Feuerwehr Laufbahngruppe 2: Der Weg zum Brandinspektor
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Feuerwehr Laufbahngruppe 2: Der Weg zum Brandinspektor

9 Min Lesezeit · Aktualisiert: 25. September 2026

Die Laufbahngruppe 2 bei der Feuerwehr umfasst den gehobenen und den höheren Dienst – bei der Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen also die Besoldungsgruppen ab A10 aufwärts. Sie richtet sich an alle, die bei der Berufsfeuerwehr Feuerwehrmann werden und Führungsverantwortung übernehmen wollen: an Abiturientinnen und Abiturienten, die direkt über ein Studium einsteigen, ebenso wie an erfahrene Einsatzkräfte, die aus dem mittleren Dienst aufsteigen möchten. Der Weg in den gehobenen Dienst – in NRW mit dem Eingangsamt Brandoberinspektor (A10) – führt entweder über ein Bachelorstudium mit anschließendem Vorbereitungsdienst oder über den Aufstieg aus der Laufbahngruppe 1. In diesem Ratgeber erfährst du, wie die Laufbahngruppen aufgebaut sind, welche Zugangsvoraussetzungen für den gehobenen Dienst (Laufbahngruppe 2.1) gelten, welche Aufgaben dort auf dich warten und wie sich das Einstiegsgehalt in der Besoldungsgruppe A10 zwischen Bund und Ländern unterscheidet. Am Ende beantworten wir die häufigsten Fragen rund um den Weg in die Laufbahngruppe 2.

Laufbahngruppen im Überblick

Die Feuerwehrlaufbahn ist in zwei große Laufbahngruppen mit je zwei Ebenen unterteilt. Laufbahngruppe 1 umfasst den einfachen und den mittleren Dienst, Laufbahngruppe 2 den gehobenen und den höheren Dienst. Je höher die Laufbahngruppe, desto höher fällt die Besoldung aus – aber auch die Anforderungen an Schulabschluss und Ausbildung steigen. Die folgende Übersicht zeigt, wie die vier Ebenen zusammenhängen und welcher Zugang jeweils vorausgesetzt wird:

LaufbahngruppeÄmter der Feuerwehr (NRW)Zugang
1.1 (einfacher Dienst)keine Laufbahn im feuerwehrtechnischen Dienst–
1.2 (mittlerer Dienst)Brandmeister A7, Oberbrandmeister A8, Hauptbrandmeister A9Hauptschulabschluss und passende Gesellenprüfung bzw. Berufsausbildung oder Fachoberschulreife und handwerkliche Vorausbildung; 18 Monate Vorbereitungsdienst
2.1 (gehobener Dienst)Brandoberinspektor A10, Brandamtmann A11, Brandamtsrat A12, Beförderung bis Brandrat A13Bachelor aus einem technischen, naturwissenschaftlichen oder anderen für die Feuerwehr geeigneten Bereich; Vorbereitungsdienst drei Jahre, bis zu zwölf Monate Studium werden angerechnet
2.2 (höherer Dienst)Brandrat A13 bis Leitender Branddirektor A16, Direktor der Berufsfeuerwehr B2Master oder Universitätsdiplom; Vorbereitungsdienst (Brandreferendariat) in der Regel zwei Jahre

Die mittlere Spalte nennt die Ämter der Feuerwehr in NRW – im gehobenen Dienst (2.1) reichen sie von A10 bis A12, als Beförderungsamt bis A13. In anderen Ländern gibt es zusätzlich einen Brandinspektor in A9 (etwa in Hessen und Bayern). Wichtig zu wissen: Die konkreten Beträge dahinter sind Ländersache. Bund und jedes Bundesland verabschieden eigene Besoldungstabellen, und selbst die Nummerierung der Erfahrungsstufen unterscheidet sich – in Nordrhein-Westfalen beginnt die Tabelle für A10 etwa erst bei Stufe 3, im Bund dagegen bei Stufe 1. Ein und dasselbe Amt kann daher je nach Dienstherr unterschiedlich vergütet werden. Wer die klassische Feuerwehr-Ausbildung im mittleren Dienst durchlaufen hat, findet sich in Laufbahngruppe 1.2 wieder und kann von dort in die Laufbahngruppe 2 aufsteigen.

