Auf einer typischen Feuerwehrwache stehen mehrere unterschiedliche Fahrzeugtypen – jedes für einen bestimmten Einsatzzweck. Ein Überblick, welche Fahrzeuge es gibt, was sie können und wann sie eingesetzt werden.
Die wichtigsten Fahrzeugklassen
Löschgruppenfahrzeuge (LF / HLF)
Das Arbeitspferd der deutschen Feuerwehr. Besatzung 1+8, Wassertank 1.000–2.000 Liter, Einbaupumpe mit 2.000 L/min. Das HLF hat zusätzlich hydraulisches Rettungsgerät – damit ist es der meistgestellte Erstausrücker bei Brand und Unfall.
Tanklöschfahrzeuge (TLF)
Tanklöschfahrzeuge bringen große Wassermengen (2.000–4.000 Liter) dorthin, wo keine Hydranten sind: Autobahnen, Wälder, Industriegebiete. Besatzung nur 1+2, dafür hohe Pumpkapazität und Geländegängigkeit.
Drehleiter (DLK)
Die DLK 23/12 rettet Personen aus Höhen bis 23 Meter (ca. 8. Stockwerk), auch bei 12 Meter seitlichem Versatz. Pflichtfahrzeug für jede mittlere und große Gemeinde nach DIN 14092.
Rüstwagen (RW)
Speziell für Technische Hilfeleistung: hydraulische Schere und Spreizer zum Befreien eingeklemmter Personen, Hebekissen, Winden, Beleuchtungsausrüstung. Kommt bei schweren Verkehrsunfällen als Ersthelfer.
Einsatzleitfahrzeug (ELW)
Mobile Einsatzzentrale: Kommunikationstechnik, Lagebild, Kartenmaterial. ELW 1 für den Zugführer, ELW 2 für den Abschnittsführer bei Großeinsätzen.
Gerätewagen Logistik (GW-L)
Nachschubfahrzeug: bringt Schlauchreserven, Atemschutzersatzgeräte, Sondergerät in den Einsatz. Unverzichtbar bei länger dauernden Lagen.
Wechselladerfahrzeug + Abrollbehälter (WLF/AB)
Ein WLF trägt wechselbare Container (Abrollbehälter) – AB-Rüst, AB-Schlauch, AB-Schaum, AB-Atemschutz. Extrem flexibel, ideal für große Berufsfeuerwehren mit variablem Einsatzspektrum.
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Häufige Fragen
Welches Fahrzeug rückt zuerst aus?
Bei Bränden in Gebäuden rückt ein HLF 20 (oder LF 20) als Erstfahrzeug aus, ergänzt durch eine DLK 23/12 und ein ELW. Bei Verkehrsunfällen ist das HLF mit Rettungsgerät die erste Priorität.
Wie viele Feuerwehrfahrzeuge gibt es in Deutschland?
Rund 100.000 Einsatzfahrzeuge sind bundesweit bei Berufs- und freiwilligen Feuerwehren im Einsatz (Quelle: AGBF 2024).
Fahrzeugklassen und ihre Einsatzgebiete
Die deutschen Feuerwehrfahrzeuge sind nach DIN-Normen typisiert — eine Übersicht der wichtigsten:
| Kürzel | Vollname | Hauptaufgabe |
|---|---|---|
| HLF 20 | Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 | Erstangriff Brand + TH — Universalfahrzeug |
| TLF 3000 | Tanklöschfahrzeug 3000 | Waldbrand, Außenangriff, Wasserbevorratung |
| DLK 23-12 | Drehleiter mit Korb 23m/12% | Personenrettung ab 4. OG |
| RW 2 | Rüstwagen 2 | Technische Rettung (Spreizer, Schere), schwere Bergung |
| GW-G 1/2 | Gerätewagen Gefahrgut | CBRN-Einsätze, Messung, Dekon |
| MTW | Mannschaftstransportwagen | Personen- und Gerättransport, Kein Löscheinsatz |
| ELW 1/2 | Einsatzleitwagen | Einsatzführung und Kommunikation |
| KdoW | Kommandowagen | Führungsfahrzeug für Einsatzleiter |
So werden Fahrzeuge beschafft
Fahrzeugbeschaffung ist Gemeindeaufgabe — aber es gibt Fördertöpfe:
- Landeszuschüsse: Alle Bundesländer fördern Fahrzeugbeschaffungen für Freiwillige Feuerwehren (20–60 % Zuschuss je nach Fahrzeugtyp und Bundesland)
- Nutzungsdauer: HLF und TLF ca. 15–20 Jahre, Drehleitern ca. 20–25 Jahre
- Kosten: HLF 20 ca. 350.000–500.000 €, Drehleiter DLK ca. 600.000–900.000 €
Häufige Fragen zu Feuerwehrfahrzeugen
Was ist ein Wechselladerfahrzeug (WLF) und wozu braucht man es?
Das WLF trägt verschiedene Abrollbehälter (Container) — je nach Einsatz wird der passende Container aufgeladen. Das ist wirtschaftlicher als 10 Spezialfahrzeuge und flexibler. Typische Container: Gefahrgut, Beleuchtung, Sanität, Atemschutz-Logistik, Schaummittelversorgung.
Wie viele Fahrzeuge hat eine typische BF?
Kleine BF (50.000 Ew): ca. 15–25 Fahrzeuge. Mittelgroße BF (200.000 Ew): ca. 60–100 Fahrzeuge. Große BF (1 Mio. Ew, Hamburg): 200–400 Fahrzeuge, aufgeteilt auf ca. 25–35 Wachen. Dazu kommen Reservefahrzeuge für Wartung und Großlagen.
Darf jeder Feuerwehrmann jedes Fahrzeug fahren?
Nein — Fahrberechtigung erfordert Fahrausbildung und Einweisung auf das konkrete Fahrzeugmodell. Klasse C ist Pflicht für alle Großfahrzeuge, aber zusätzlich gibt es BF-interne Fahrausbildungsnachweise für Drehleiter, Wechsellader und Sonderfahrzeuge.
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