Berufsfeuerwehr Dortmund: Infos & Einstellungstest
Berufsfeuerwehren · 8. Juni 2026

Berufsfeuerwehr Dortmund: Infos & Einstellungstest

7 Min Lesezeit · Aktualisiert: 9. Juli 2026

Die Berufsfeuerwehr Dortmund ist eine der größten in NRW. Als ehemaliges Industriezentrum mit Fußball-Tradition schützt die BF Dortmund über 600.000 Einwohner, Großveranstaltungen im Signal Iduna Park (80.000 Zuschauer) und ausgedehnte Hafen- und Industriegebiete. Die Übernahmechancen nach der Ausbildung gehören zu den besten in NRW.

Wer sich für eine Laufbahn bei der BF Dortmund interessiert, trifft auf eine Wehr, die durch ihre Größe – 9 Wachen und rund 900 Beamte – ein breites Aufgabenspektrum abdeckt: klassischer Brandschutz, technische Hilfeleistung, Wasserrettung und ein eigener Rettungsdienstverbund. Für Bewerberinnen und Bewerber bedeutet das mehr Ausschreibungen pro Jahrgang und mehr Spezialisierungsmöglichkeiten als bei kleineren Wehren. Dieser Ratgeber führt dich durch die wichtigsten Eckdaten: von Wachstandorten und Personalstärke über die Bewerbungsvoraussetzungen und den vierstufigen Einstellungstest bis zu Gehalt, Besoldung und den Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der Laufbahngruppen. Wer sich grundsätzlich noch orientiert, findet einen allgemeinen Einstieg im Beitrag Feuerwehrmann werden; Details zum Ausbildungsablauf selbst liefert der Artikel Feuerwehr-Ausbildung.

Überblick

MerkmalDetails
Wachen9 Feuer- und Rettungswachen
Personalca. 900 Beamte
BesoldungA7 nach NRW-Recht (Heilfürsorge)

Die Tabelle zeigt die Eckdaten auf einen Blick: Neun Wachen verteilen sich über das Stadtgebiet, um trotz der Größe Dortmunds kurze Anfahrtswege zu gewährleisten. Die rund 900 Beamten decken den Schichtbetrieb rund um die Uhr ab. Die Einstiegsbesoldung A7 ist NRW-weit einheitlich geregelt – wer bei einer anderen NRW-Wehr vergleicht, wird hier keine großen Unterschiede finden, da die Besoldungstabellen landesweit gelten. Ein Unterschied zu Bundesländern mit Beihilfesystem ist die Heilfürsorge: Sie ersetzt die private Krankenversicherung und wirkt sich direkt auf das verfügbare Einkommen aus, wie weiter unten im Praxisbeispiel gezeigt wird.

Dortmund ist die größte Ruhrgebietsstadt und bietet entsprechend vielfältige Einsatzlagen: Gefahrguttransporte über die A2/A45, Absicherung des zweitgrößten Binnenhafens in Deutschland, reguläre Großveranstaltungen und Industriebrände in den Gewerbegebieten. Die BF Dortmund betreibt auch einen integrierten Leitstellen- und Rettungsdienstverbund für weite Teile des östlichen Ruhrgebiets.

Bewerbung & Voraussetzungen

NRW-Standard:

  • Mittlerer Schulabschluss + technisch-handwerkliche Berufsausbildung
  • Führerschein B, Schwimmernachweis, Höchstalter 32 Jahre, Mindestgröße 165 cm

Bewerbungen über das Karriereportal der Stadt Dortmund. Dortmund schreibt jährlich aus — teils mit expliziten Schwerpunkten (z.B. Rettungsdienstpersonal). Bewerbungsstart oft im ersten Quartal, mit mehrstufigem Auswahlverfahren über mehrere Monate.

Diese Voraussetzungen sind bewusst als Mindeststandard formuliert und gelten – abgesehen von kleinen kommunalen Abweichungen – für die meisten NRW-Berufsfeuerwehren gleichermaßen. Wer bereits eine technisch-handwerkliche Ausbildung abgeschlossen hat, etwa als Elektroniker, Mechatroniker oder in einem vergleichbaren Beruf, erfüllt die formale Grundvoraussetzung. Wichtig ist, sich frühzeitig über den genauen Ausschreibungszeitraum zu informieren, da Dortmund wie viele NRW-Städte einmal jährlich ausschreibt und das Auswahlverfahren mehrere Monate dauern kann. Einen Überblick über die föderalen Unterschiede bei Voraussetzungen und Verfahren bundesweit liefert der Beitrag Feuerwehr in den Bundesländern.