Einstieg in Laufbahngruppe 2.1 (gehobener Dienst)

Option 1 — Direkteinstieg: abgeschlossener Bachelor (meist Ingenieur-/Naturwissenschaft) + Bewerbung für den Vorbereitungsdienst des gehobenen feuerwehrtechnischen Dienstes (in NRW dauert der Vorbereitungsdienst drei Jahre, auf die bis zu zwölf Monate Studium angerechnet werden – die Ausbildung selbst umfasst 24 Monate; Dienstbezeichnung Brandoberinspektoranwärterin oder -anwärter). Alternativ in einzelnen Ländern duale Studiengänge, z. B. „112 Dual“ der Berliner Feuerwehr an der BHT (7 Semester, B.Eng.).

Option 2 — Aufstieg: In NRW können Beamtinnen und Beamte der Laufbahngruppe 1 nach einem Auswahlverfahren zugelassen werden, wenn sie geeignet sind und entweder die Bachelor-Voraussetzung erfüllen oder die Gruppenführerausbildung plus mindestens drei Monate Ausbildungstätigkeit oder Hospitation nachweisen. Es folgen zwölf Monate Einführungszeit und die Aufstiegsprüfung, danach das Amt Brandoberinspektor in A10 (§ 13 LVOFeu). Ohne Prüfung ist ein beschränkter Aufstieg bis A11 möglich (§ 14 LVOFeu).

Gehobener Dienst: Typische Aufgaben

Der gehobene Dienst ist die klassische Führungsebene der Feuerwehr. Statt ausschließlich an der Einsatzstelle Hand anzulegen, übernehmen Beamtinnen und Beamte hier zunehmend Führungs-, Planungs- und Verwaltungsaufgaben. Typisch sind unter anderem:

  • Gruppen- und Zugführer im Einsatz
  • Wachabteilungsführer (WAF)
  • Sachbearbeiterfunktionen in der Verwaltung (Technik, Ausbildung, Vorbeugender Brandschutz)
  • Lehroffizier an Feuerwehrschulen

Der direkte Einstieg in LG2: Studium ohne BF-Vorerfahrung

Der Direkteinstieg in LG2 ist möglich — und der schnellste Weg in den gehobenen Dienst. Was du in NRW brauchst:

AnforderungDetails (NRW)
StudiumBachelor oder gleichwertiger Abschluss (Fachhochschule, Universität, technische Hochschule, Berufsakademie) aus einem technischen, naturwissenschaftlichen oder anderen für die Feuerwehr geeigneten Bereich
Einstellungvolljährig, amtsärztlich geeignet, erfolgreiches Auswahlverfahren
Vorbereitungsdienstdrei Jahre, bis zu zwölf Monate Studium werden angerechnet; Laufbahnprüfung am Institut der Feuerwehr NRW
AbschlussEinstieg als Brandoberinspektorin oder Brandoberinspektor in A10

Ein Bachelorstudium dauert in der Regel drei bis dreieinhalb Jahre; danach folgt der Vorbereitungsdienst. Die Ämter des mittleren Dienstes (A7 bis A9) musst du auf diesem Weg nicht durchlaufen.

