Dienstgrade der Feuerwehr in NRW: Rangabzeichen im Überblick
Besoldung nach Bundesland ·

Dienstgrade Feuerwehr NRW 2026: Tabelle mit Besoldung & Abzeichen

Berufs- und Freiwillige Feuerwehr in NRW nutzen unterschiedliche Dienstgrade. Der Ratgeber erklärt Amtsbezeichnungen, Laufbahnen, Besoldung und Rangabzeichen – mit Übersichtstabelle und Praxisbeispiel.

9 Min Lesezeit · Aktualisiert: 2. Oktober 2026

Die Dienstgrade der Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen zeigen auf einen Blick, welche Ausbildung und Verantwortung eine Einsatzkraft mitbringt. Dabei sind zwei Systeme zu unterscheiden: die Amtsbezeichnungen der Berufsfeuerwehr, die an das Beamtenrecht und die Besoldung gekoppelt sind, und die Dienstgrade der Freiwilligen Feuerwehr, die sich vor allem an absolvierten Lehrgängen und der Dienstzeit orientieren. Dieser Ratgeber gibt einen verständlichen Überblick über beide Laufbahnen, die Rangabzeichen und die grobe Einordnung in die Besoldung. Er richtet sich an angehende Einsatzkräfte, die sich für den Weg zur Feuerwehr interessieren, ebenso wie an aktive Kameradinnen und Kameraden, die ihre eigene Laufbahn einordnen möchten, und an Angehörige oder interessierte Bürgerinnen und Bürger, die Rangabzeichen an einer Einsatzstelle verstehen wollen. Wer sich zusätzlich für die finanzielle Seite der Laufbahn interessiert, findet ergänzende Zahlen im Beitrag zum Feuerwehr-Gehalt. Einen laufbahnübergreifenden Gesamtüberblick bietet zusätzlich unser Beitrag Feuerwehr-Dienstgrade (Überblick). Die zugehörigen Grundgehälter A7 bis A10 findest du im Ratgeber zur Feuerwehr-Besoldung in NRW, die Nettowerte im Beitrag Feuerwehr-Gehalt NRW und die Amtsstufen des mittleren Dienstes unter Brandmeister-Gehalt.

Dienstgrade der Berufsfeuerwehr in NRW

Berufsfeuerwehrleute in NRW sind Beamtinnen und Beamte. Ihre Amtsbezeichnung richtet sich nach der Laufbahngruppe und der Besoldungsgruppe der Landesbesoldungsordnung A. Grundsätzlich werden drei Laufbahnen unterschieden: der mittlere, der gehobene und der höhere feuerwehrtechnische Dienst. Die folgende Tabelle ordnet die gängigen Amtsbezeichnungen der jeweiligen Laufbahn und Besoldung zu. Die konkrete Zuordnung eines Amtes zu einer Besoldungsgruppe kann je nach Kommune und Stellenplan leicht abweichen – die Angaben sind daher als Orientierung zu verstehen. Wer sich bei einer nordrhein-westfälischen Berufsfeuerwehr bewerben will, findet Standortporträts zu Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Bochum, Wuppertal, Bielefeld, Münster, Mönchengladbach, Bonn, Gelsenkirchen und Aachen.

Dienstgrad / AmtsbezeichnungLaufbahnBesoldung (LBesO NRW)
Brandmeister/inmittlerer Dienst (LG 1.2)A 7 (Einstiegsamt)
Oberbrandmeister/inmittlerer DienstA 8
Hauptbrandmeister/inmittlerer DienstA 9 (bis zu 35 % der Stellen mit Amtszulage)
Brandoberinspektor/ingehobener Dienst (LG 2.1)A 10 (Einstiegsamt)
Brandamtmann / -fraugehobener DienstA 11
Brandamtsrat / -rätingehobener DienstA 12
Brandrat / -rätinhöherer Dienst (LG 2.2); im gehobenen Dienst BeförderungsamtA 13
Oberbrandrat / -rätinhöherer DienstA 14
Branddirektor/inhöherer DienstA 15
Leitende/r Branddirektor/inhöherer DienstA 16
Direktor/in der Berufsfeuerwehr (Städte über 600.000 Einwohner)höherer DienstB 2

