Ohne Schlauch kein Löschangriff. Die Feuerwehr nutzt mehrere genormte Schlauchtypen – für unterschiedliche Aufgaben und Drücke. Hier sind alle Typen mit Maßen, Drücken und Einsatzbereichen.
Die Schlauchtypen nach Durchmesser
| Typ | Innendurchmesser | Max. Betriebsdruck | Länge | Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| A-Schlauch | 110 mm | 10 bar | 1,6 m (starr) | Saugschlauch – Wasserentnahme aus Gewässer/Tank |
| B-Schlauch | 75 mm | 12 bar | 20 m | Verteilerleitung – von Pumpe zu Verteiler |
| C-Schlauch | 52 mm | 12 bar | 15 m | Angriffsleitung – Standard für Innenangriff |
| D-Schlauch | 25 mm | 8 bar | 30 m | Kleinlöschgeräte, Wandhydrant |
Druckschlauch vs. Saugschlauch
Druckschläuche (B, C, D) sind aus Kunstfaser und falten sich im unbenutzten Zustand flach zusammen. Saugschläuche (A) sind formstabile Hartschläuche – sie dürfen nicht kollabieren, wenn die Pumpe Unterdruck erzeugt.
Schlauchpflege
- Nach jedem Einsatz: spülen, trocknen, aufhaspeln
- Feuchtigkeit im Schlauch → Schimmelpilz und Materialschäden
- Druckprüfung nach DIN jährlich – defekte Schläuche aus dem Dienst nehmen
- Lagerung: aufrecht im Schlauchwagen oder stehend im Fahrzeug
Welcher Schlauch für welchen Einsatz?
Die Schlauchauswahl ist Taktik — der falsche Schlauch kostet Zeit und Wasser:
| Situation | Empfohlener Schlauch | Begründung |
|---|---|---|
| Innenangriff Wohnhausbrand | C-Schlauch + Hohlstrahlrohr | Handhabbar in engen Räumen, ausreichend Leistung |
| Außenangriff Industriebrand | B-Schlauch mit Monitor/Standrohr | Hoher Volumenstrom, große Reichweite |
| Zubringerleitung Hydranten → Pumpe | A-Schlauch | Geringster Druckverlust, höchstes Volumen |
| Fahrzeugbrand, Kleinstfeuer | D-Schlauch (Kübelspritze) | Kompakt, wenig Wasser, schnell verlegt |
Druckverlust in Schlauchleitungen
Der Druckverlust ist entscheidend für die Planung langer Schlauchleitungen:
- A-Schlauch (110 mm): ca. 1,5–3 bar Verlust pro 100 m bei 1.600 l/min
- B-Schlauch (75 mm): ca. 6–10 bar pro 100 m bei 800 l/min
- C-Schlauch (52 mm): ca. 4–8 bar pro 100 m bei 400 l/min
- D-Schlauch (25 mm): für kurze Leitungen, sehr hoher Verlust bei größerer Länge
Faustregel: Je länger die Leitung, desto größer der Schlauch. Bei Entfernungen über 100 m vom Fahrzeug wird ein Druckerhöhungsgerät oder ein B-Zubringer nötig.
Häufige Fragen zu Feuerwehrschläuchen
Warum haben Feuerwehrschläuche Kupplungen statt Schraubgewinde?
Storz-Kupplungen (DIN 14301) ermöglichen das Verbinden in Sekundenschnelle ohne Ausrichtung — ein Feuerwehrschlauch-Ende passt auf jede Kupplung derselben Nennweite, egal wie es gedreht wird. Schraubgewinde würden im Einsatz wertvolle Sekunden kosten und bei Verschmutzung schwer lassen.
Wie lange halten Feuerwehrschläuche?
Löschbares Schlauchgewebe (Polyester, genähte Ausführung) hält bei regelmäßiger Pflege 10–15 Jahre. BFs und Freiwillige prüfen Schläuche jährlich auf Dichtheit und Abnutzung. Schlauchrisse nach Einsatz werden sofort gemeldet und der Schlauch aus dem Dienst gezogen.
Was ist der Unterschied zwischen Saug- und Druckschlauch?
Saugschläuche (A-Schläuche) sind druck- und saugfähig — sie kollabieren nicht beim Ansaugen aus offenen Gewässern (Teich, Fluss). Druckschläuche (B-, C-, D-Schläuche) sind nur für positiven Innendruck ausgelegt und würden beim Ansaugen zusammenfallen. Verwechslung wäre ein teurer Fehler im Einsatz.
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