Einstellungstest — Was erwartet dich?

Der Einstellungsprozess bei allen NRW-Berufsfeuerwehren folgt einem einheitlichen Vierphasen-Modell:

  • Phase 1 – Schriftlicher Test: Allgemeinwissen, Mathematik, Deutsch und logisches Denken. Dauer ca. 60–90 Minuten. Vorbereitung mit handelsüblichen Einstellungstest-Übungsheften empfehlenswert.
  • Phase 2 – Sporttest: 1.000-Meter-Lauf (Zeitlimit ca. 4:30 min), Klimmzüge (mind. 4 Wiederholungen), 50-Meter-Schwimmen (mind. Brustschwimmer). Die genauen Grenzwerte können je nach Jahrgang leicht variieren.
  • Phase 3 – Medizinische Eignungsuntersuchung: G26.3-Untersuchung (Atemschutztauglichkeit), G25 (Fahr- und Steuertätigkeit), Sehtest inkl. Farbsehtest (kein totales Farbenblind-Ausschlusskriterium, aber Einschränkungen müssen kompensierbar sein).
  • Phase 4 – Vorstellungsgespräch: Motivationsfragen, Teamszenarien, situative Aufgaben. Hier zählen Authentizität und klare Begründung für den Berufswunsch mehr als auswendig gelernte Antworten.

Tipp: Da viele NRW-Städte im selben Jahr Stellen ausschreiben, lohnt es sich, Bewerbungen bei mehreren BFs gleichzeitig einzureichen. Die Vorbereitung ist weitgehend übertragbar.

Der schriftliche Test in Phase 1 prüft in erster Linie Grundlagenwissen, das sich mit etwas Vorlauf gezielt trainieren lässt – vor allem Kopfrechnen und Textverständnis unter Zeitdruck. Beim Sporttest in Phase 2 zählt weniger Höchstleistung als eine solide, gleichmäßige Grundfitness in allen drei Disziplinen Laufen, Kraft und Schwimmen. Die medizinische Untersuchung in Phase 3 ist keine reine Formsache: Insbesondere die Atemschutztauglichkeit (G26.3) wird ernst genommen, da sie über die gesamte Laufbahn hinweg regelmäßig erneuert werden muss. Im abschließenden Gespräch in Phase 4 zahlt sich am meisten aus, wer seine Motivation konkret an Dortmunder Gegebenheiten – Großstadt, Hafen, Industrie – festmachen kann, statt allgemeine Floskeln zu wiederholen.

Gehalt NRW

BesoldungsgruppeNetto ca.
A72.100–2.400 €
A8–A92.350–2.850 €

Die Nettospannen in der Tabelle ergeben sich vor allem aus Erfahrungsstufe, Familienstand und eventuellen Zulagen – deshalb die Bandbreite statt eines Einzelwerts. Wer neu einsteigt, startet am unteren Ende der A7-Spanne; mit steigender Erfahrungsstufe und nach dem Aufstieg in A8 bzw. A9 verschiebt sich das Nettoeinkommen spürbar nach oben. Wichtig für den Vergleich mit anderen Bundesländern: In NRW ist die Heilfürsorge bereits in diesen Nettobeträgen „eingepreist“, da kein separater Krankenversicherungsbeitrag abgezogen wird.

Was verdienst du wirklich? Praxisbeispiel

Zur Einordnung ein Beispiel mit reinen Näherungswerten – die tatsächliche Abrechnung hängt immer von Familienstand, Steuerklasse und individuellen Zulagen ab. Ein Beispiel für einen ledigen Beamten ohne Kinder, Erfahrungsstufe 1 (Berufseinstieg), Stand 2026:

PositionBetrag/Monat
Grundgehalt A7 Stufe 1 (NRW, brutto)ca. 2.950 €
Abzüge (Lohnsteuer + Versorgungsabzug, kein SV)ca. −700 €
Netto Grundgehaltca. 2.250 €
Heilfürsorge (statt PKV-Beitrag, effektiver Vorteil)+250–350 €
Zulagen (Nacht-/Wochenenddienst, Ø)+100–200 €
Effektives Monatseinkommenca. 2.600–2.800 €

Die Heilfürsorge ist der entscheidende Vorteil in NRW gegenüber Beihilfe-Bundesländern: Als Feuerwehrbeamter zahlst du keinen PKV-Beitrag. Ein vergleichbarer Angestellter würde allein für die gesetzliche Krankenversicherung ca. 280 € monatlich zahlen — zusätzlich zum Arbeitnehmeranteil der Rentenversicherung.