Der Einstieg in den mittleren Dienst beginnt mit einem Vorbereitungsdienst von 18 Monaten als Brandmeisteranwärterin oder Brandmeisteranwärter. Für den gehobenen Dienst brauchst du einen Bachelor in einem technischen, naturwissenschaftlichen oder anderen für die Feuerwehr geeigneten Fach und einen Vorbereitungsdienst als Brandoberinspektoranwärterin oder -anwärter, für den höheren Dienst einen Master oder ein Universitätsdiplom und ein anschließendes Brandreferendariat. Ein Amt „Brandinspektor“ gibt es für Beamtinnen und Beamte in NRW nicht. In Städten mit mehr als 600.000 Einwohnern kann die Leitung der Berufsfeuerwehr in Besoldungsgruppe B 2 eingestuft sein.

Für die Einordnung der Tabelle ist wichtig, in welcher Reihenfolge die drei Laufbahnen aufgebaut sind: Mit steigender Ausbildung und Verantwortung steigt auch die Besoldungsgruppe – von A 7 im mittleren Dienst bis in die Spitzenämter der Besoldungsordnung B im höheren Dienst. Da Feuerwehr in Deutschland ganz überwiegend Länder- und Kommunalsache ist, können sich Bezeichnungen, Stellenpläne und die genaue Zuordnung einzelner Ämter zu einer Besoldungsgruppe von Bundesland zu Bundesland und sogar von Kommune zu Kommune unterscheiden. Wer die Tabelle liest, sollte sie deshalb als grobe Orientierung für NRW verstehen und nicht unbesehen auf andere Bundesländer oder auf konkrete Einzelfälle übertragen. Ein Beispiel zur Einordnung: Eine Hauptbrandmeisterin im mittleren Dienst ist nach der Tabelle in A 9 eingruppiert, während eine frisch ernannte Brandoberinspektorin im gehobenen Dienst bereits in A 10 startet – die Besoldung steigt also mit dem Wechsel in die nächsthöhere Laufbahngruppe spürbar an. Dies ist ein Näherungswert zur Einordnung und ersetzt keine individuelle Auskunft der zuständigen Personalstelle.

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Freiwillige Feuerwehr in NRW

In der Freiwilligen Feuerwehr hängt der Dienstgrad nicht von einer Besoldung ab, sondern von der abgeschlossenen Ausbildung und der Dienstzeit. Rechtsgrundlage ist die Verordnung über das Ehrenamt in den Freiwilligen Feuerwehren des Landes Nordrhein-Westfalen (VOFF NRW). Die Laufbahn beginnt mit der Feuerwehrfrau-Anwärterin bzw. dem Feuerwehrmann-Anwärter während der Grundausbildungs- und Probezeit. Danach folgen – abhängig von Lehrgängen und Dienstjahren – in der Regel diese Stufen:

  • Feuerwehrfrau / Feuerwehrmann
  • Oberfeuerwehrfrau / Oberfeuerwehrmann
  • Hauptfeuerwehrfrau / Hauptfeuerwehrmann
  • Unterbrandmeisterin / Unterbrandmeister (nach der Truppführerausbildung)
  • Brandmeisterin / Brandmeister (nach Gruppenführerlehrgang)
  • Oberbrandmeisterin / Oberbrandmeister
  • Hauptbrandmeisterin / Hauptbrandmeister
  • Brandinspektorin / Brandinspektor (nach dem Zugführerlehrgang)
  • Brandoberinspektorin / Brandoberinspektor (nach dem Verbandsführerlehrgang)
  • Gemeinde- oder Stadtbrandinspektorin / Gemeinde- oder Stadtbrandinspektor (nach den Lehrgängen „Einführung in die Stabsarbeit“ und „Leiter einer Feuerwehr“)

Wer in einer Stadt ohne Berufsfeuerwehr die Feuerwehr leitet, braucht – ebenso wie die Stellvertretung – die Qualifikation zur Gemeinde- oder Stadtbrandinspektorin bzw. zum Gemeinde- oder Stadtbrandinspektor (§ 18 VOFF NRW). Wichtig ist die Unterscheidung von Dienstgrad und Funktion: Der Dienstgrad beschreibt die Qualifikation, eine Funktion (etwa Gruppenführer, Zugführer oder Einheitsführer) die konkrete Aufgabe im Einsatz. Beides muss nicht deckungsgleich sein. Die genauen Voraussetzungen und Fristen für Beförderungen regelt die VOFF NRW.

