Feuerwehr Studium: Bachelor & Master im Überblick
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Feuerwehr Studium: Bachelor & Master im Überblick

8 Min Lesezeit · Aktualisiert: 2. Oktober 2026

Ein Studium eröffnet bei der Feuerwehr den Weg in den gehobenen oder höheren Dienst. Ob Bachelor an einer Feuerwehrfachhochschule oder Master für die Führungslaufbahn — hier sind alle Studiengänge und Wege im Überblick.

Wer sich für eine Feuerwehrkarriere jenseits des mittleren Dienstes interessiert, kommt an einem Studium kaum vorbei. Das betrifft vor allem angehende Brandoberinspektor-Anwärter und Brandinspektor-Anwärter, die direkt in die Laufbahngruppe 2 einsteigen wollen, ebenso wie erfahrene Beamte des mittleren Dienstes, die über den Aufstieg in den gehobenen oder höheren Dienst wechseln möchten – dafür ist nicht in jedem Land ein Studium nötig, in Nordrhein-Westfalen etwa genügen Einführungszeit und Aufstiegsprüfung. Weil Feuerwehr in Deutschland Ländersache ist, unterscheiden sich Studiengänge, Hochschulen und Auswahlverfahren teils erheblich von Bundesland zu Bundesland — wer schon eine Feuerwehrausbildung absolviert hat oder erst überlegt, Feuerwehrmann zu werden, sollte die regionalen Unterschiede kennen, bevor er sich für einen Studiengang entscheidet. Dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten Studiengänge, Hochschulen und dualen Modelle ein und zeigt an einem Rechenbeispiel, was ein duales Feuerwehrstudium finanziell bedeutet.

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Überblick: Feuerwehr-Studiengänge

StudiengangAbschlussOrtZiel
Feuerwehr/RettungsingenieurwesenBachelorFH / UniGehobener Dienst (A10)
Sicherheit und GefahrenabwehrBachelorHochschuleGehobener Dienst
Brandschutz und SicherheitstechnikBachelor/MasterFH Köln, Magdeburg u.a.Brandschutzingenieur
Katastrophenschutz und KrisenmanagementMasterHochschule MagdeburgHöherer Dienst
Fire Safety EngineeringMasterUni Wuppertal, TU BraunschweigHöherer Dienst / Industrie

Die Tabelle zeigt die gängigsten Studienrichtungen, die zu einer Feuerwehr- oder Brandschutzlaufbahn führen können. Wichtig beim Lesen: Die Spalte „Ziel“ beschreibt die typische Einsatzrichtung, nicht eine Garantie — welcher Abschluss tatsächlich zu welcher Laufbahngruppe und Besoldungsstufe führt, hängt vom jeweiligen Bundesland und Dienstherrn ab. Ein Bachelor in Rettungsingenieurwesen kann je nach Land unterschiedlich anerkannt werden, während Master-Abschlüsse wie Fire Safety Engineering eher auf den höheren Dienst oder eine Tätigkeit in der Industrie zielen. Wer bereits eine klassische Ausbildung durchlaufen hat, findet in unserem Beitrag zur Feuerwehrausbildung die Grundlagen, auf denen viele dieser Studiengänge aufbauen.

Duales Studium bei der Feuerwehr

Viele Bundesländer bieten duale Studiengänge an, bei denen Ausbildung und Studium kombiniert werden:

  • Ausbildungsvergütung während des Studiums (ca. 1.200–1.400 €/Monat)
  • Übernahmegarantie nach erfolgreichem Abschluss in vielen Ländern
  • Direkte Verbeamtung in A10 nach Studienabschluss
  • Typische Dauer: 3 Jahre (Bachelor of Arts / Bachelor of Engineering)

Das duale Modell ist für viele Interessierte der praxisnächste Einstieg: Theorie an der Hochschule wechselt sich mit Praxiseinsätzen auf der Wache ab, und anders als beim klassischen Vollzeitstudium gibt es von Beginn an eine Vergütung. Die genaue Höhe, die Übernahmeregeln und ob am Ende automatisch die Verbeamtung in A10 steht, sind allerdings Ländersache — vor der Bewerbung lohnt sich deshalb immer ein Blick in die Ausschreibung der jeweiligen Berufsfeuerwehr oder Landesbehörde.

