Feuerwehr Laufbahngruppe 2: Der Weg zum Brandinspektor
Karriere & Weiterbildung · 8. Juni 2026

Feuerwehr Laufbahngruppe 2: Der Weg zum Brandinspektor

7 Min Lesezeit · Aktualisiert: 9. Juli 2026

Die Laufbahngruppe 2 bei der Feuerwehr umfasst den gehobenen und den höheren Dienst – also alle Besoldungsgruppen ab A10 aufwärts. Sie richtet sich an alle, die bei der Berufsfeuerwehr Feuerwehrmann werden und Führungsverantwortung übernehmen wollen: an Abiturientinnen und Abiturienten, die direkt über ein Studium einsteigen, ebenso wie an erfahrene Einsatzkräfte, die aus dem mittleren Dienst aufsteigen möchten. Der Weg zum Brandinspektor führt entweder über ein Direktstudium mit anschließendem Vorbereitungsdienst oder über den internen Aufstieg aus der Laufbahngruppe 1. In diesem Ratgeber erfährst du, wie die Laufbahngruppen aufgebaut sind, welche Zugangsvoraussetzungen für den gehobenen Dienst (Laufbahngruppe 2.1) gelten, welche Aufgaben dort auf dich warten und wie sich das Einstiegsgehalt in der Besoldungsgruppe A10 zwischen Bund und Ländern unterscheidet. Am Ende beantworten wir die häufigsten Fragen rund um den Weg in die Laufbahngruppe 2.

Laufbahngruppen im Überblick

Die Feuerwehrlaufbahn ist in zwei große Laufbahngruppen mit je zwei Ebenen unterteilt. Laufbahngruppe 1 umfasst den einfachen und den mittleren Dienst, Laufbahngruppe 2 den gehobenen und den höheren Dienst. Je höher die Laufbahngruppe, desto höher fällt die Besoldung aus – aber auch die Anforderungen an Schulabschluss und Ausbildung steigen. Die folgende Übersicht zeigt, wie die vier Ebenen zusammenhängen und welcher Zugang jeweils vorausgesetzt wird:

LaufbahngruppeBesoldungZugang
1.1 (einfacher Dienst)A2–A5Hauptschule + Ausbildung
1.2 (mittlerer Dienst)A6–A9Realschule + Ausbildung (Brandmeister)
2.1 (gehobener Dienst)A9–A13FH-Bachelor (Feuerwehr)
2.2 (höherer Dienst)A13–B3Universitäts-Master

Die Besoldungsspalte nennt jeweils die Spanne der Ämter innerhalb einer Ebene – im gehobenen Dienst (2.1) reicht sie beispielsweise von A9 bis A13. Wichtig zu wissen: Die konkreten Beträge dahinter sind Ländersache. Bund und jedes Bundesland verabschieden eigene Besoldungstabellen, und selbst die Nummerierung der Erfahrungsstufen unterscheidet sich – in Nordrhein-Westfalen beginnt die Tabelle für A10 etwa erst bei Stufe 3, im Bund dagegen bei Stufe 1. Ein und dasselbe Amt kann daher je nach Dienstherr unterschiedlich vergütet werden. Wer die klassische Feuerwehr-Ausbildung im mittleren Dienst durchlaufen hat, findet sich in Laufbahngruppe 1.2 wieder und kann von dort in die Laufbahngruppe 2 aufsteigen.

Einstieg in Laufbahngruppe 2.1 (gehobener Dienst)

Option 1 — Direkteinstieg: abgeschlossener Bachelor (meist Ingenieur-/Naturwissenschaft) + Bewerbung für den Vorbereitungsdienst des gehobenen feuerwehrtechnischen Dienstes (z. B. 24 Monate am IdF NRW als Brandoberinspektoranwärter/in). Alternativ in einzelnen Ländern duale Studiengänge, z. B. „112 Dual“ der Berliner Feuerwehr an der BHT (7 Semester, B.Eng.).

Option 2 — Aufstieg: Hauptbrandmeister A9 kann nach internem Auswahlverfahren für ein 2-jähriges Aufstiegsstudium nominiert werden. Danach Aufstieg in A10.