Diese Liste macht deutlich, dass die Laufbahn in der Freiwilligen Feuerwehr ein stufenweiser Prozess ist: Wer sich engagiert, durchläuft Grundausbildung, weiterführende Lehrgänge wie den Gruppenführerlehrgang und sammelt zugleich Dienstjahre – beides zusammen führt schrittweise zu höheren Dienstgraden. Für die Praxis bedeutet das: Der eigene Dienstgrad lässt sich am ehesten anhand der bereits abgeschlossenen Lehrgänge und der Zugehörigkeitsdauer zur Wehr einschätzen, konkrete Auskunft geben aber die jeweilige Wehrleitung und die Regelungen der VOFF NRW.

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Rangabzeichen: Schulterstücke und Helmkennzeichnung

Welche Abzeichen getragen werden, legt in NRW ein Runderlass des Innenministeriums fest: die „Regelung über die Dienstgrad- und Funktionsabzeichen der Feuerwehren“ vom 20. Juli 2017 (MBl. NRW. 2017 S. 740). Sie gilt für die ehrenamtlichen Kräfte ebenso wie für die Beamtinnen und Beamten der Berufsfeuerwehren; im Hauptamt sind die Dienstgradabzeichen nach ihrer Anlage 1 zu tragen. Getragen werden sie als Schulterstücke auf der dunkelblauen Dienstkleidung. Zwei Merkmale verraten den Dienstgrad: die Farbe der Einfassung, die für die Laufbahngruppe steht, und die Zahl der Streifen.

BerufsfeuerwehrEinfassungStreifen
Mittlerer Dienst ohne GruppenführerausbildungrotBrandmeister 3, Oberbrandmeister 4, Hauptbrandmeister 5 rote Streifen
Mittlerer Dienst mit Gruppenführerausbildungrot-silber gedrilltBrandmeister 1, Oberbrandmeister 2, Hauptbrandmeister 3, Hauptbrandmeister mit Amtszulage 4 rote Streifen
Gehobener Dienst (LG 2.1)silberBrandoberinspektor 2, Brandamtmann 3, Brandamtsrat 4 silberne Streifen
Höherer Dienst (LG 2.2)goldBrandrat 1, Oberbrandrat 2, Branddirektor 3, Leitender Branddirektor 4, Direktor der Feuerwehr 5 goldene Streifen

Anwärterinnen und Anwärter tragen die Einfassung ihrer Laufbahn ohne Streifen: rot im mittleren Dienst, silber als Brandoberinspektoranwärter, gold als Brandreferendar. Wer im gehobenen Dienst bis zum Brandrat befördert wird, trägt eine silber-gold gedrillte Einfassung mit einem goldenen Streifen.

In der Freiwilligen Feuerwehr gilt dasselbe Prinzip. Feuerwehrmann bis Unterbrandmeister tragen eine rote Einfassung mit einem bis vier roten Streifen. Brandmeister, Oberbrandmeister und Hauptbrandmeister haben eine rot-silber gedrillte Einfassung mit einem bis drei roten Streifen. Brandinspektor, Brandoberinspektor und Gemeinde- oder Stadtbrandinspektor tragen Silber mit einem bis drei silbernen Streifen. Sterne und Kranz sind in NRW keine Dienstgrade, sondern Funktionsabzeichen: Ein silberner Stern oberhalb der Streifen steht zum Beispiel für die stellvertretende Einheitsführung, zwei Sterne für die Einheitsführung.