Wichtige Hochschulen

  • Staatliche Feuerwehrschulen Bayern (Würzburg, Regensburg, Geretsried): Laufbahnausbildung — kein Studium
  • Institut der Feuerwehr NRW (IdF): Ergänzungsausbildungen + Führungskräfte
  • Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ, bis 2021 AKNZ): Fortbildungsstätte des BBK in Bad Neuenahr-Ahrweiler — Lehrgänge, kein Studium
  • Fachhochschule des Mittelstands (FHM): Sicherheitsmanagement
  • TH Köln / TU Braunschweig: Brandschutzingenieurwesen

Nicht jede hier genannte Einrichtung vergibt einen akademischen Abschluss. Die staatlichen Feuerwehrschulen in Bayern und die Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung bieten Laufbahnausbildung beziehungsweise Lehrgänge an, während echte Bachelor- und Masterabschlüsse an Fachhochschulen und Universitäten wie TH Köln, TU Braunschweig oder der Fachhochschule des Mittelstands vergeben werden. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie darüber entscheidet, ob am Ende ein staatlich anerkannter Hochschulabschluss oder eine reine Fortbildungsbescheinigung steht.

Aufstieg aus dem mittleren Dienst

Beamtinnen und Beamte des mittleren Dienstes können über ein Auswahlverfahren ihres Dienstherrn in den gehobenen Dienst aufsteigen. Wie dieser Weg aussieht, legt das Landesrecht fest – in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel so (§ 13 LVOFeu):

  • Eignung nach Persönlichkeit und Leistung
  • Bachelor oder abgeschlossene Gruppenführerausbildung plus mindestens drei Monate Mitarbeit in der Ausbildung oder in Hospitationen
  • Personalauswahlverfahren, danach zwölf Monate Einführungszeit und die Aufstiegsprüfung
  • Die Beförderungsämter des mittleren Dienstes müssen nicht durchlaufen werden

Dieser Weg ist besonders für Kolleginnen und Kollegen interessant, die bereits mehrere Jahre im mittleren Dienst arbeiten und den Sprung in den gehobenen Dienst anstreben, ohne noch einmal von vorn als Anwärter einzusteigen. Ob die Auswahl intern über die Dienststelle läuft oder eine externe Bewerbung nötig ist, regelt jedes Bundesland unterschiedlich — deshalb ist ein frühzeitiges Gespräch mit der eigenen Personalabteilung oder Brandschutzdienststelle sinnvoll, bevor man sich auf das Aufstiegsverfahren vorbereitet. In Bayern heißt der vergleichbare Weg Ausbildungsqualifizierung; sie dauert 18 Monate und endet mit der Qualifikationsprüfung für die dritte Qualifikationsebene (§ 29 FachV-Fw).

Welche Studiengänge führen zur Feuerwehrlaufbahn?

StudiengangAbschlussLaufbahnHochschule (Beispiele)
Brandschutz und Sicherheitstechnik (dual, „112 Dual“)B.Eng.BF LG2 (Berlin: Brandoberinspektor A10)BHT Berlin
SicherheitstechnikB.Eng./M.Eng.Brandschutzingenieur, WFUni Wuppertal, HS Magdeburg
RettungsingenieurwesenB.Eng.Rettungsdienst, WF, BF-OffizierHS Magdeburg, THM Gießen
Katastrophenschutz / NotfallmanagementB.A./M.A.Behörden, THW, Hilfsorg.KHSB Berlin, HS Niederrhein

Diese zweite Übersicht ergänzt die erste um die konkrete Laufbahnperspektive: Wer beispielsweise das duale Programm „112 Dual“ in Berlin absolviert, landet in der Laufbahngruppe 2 und wird nach Abschluss als Brandoberinspektor in A10 ernannt. Andere Studiengänge wie Rettungsingenieurwesen oder Katastrophenschutz/Notfallmanagement öffnen eher Türen zu Werkfeuerwehren, Rettungsdiensten oder Behörden und Hilfsorganisationen wie dem THW. Auch hier gilt: Die genannten Hochschulen sind Beispiele, nicht die einzigen Anbieter — vor Ort lohnt sich immer ein Blick in die Studienordnung des jeweiligen Dienstherrn.