Gehobener Dienst: Typische Aufgaben

Der gehobene Dienst ist die klassische Führungsebene der Feuerwehr. Statt ausschließlich an der Einsatzstelle Hand anzulegen, übernehmen Beamtinnen und Beamte hier zunehmend Führungs-, Planungs- und Verwaltungsaufgaben. Typisch sind unter anderem:

  • Gruppen- und Zugführer im Einsatz
  • Wachabteilungsführer (WAF)
  • Sachbearbeiterfunktionen in der Verwaltung (Technik, Ausbildung, Vorbeugender Brandschutz)
  • Lehroffizier an Feuerwehrschulen

Der direkte Einstieg in LG2: Studium ohne BF-Vorerfahrung

Der Direkteinstieg in LG2 ist möglich — und der schnellste Weg zum Brandinspektor. Was du brauchst:

AnforderungDetails
SchulabschlussFachabitur oder Abitur
StudiumBachelor Feuerwehr (an Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung oder gleichwertig)
PraxisphaseIntegriertes Feuerwehr-Praktikum (12–18 Monate) während des Studiums
AbschlussBachelor of Arts / Bachelor of Engineering → Direkteinstieg als Brandinspektor A10

Studiumsdauer: typisch 3–3,5 Jahre. Danach direkt A10 — ohne die LG1-Laufbahn (A7→A9m) durchlaufen zu müssen. Das spart 8–15 Jahre gegenüber dem internen Aufstieg aus LG1.

Rechenbeispiel: Einstiegsgehalt als Brandinspektor (A10)

Beispiel (Näherungswert): Wer als Direkteinsteiger in der Besoldungsgruppe A10 startet, wird nach der jeweiligen Landes- beziehungsweise Bundestabelle bezahlt. Im Bund weist die amtliche Tabelle (Stand 01.04.2025) für A10 ein Grundgehalt von 3.682,78 € in der Eingangsstufe (Stufe 1) aus; mit wachsender Erfahrung steigt es bis auf 4.917,77 € in Stufe 8. In Nordrhein-Westfalen beginnt die A10-Besoldung bei 3.573,44 € (Stand 01.02.2025, dort ab Erfahrungsstufe 3 ausgewiesen). Das sind reine Monatsbrutto-Grundgehälter ohne Feuerwehr- und Erschwerniszulagen oder Schicht- und Nachtdienstzuschläge – die tatsächliche Auszahlung liegt individuell höher. Die genannten Beträge sind Näherungswerte zum angegebenen Stand und ersetzen keine verbindliche Gehaltsauskunft des Dienstherrn.

Der interne Aufstieg aus LG1 nach LG2

Wer bereits im mittleren Dienst ist, kann in LG2 aufsteigen — aber das ist nicht selbstverständlich und hängt von Eignung, Plätzen und Dienstherr ab:

  • Voraussetzung: Hauptbrandmeister (A9m) + hervorragende dienstliche Beurteilung
  • Auswahl durch den Dienstherrn (kein Rechtsanspruch)
  • 3-jähriges berufsbegleitendes Studium oder Aufstiegslehrgang an der Landesfeuerwehrschule/Fachhochschule
  • Nach Abschluss: Brandinspektor A10 (ebenso wie Direkteinsteiger)

In der Praxis steigen jährlich nur wenige LG1-Beamte auf — die Zahl der Aufstiegsplätze ist begrenzt. Wer in LG2 will, plant das am besten frühzeitig und pflegt die Beurteilungen aktiv. Weitere Ratgeber rund um Ausbildung, Gehalt und Karriere bei der Feuerwehr findest du in unserem Magazin.

Krankenversicherung im gehobenen Dienst: Heilfürsorge oder Beihilfe?

Ein Punkt, der beim Einstieg in die Laufbahngruppe 2 oft übersehen wird, ist die Krankenabsicherung. Ob Einsatzdienst-Beamte der Berufsfeuerwehr freie Heilfürsorge erhalten oder auf Beihilfe mit ergänzender privater Krankenversicherung angewiesen sind, hängt vom Bundesland und vom Dienstherrn ab. Einige Länder gewähren dem feuerwehrtechnischen Dienst im Einsatz freie Heilfürsorge – so etwa Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen oder Hamburg. In anderen Ländern wie Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz oder Thüringen gilt dagegen die Beihilfe, sodass zusätzlich eine beihilfekonforme private Krankenversicherung nötig ist. In einzelnen Ländern ist die Regelung sogar von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Weil sich daraus je nach Karrierestufe ein unterschiedlicher Absicherungsbedarf ergibt, lohnt sich ein früher Blick auf die eigene Situation.