Im Einsatz kommt die Helmkennzeichnung hinzu. Sie richtet sich nach der Qualifikation und ist in Rot ausgeführt: ein Streifen auf beiden Helmseiten für Gruppenführerinnen und Gruppenführer, zwei Streifen für ehrenamtliche Zugführer und für Hauptbrandmeister mit Amtszulage und Gruppenführerausbildung, ein Ring für Beamtinnen und Beamte des gehobenen Dienstes mit Laufbahnbefähigung sowie für Leitungen der Feuerwehren und Verbandsführer, zwei Ringe für den höheren Dienst sowie für Kreis- und Bezirksbrandmeister.

Praxisbeispiel: Trifft an einer Einsatzstelle eine Oberbrandmeisterin der Berufsfeuerwehr auf einen ehrenamtlichen Unterbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr, lässt sich an den Schulterstücken die jeweilige Qualifikation ablesen. Wer den Einsatz leitet, ergibt sich jedoch aus der übertragenen Führungsfunktion und der Einsatzleitung vor Ort – nicht allein aus dem höheren Dienstgrad.

Für den Alltag an der Einsatzstelle bedeutet das: Rangabzeichen helfen, die Qualifikation einer Einsatzkraft schnell einzuordnen, sie ersetzen aber nicht die Klärung der Einsatzleitung. Wer sich vertiefend mit den Laufbahnen und der weiteren Entwicklung beschäftigen möchte, findet im Magazin weitere Ratgeber rund um Ausbildung, Beförderung und Alltag bei der Feuerwehr.

Häufige Fragen zu den Dienstgraden der Feuerwehr in NRW

Wie viele Dienstgrade hat die Feuerwehr in NRW?

Eine feste Gesamtzahl lässt sich nicht nennen, da Berufs- und Freiwillige Feuerwehr getrennte Systeme nutzen. Die Berufsfeuerwehr kennt rund zehn Amtsbezeichnungen über drei Laufbahnen, die Freiwillige Feuerwehr eine vergleichbare Zahl an Dienstgraden vom Anwärter bis zur Leitungsfunktion.

Was ist der höchste Dienstgrad bei der Feuerwehr in NRW?

Im höheren feuerwehrtechnischen Dienst der Berufsfeuerwehr ist Leitende Branddirektorin bzw. Leitender Branddirektor (A 16) das Spitzenamt der Laufbahn; in Städten mit mehr als 600.000 Einwohnern kann die Leitung als Direktorin oder Direktor der Berufsfeuerwehr in B 2 eingestuft sein. In der Freiwilligen Feuerwehr ist der höchste Dienstgrad Gemeinde- oder Stadtbrandinspektorin bzw. -inspektor.

Womit werden die Dienstgrade in NRW gekennzeichnet?

Mit Schulterstücken auf der Dienstkleidung. Die Farbe der Einfassung zeigt die Laufbahngruppe – rot bei Mannschaften und im mittleren Dienst, silber im gehobenen, gold im höheren Dienst –, die Zahl der Streifen den Dienstgrad. Sterne sind in NRW Funktionsabzeichen, keine Dienstgrade. Grundlage ist der Runderlass des Innenministeriums vom 20. Juli 2017.

Sind die Dienstgrade bei Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr gleich?

Nein. Die Berufsfeuerwehr nutzt beamtenrechtliche Amtsbezeichnungen mit Besoldung, die Freiwillige Feuerwehr Dienstgrade nach Ausbildung und Dienstzeit. Einige Bezeichnungen ähneln sich, die Systeme sind jedoch rechtlich getrennt.

Mehr rund um die Feuerwehr-Laufbahn

Du willst wissen, was die einzelnen Laufbahnen finanziell bedeuten oder wie der Weg zur Feuerwehr abläuft? In unseren weiterführenden Ratgebern findest du die passenden Antworten.

Quellen & Rechtsgrundlagen

Rechtsstand: September 2026 (Normtexte am 25.09.2026 abgerufen). Das LBesG NRW ist in der Fassung ab 4. August 2026 zitiert.

In den ersten fünf Dienstjahren meist kein Ruhegehalt

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