Rechenbeispiel: Einstiegsgehalt als Brandoberinspektor (A10)

Beispiel (Näherungswert): Wer als Direkteinsteiger in der Besoldungsgruppe A10 startet, wird nach der jeweiligen Landes- beziehungsweise Bundestabelle bezahlt. Im Bund liegt das Grundgehalt für A10 in der Eingangsstufe (Stufe 1) bei 3.785,90 € und steigt mit wachsender Erfahrung bis auf 5.055,47 € in Stufe 8 (Abschlagszahlung seit Mai 2026 unter Vorbehalt; gesetzliche Anlage IV BBesG, Stand 01.03.2024: 3.575,51 bis 4.774,53 €). In Nordrhein-Westfalen beginnt die A10-Besoldung bei 3.693,51 € (Stand 01.04.2026, dort ab Erfahrungsstufe 3 ausgewiesen). Das sind reine Monatsbrutto-Grundgehälter ohne Feuerwehr- und Erschwerniszulagen oder Schicht- und Nachtdienstzuschläge – die tatsächliche Auszahlung liegt individuell höher. Die genannten Beträge sind Näherungswerte zum angegebenen Stand und ersetzen keine verbindliche Gehaltsauskunft des Dienstherrn.

Der interne Aufstieg aus LG1 nach LG2

Wer bereits im mittleren Dienst ist, kann in LG2 aufsteigen — aber das ist nicht selbstverständlich und hängt von Eignung, Plätzen und Dienstherr ab:

  • Voraussetzung (NRW, § 13 LVOFeu): Eignung nach Persönlichkeit und Leistungen sowie Bachelor oder abgeschlossene Gruppenführerausbildung mit mindestens drei Monaten Ausbildungstätigkeit oder Hospitation
  • Auswahl durch den Dienstherrn (kein Rechtsanspruch)
  • Zwölf Monate Einführungszeit in die neue Laufbahn, danach Aufstiegsprüfung (entspricht der Laufbahnprüfung)
  • Nach bestandener Prüfung: Brandoberinspektor A10 (ebenso wie Direkteinsteiger); ohne Prüfung ist ein beschränkter Aufstieg bis A11 möglich (§ 14 LVOFeu)

In der Praxis steigen jährlich nur wenige LG1-Beamte auf — die Zahl der Aufstiegsplätze ist begrenzt. Wer in LG2 will, plant das am besten frühzeitig und pflegt die Beurteilungen aktiv. Weitere Ratgeber rund um Ausbildung, Gehalt und Karriere bei der Feuerwehr findest du in unserem Magazin.

Krankenversicherung im gehobenen Dienst: Heilfürsorge oder Beihilfe?

Ein Punkt, der beim Einstieg in die Laufbahngruppe 2 oft übersehen wird, ist die Krankenabsicherung. Ob Einsatzdienst-Beamte der Berufsfeuerwehr freie Heilfürsorge erhalten oder auf Beihilfe mit ergänzender privater Krankenversicherung angewiesen sind, hängt vom Bundesland und vom Dienstherrn ab. Einige Länder gewähren dem feuerwehrtechnischen Dienst im Einsatz freie Heilfürsorge – so etwa Hamburg, Niedersachsen, Sachsen oder Schleswig-Holstein. In anderen Ländern wie Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder Thüringen gilt dagegen die Beihilfe, sodass zusätzlich eine beihilfekonforme private Krankenversicherung nötig ist. In einzelnen Ländern ist die Regelung sogar von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Weil sich daraus je nach Karrierestufe ein unterschiedlicher Absicherungsbedarf ergibt, lohnt sich ein früher Blick auf die eigene Situation.

Hinweis: Alle Gehaltsangaben sind Monatsbrutto-Grundgehälter und Näherungswerte zum jeweils angegebenen Stand (Bund: Abschlag seit 01.05.2026 unter Vorbehalt, gesetzlich Anlage IV Stand 01.03.2024; Nordrhein-Westfalen 01.04.2026). Besoldungstabellen werden regelmäßig angepasst; maßgeblich sind stets die aktuellen amtlichen Tabellen des jeweiligen Dienstherrn. Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine verbindliche Auskunft des Dienstherrn.

Häufige Fragen zur Laufbahngruppe 2

Was verdient ein Direkteinsteiger in Laufbahngruppe 2 in den ersten Jahren?