Hinweis: Alle Gehaltsangaben sind Monatsbrutto-Grundgehälter und Näherungswerte zum jeweils angegebenen Stand (Bund 01.04.2025, Nordrhein-Westfalen 01.02.2025). Besoldungstabellen werden regelmäßig angepasst; maßgeblich sind stets die aktuellen amtlichen Tabellen des jeweiligen Dienstherrn. Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine verbindliche Auskunft des Dienstherrn.

Häufige Fragen zur Laufbahngruppe 2

Was verdient ein Direkteinsteiger in Laufbahngruppe 2 in den ersten Jahren?

Direkteinsteiger starten in der Besoldungsgruppe A10. Im Bund entspricht das laut amtlicher Tabelle (Stand 01.04.2025) einem Grundgehalt von rund 3.682,78 € in der Eingangsstufe, in Nordrhein-Westfalen rund 3.573,44 € (Stand 01.02.2025). Das kann anfangs weniger sein als bei einem erfahrenen Hauptbrandmeister (A9) im mittleren Dienst – der Vorteil der Laufbahngruppe 2 liegt aber in den deutlich höheren Aufstiegsämtern bis A13 und darüber hinaus.

Welche Hochschulen bieten das Feuerwehr-Studium an?

Echte Beispiele: BHT Berlin (Brandschutz und Sicherheitstechnik, dual als „112 Dual“ mit der Berliner Feuerwehr), HAW Hamburg und TH Köln (Rettungsingenieurwesen), OvGU/HS Magdeburg-Stendal (Sicherheit und Gefahrenabwehr). In den meisten Ländern (NRW, Bayern, Hessen) führt der Weg über einen eigenen Bachelor (meist Ingenieur-/Naturwissenschaft) plus Vorbereitungsdienst — in NRW 24 Monate am Institut der Feuerwehr (IdF NRW). Bewerbung bei den Einstellungsstellen der Städte/Länder.

Kann ich nach dem Studium auch zur Werkfeuerwehr?

Ja — ein FH-Abschluss in Sicherheitstechnik oder Feuerwehr öffnet auch Türen zur Werkfeuerwehr (Fachbereichsleitung, Sicherheitsingenieur). Gehalt ist dann nach individuellem Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag — teils deutlich höher als A10, aber ohne Pensionsanspruch.

Was ist der Unterschied zwischen Laufbahngruppe 2.1 und 2.2?

Laufbahngruppe 2.1 ist der gehobene Dienst (Besoldung A9 bis A13), Zugang über einen FH-Bachelor im Bereich Feuerwehr. Laufbahngruppe 2.2 ist der höhere Dienst (A13 bis B3) und setzt in der Regel einen Universitäts-Master voraus. Der gehobene Dienst ist die klassische Führungsebene, der höhere Dienst führt bis in die Leitung großer Feuerwehren.

Wie lange dauert der Weg zum Brandinspektor?

Über den Direkteinstieg dauert das Feuerwehr-Studium typischerweise 3 bis 3,5 Jahre; danach folgt der Einstieg als Brandinspektor in A10. Der interne Aufstieg aus der Laufbahngruppe 1 dauert deutlich länger – nach den gängigen Erfahrungswerten spart der Direktweg rund 8 bis 15 Jahre gegenüber dem Aufstieg aus dem mittleren Dienst.

Erhalte ich als Feuerwehrbeamter freie Heilfürsorge?

Das hängt vom Bundesland und Dienstherrn ab. Einige Länder gewähren dem Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr freie Heilfürsorge (zum Beispiel Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen oder Hamburg), andere setzen auf Beihilfe plus private Krankenversicherung (zum Beispiel Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz oder Thüringen). In einigen Ländern ist die Regelung kommunal unterschiedlich, weshalb sich ein Blick auf den konkreten Dienstherrn lohnt.

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