Duales Studium bei der Berufsfeuerwehr: So läuft es ab

Das Feuerwehrstudium (Direkteinstieg LG2) kombiniert Theorie und Praxis:

  1. Bewerbung beim Dienstherr (Bundesland/Stadt), nicht direkt an der Hochschule
  2. Einstellungstest + Sporttest + G26.3 (gleich wie LG1)
  3. Studienantritt im Beamtenverhältnis auf Widerruf (Anwärter) mit Anwärterbezügen (je nach Land ca. 1.300–1.500 €/Monat zzgl. Zulagen)
  4. Theoriesemester an der Fachhochschule (Feuerwehrtechnik, Recht, Führung)
  5. Praxissemester auf der Wache
  6. Bachelor-Abschluss und Laufbahnprüfung → Ernennung zum Brandoberinspektor (A10)

Der Ablauf zeigt: Bewerbung, Auswahlverfahren und Einstellungstest laufen fast identisch zur klassischen Ausbildung in Laufbahngruppe 1 ab — der Unterschied liegt im anschließenden Wechsel zwischen Theoriesemestern an der Fachhochschule und Praxissemestern auf der Wache, bis am Ende Bachelor-Abschluss, Laufbahnprüfung und die Ernennung zum Brandoberinspektor (A10) stehen.

Beispiel (Näherungswert): Ein Anwärter im dualen Feuerwehrstudium erhält laut den oben genannten Bandbreiten je nach Bundesland monatlich rund 1.300 bis 1.500 Euro Anwärterbezüge zzgl. Zulagen. Über die reguläre Studiendauer von 3 Jahren (36 Monate) summiert sich das grob auf etwa 46.800 bis 54.000 Euro brutto — ohne Zulagen und ohne Berücksichtigung möglicher Steigerungen während der Ausbildungszeit. Diese Zahl dient nur der groben Einordnung und ersetzt keine individuelle Berechnung durch den jeweiligen Dienstherrn.

Häufige Fragen zum Feuerwehr-Studium

Kann ich nach dem Studium auch in die Forschung oder Lehre wechseln?

Ja — mit Master-Abschluss (Aufbaustudium) sind Positionen an Fachhochschulen, in der Forschung (Fraunhofer, iBMB Braunschweig) oder bei Normenorganisationen (DIN, vfdb) möglich. Das setzt aber Master + Berufserfahrung voraus und ist ein sehr schmaler Karrierepfad.

Bekomme ich während des Studiums schon ein Gehalt?

Ja — als Anwärter im Beamtenverhältnis auf Widerruf bist du ab Beginn des Studiums besoldet (Anwärterbezüge, je nach Land ca. 1.300–1.500 €/Monat zzgl. Zulagen). Das unterscheidet das Feuerwehrstudium von einem normalen Uni-Studium — du hast kein BAFÖG, aber auch keine Schulden nach dem Abschluss.

Ist der FH-Abschluss für den Aufstieg in LG2 ausreichend?

Ja — Bachelor (FH) ist ausreichend für A10–A13/A14. Für höhere Führungspositionen (Abteilungsleiter, Branddirektor A14–A16) gibt es teils Master-Anforderungen — aber das ist kein Pflichtpfad, sondern öffnet Optionen.

Was unterscheidet ein duales Feuerwehrstudium von einem klassischen Vollzeitstudium?

Beim dualen Modell wechseln sich Theoriesemester an der Fachhochschule und Praxissemester auf der Wache ab, und die Studierenden stehen von Beginn an im Beamtenverhältnis auf Widerruf mit eigenen Anwärterbezügen. Ein klassisches Vollzeitstudium an einer Universität oder Fachhochschule läuft dagegen ohne diese Praxisintegration und ohne Besoldung während des Studiums.

Wer kann aus dem mittleren in den gehobenen Dienst aufsteigen?

Das regelt jedes Land selbst. In Nordrhein-Westfalen können Beamtinnen und Beamte des mittleren Dienstes zugelassen werden, die nach Persönlichkeit und Leistung geeignet sind und entweder einen Bachelor mitbringen oder die Gruppenführerausbildung abgeschlossen und mindestens drei Monate in der Ausbildung oder bei Hospitationen mitgearbeitet haben; Hauptbrandmeister muss man dafür nicht sein. Nach dem Auswahlverfahren folgen zwölf Monate Einführungszeit und die Aufstiegsprüfung (§ 13 LVOFeu). In Bayern dauert die entsprechende Ausbildungsqualifizierung 18 Monate (§ 29 FachV-Fw).

Quellen & Rechtsgrundlagen

Rechtsstand: September 2026 (Normtexte am 25.09.2026 abgerufen). Studiengänge, Auswahlverfahren und Aufstieg regelt jedes Land selbst.

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