Karriere & Laufbahn

Die Laufbahn im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst (Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt) beginnt mit der Ausbildung und bietet klare Aufstiegspfade:

Dienstgrad / BesoldungTypischer Zeitraum
Ausbildung / Brandmeisteranwärter (A7 Anwärter)18 Monate
Brandmeister (A7)Jahr 1–5
Oberbrandmeister (A8)ab Jahr 5–7
Hauptbrandmeister (A9 mittlerer Dienst)ab Jahr 8–10
Brandinspektor (A9 gehobener Dienst / A10)nach Laufbahnwechsel LG2

Für den Aufstieg in Laufbahngruppe 2 (gehobener Dienst) ist ein Studium an der HSPV NRW (Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung) notwendig — Dauer ca. 3 Jahre. Nach dem Abschluss sind Stellen als Brandinspektor (A10) oder Brandoberinspektor (A11) möglich, mit langfristiger Perspektive bis in die Brandreferendar-Stellen (A13/A14).

Die Tabelle macht deutlich, dass der Aufstieg in den ersten Dienstjahren primär über Erfahrungsstufen läuft, während der Sprung in Laufbahngruppe 2 einen aktiven Schritt erfordert – das berufsbegleitende oder Vollzeitstudium an der HSPV NRW. Wer diesen Weg einschlägt, sollte die rund drei Studienjahre von Anfang an in die persönliche Karriereplanung einbeziehen. Einen Vergleich, wie sich Laufbahnstrukturen und Besoldung in anderen Bundesländern unterscheiden, bietet der Überblicksartikel Feuerwehr in den Bundesländern.

Häufige Fragen zur BF Dortmund

Ist Dortmund ein guter Einstiegsort für die Feuerwehrlaufbahn?

Ja — Dortmund kombiniert Größe (viele Stellen, viele Spezialisierungen) mit den Vorteilen des NRW-Systems (Heilfürsorge, einheitliche Ausbildung). Die Lebenshaltungskosten im Ruhrgebiet sind deutlich günstiger als in München oder Hamburg.

Gibt es besondere Einheiten bei der BF Dortmund?

Ja — unter anderem eine CBRN-Einheit (Chemie/Bio/Radio/Nuklear), Taucher-Staffel, Wasserrettungsgruppe und technische Hilfeleistungseinheiten für Großunfälle. Diese sind intern nach Grundausbildung zugänglich.

Wie viele Bewerber gibt es pro Stelle?

Erfahrungsgemäß 30–80 Bewerber pro Stelle. Wer sich mit Rettungsdienstausbildung, gutem Sporttest und mehreren Bewerbungsrunden vorbereitet, verbessert seine Chancen deutlich.

Welche Voraussetzungen gelten für die Bewerbung bei der BF Dortmund?

Nach NRW-Standard sind mittlerer Schulabschluss plus eine technisch-handwerkliche Berufsausbildung, Führerschein Klasse B, ein Schwimmernachweis, ein Höchstalter von 32 Jahren sowie eine Mindestgröße von 165 cm erforderlich. Bewerbungen laufen über das Karriereportal der Stadt Dortmund.

Wie hoch ist das Gehalt als Berufsfeuerwehrmann in Dortmund?

In der Besoldungsgruppe A7 liegt das Netto ca. bei 2.100–2.400 €, in A8–A9 ca. bei 2.350–2.850 €. Zulagen und die Heilfürsorge (statt PKV-Beitrag) können das effektive Monatseinkommen zusätzlich erhöhen.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es bei der BF Dortmund?

Innerhalb der Laufbahngruppe 1 führt der Weg über Brandmeister (A7), Oberbrandmeister (A8) bis Hauptbrandmeister (A9). Für den Wechsel in Laufbahngruppe 2 ist ein rund dreijähriges Studium an der HSPV NRW nötig, danach sind Stellen als Brandinspektor (A10) oder Brandoberinspektor (A11) bis hin zu Brandreferendar-Stellen (A13/A14) möglich.

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