel der Besoldungsgruppe A 7 zugeordnet, der Oberbrandmeister A 8 und der Hauptbrandmeister A 9. Maßgeblich ist das Hessische Besoldungsgesetz in der jeweils gültigen Fassung; einzelne Zuordnungen können abweichen.
Wie wird man in der Freiwilligen Feuerwehr Hessen befördert?
Nach Anlage 3 b der HFDV: Je Dienstgrad sind Dienstjahre in einer Einsatzabteilung, aufeinander aufbauende Pflichtlehrgänge (zum Beispiel Truppführer- oder Gruppenführer-Lehrgang) und eine Zahl von Sonderlehrgängen nachzuweisen. Verliehen wird der Dienstgrad vom Gemeindevorstand, ab dem Brandmeister abgestimmt mit der Kreisbrandinspektorin bzw. dem Kreisbrandinspektor. Eine Beförderung allein wegen längerer Zugehörigkeit ist nicht vorgesehen, und ein Rechtsanspruch auf einen Dienstgrad besteht nicht (§ 4 HFDV).
Was bedeutet das Eichenlaub auf den Abzeichen?
Bei den Dienstgraden der Freiwilligen Feuerwehr kommt Eichenlaub in Hessen nicht vor. Die Hessische Feuerwehrbekleidungs- und Dienstgradverordnung (HFDV) sieht es nur beim Abzeichen der Amtsbezeichnung des Landesbranddirektors bzw. der Referatsleitung Brandschutz im Innenministerium vor: ein Stern mittig in Eichenlaub.
Quellen & Rechtsgrundlagen
- Hessisches Besoldungsgesetz (HBesG) – Anlage I Besoldungsordnungen, Zusatz „Brand-“
- Hessische Feuerwehrbekleidungs- und Dienstgradverordnung (HFDV) vom 07.11.2022 – §§ 4, 8, Anlagen 3 und 4
- Hessisches Brand- und Katastrophenschutzgesetz (HBKG)
- Feuerwehr-Dienstvorschrift 2 (FwDV 2) – Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren (Hessische Landesfeuerwehrschule)
Rechtsstand: September 2026 (Normtexte am 25.09.2026 abgerufen).
In den ersten fünf Dienstjahren meist kein Ruhegehalt
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