Direkteinsteiger starten in der Besoldungsgruppe A10. Im Bund entspricht das einem Grundgehalt von rund 3.785,90 € in der Eingangsstufe (Abschlagszahlung seit Mai 2026 unter Vorbehalt), in Nordrhein-Westfalen rund 3.693,51 € (Stand 01.04.2026). Das kann anfangs weniger sein als bei einem erfahrenen Hauptbrandmeister (A9) im mittleren Dienst – der Vorteil der Laufbahngruppe 2 liegt aber in den deutlich höheren Aufstiegsämtern bis A13 und darüber hinaus.

Welche Hochschulen bieten das Feuerwehr-Studium an?

Echte Beispiele: BHT Berlin (Brandschutz und Sicherheitstechnik, dual als „112 Dual“ mit der Berliner Feuerwehr), HAW Hamburg und TH Köln (Rettungsingenieurwesen), OvGU/HS Magdeburg-Stendal (Sicherheit und Gefahrenabwehr). In den meisten Ländern (NRW, Bayern, Hessen) führt der Weg über einen eigenen Bachelor (meist Ingenieur-/Naturwissenschaft) plus Vorbereitungsdienst — in NRW 24 Monate am Institut der Feuerwehr (IdF NRW). Bewerbung bei den Einstellungsstellen der Städte/Länder.

Kann ich nach dem Studium auch zur Werkfeuerwehr?

Ja — ein FH-Abschluss in Sicherheitstechnik oder Feuerwehr öffnet auch Türen zur Werkfeuerwehr (Fachbereichsleitung, Sicherheitsingenieur). Gehalt ist dann nach individuellem Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag — teils deutlich höher als A10, aber ohne Pensionsanspruch.

Was ist der Unterschied zwischen Laufbahngruppe 2.1 und 2.2?

In NRW ist die Laufbahngruppe 2.1 der gehobene feuerwehrtechnische Dienst (Brandoberinspektor A10 bis Brandamtsrat A12, Beförderung bis Brandrat A13), Zugang mit einem Bachelor in einem technischen, naturwissenschaftlichen oder anderen geeigneten Fach und Vorbereitungsdienst. Laufbahngruppe 2.2 ist der höhere Dienst (Brandrat A13 bis Leitender Branddirektor A16, an der Spitze großer Berufsfeuerwehren B2) und setzt einen Master oder ein Universitätsdiplom sowie das Brandreferendariat voraus. Der gehobene Dienst ist die klassische Führungsebene, der höhere Dienst führt bis in die Leitung großer Feuerwehren.

Wie lange dauert der Weg zum Brandinspektor?

Über den Direkteinstieg dauert das Bachelorstudium in der Regel drei bis dreieinhalb Jahre; danach folgt in NRW ein Vorbereitungsdienst von drei Jahren, auf den bis zu zwölf Monate Studium angerechnet werden. Wer ihn besteht, beginnt als Brandoberinspektor in A10 – ein Amt „Brandinspektor“ gibt es in NRW nicht, in Hessen und Bayern liegt es in A9. Der Aufstieg aus der Laufbahngruppe 1 setzt Dienstjahre im mittleren Dienst, ein Auswahlverfahren, zwölf Monate Einführungszeit und die Aufstiegsprüfung voraus.

Erhalte ich als Feuerwehrbeamter freie Heilfürsorge?

Das hängt vom Bundesland und Dienstherrn ab. Einige Länder gewähren dem Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr freie Heilfürsorge (zum Beispiel Hamburg, Niedersachsen, Sachsen oder Schleswig-Holstein), andere setzen auf Beihilfe plus private Krankenversicherung (zum Beispiel Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder Thüringen). In einigen Ländern ist die Regelung kommunal unterschiedlich, weshalb sich ein Blick auf den konkreten Dienstherrn lohnt.

Quellen & Rechtsgrundlagen

Rechtsstand: September 2026 (Normtexte am 25.09.2026 abgerufen). Beispiele und Fristen beziehen sich auf Nordrhein-Westfalen; andere Länder regeln Laufbahnen und Ämter in eigenen Verordnungen.

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