Feuerwehr Leitern: Steck-, Schieb- und Hakenleiter erklärt

Leitern gehören zur Grundausrüstung jeder Feuerwehr. Von der tragbaren Steckleiter bis zur fahrbaren Schiebleiter gibt es verschiedene Typen – normiert, geprüft und für genau definierte Einsatzsituationen ausgelegt.

Leitertypen im Überblick

TypNormLängeTraglastEinsatz
Steckleiter (4-teilig)DIN 147118,4 m100 kgAnlegeleiter für 2.–3. OG
Schiebleiter (2-teilig)DIN 14712bis 14 m100 kg2.–4. OG, Fensterrettung
Klappleiter / MehrzweckleiterDIN 14713variabel150 kgInnenangriff, Dacharbeit
Hakenleiter (Hecht)DIN 147143,5 m100 kgStockwerküberstieg, Einhängen

Steckleiter – der Klassiker

Die viertellige Steckleiter ist aus Aluminium, 8,4 m lang und auf jedem HLF und LF mitgeführt. Sie wird von zwei Personen getragen und vor dem Einsatz zusammengesteckt. Angelegt wird sie im 65–70°-Winkel zur Wand.

Sicherheitsregeln

  • Mindestabstand Fußpunkt zu Wand: 1/4 der Leiterlänge
  • Oberes Ende mind. 1 m über die Ausstiegsstelle
  • Leiter gegen Wegrutschen sichern (Sicherungsmann am Fußpunkt)
  • Jährliche Prüfung auf Verformungen, Risse, Korrosion

Wie werden Leitern im Einsatz eingesetzt?

Leitern erfüllen im Feuerwehreinsatz mehrere Funktionen — nicht nur Zugang und Rettung:

  • Personenrettung: Personen aus Fenstern oder von Balkonen evakuieren, bevor die Drehleiter ankommt
  • Angriffsweg: Wenn Treppen verqualmt oder gesperrt sind, ermöglicht die Steckleiter einen Alternativweg ins Gebäude
  • Absicherung: Als Widerlager bei Absturzsicherungen oder zur Stabilisierung beim Einsteigen
  • Einstiegshilfe: Überwindung von Hindernissen oder Mauern bei Einschließungen

Alle Leitertypen im Überblick

LeitertypReichweiteBesatzungEinsatzfall
Hakenleiter (HL)ca. 5 m1 PersonFenstersturm, Schachtöffnung
Steckleiter (4-teilig)ca. 8–9 m2 Personen2. OG Personenrettung, Angriffsweg
Schiebleiter (3-teilig)ca. 12–14 m3 Personen3. OG, breite Öffnungen
Drehleiter DLK 23-1223 m (Arbeitshöhe)1/2 (Fahrzeug)Ab 4. OG, Dachrettung, Außenangriff
Teleskopmast (TM)30–50 m1/2 (Fahrzeug)Hochhausbrand, Beleuchtung

Steckleiter aufstellen: Sicherheitsregeln

Das korrekte Aufstellen einer Steckleiter ist eine Pflichtübung in der Grundausbildung:

  • Neigungswinkel 65–75° (1:4-Regel: Fußabstand = 1/4 der Leiterlänge)
  • Leiterfuß auf stabilem Untergrund, ggf. Leiterschuhe einsetzen
  • Mindestens 1 m Überstand über die Oberkante des Einstiegs
  • Sicherungsmann am Leiterfuß pflicht bei Personenbeförderung

Häufige Fragen zu Feuerwehr-Leitern

Warum reicht nicht immer die Drehleiter?
Die Drehleiter ist ein Großfahrzeug — es muss eine freie Stellfläche am Gebäude geben und die Zufahrt muss für ein 20-Tonnen-Fahrzeug geeignet sein. In engen Gassen, Innenhöfen oder bei Gebäuden mit Hindernissen vor den Fenstern ist die tragbare Steckleiter die einzige Option.

Ab welchem Stockwerk kommt die Drehleiter?
Eine DLK 23-12 erreicht ca. 23 m Arbeitshöhe — das entspricht etwa dem 7.–8. Stockwerk (je nach Deckenhöhe). Für Gebäude darunter kann die 3-teilige Schiebleiter (ca. 3.–4. OG) reichen. Ab 4. OG aufwärts ist die Drehleiter das Mittel der Wahl.

Wird die Leiterausbildung regelmäßig wiederholt?
Ja — Grundübungen mit Steck- und Schiebleiter sind regulärer Bestandteil des Übungsbetriebs. Bei BFs gibt es spezifische Einweisungsübungen (z.B. Leitereinsatz in verrauchtem Treppenhaus). Das Fahren der Drehleiter erfordert eine separate Fahrerausbildung.

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