
Feuerwehr Schlauch: Alle Typen von A bis D erklärt
A-, B-, C-, D-Schlauch bei der Feuerwehr: Durchmesser, Betriebsdruck, Einsatzbereiche und Pflege.
Ohne Schlauch kein Löschangriff. Die Feuerwehr nutzt mehrere genormte Schlauchtypen – für unterschiedliche Aufgaben und Drücke. Hier sind alle Typen mit Maßen, Drücken und Einsatzbereichen.
Wer sich für die Technik hinter dem Löschangriff interessiert oder gerade eine Ausbildung bei der Feuerwehr beginnt, stößt schnell auf die Buchstaben A, B, C und D – die Kurzbezeichnungen der genormten Feuerwehrschläuche. Jeder Typ hat einen festgelegten Innendurchmesser, einen zulässigen Betriebsdruck und einen typischen Einsatzzweck, vom Wasserentnahme-Schlauch am Gewässer bis zur Angriffsleitung im Innenangriff. Dieser Ratgeber erklärt, welcher Schlauch wofür gedacht ist, wie sich Druckverlust auf langen Leitungen auswirkt und worauf es bei Pflege und Prüfung ankommt. Das Grundwissen ist für jede Feuerwehrangehörige und jeden Feuerwehrangehörigen relevant – ob Berufsfeuerwehr oder Freiwillige Feuerwehr, ob im Dienstalltag oder in der theoretischen Grundausbildung. Einen Überblick über weitere Themen rund um Technik, Ausbildung und Alltag im Feuerwehrdienst bietet das Feuerwehr-Magazin.
Die Schlauchtypen nach Durchmesser
Die folgende Tabelle zeigt die vier genormten Schlauchtypen im direkten Vergleich. Wichtig beim Lesen: Der Innendurchmesser bestimmt maßgeblich, wie viel Wasser pro Minute durch den Schlauch fließen kann, während der maximale Betriebsdruck angibt, welchem Druck der Schlauch im Einsatz standhalten muss, ohne zu bersten. Die Längenangaben beziehen sich auf die genormte Länge einer einzelnen Schlauchlänge – im Einsatz werden mehrere Längen zu einer Leitung gekuppelt. Die Grundausstattung an Bord eines Löschfahrzeugs kann je nach Bundesland, Fahrzeugtyp und Wehr (Berufsfeuerwehr oder Freiwillige Feuerwehr) unterschiedlich ausfallen, die technischen Grundwerte der Schlauchtypen selbst sind jedoch bundesweit einheitlich genormt.
| Typ | Innendurchmesser | Max. Betriebsdruck | Länge | Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| A-Schlauch | 110 mm | 10 bar | 1,6 m (starr) | Saugschlauch – Wasserentnahme aus Gewässer/Tank |
| B-Schlauch | 75 mm | 12 bar | 20 m | Verteilerleitung – von Pumpe zu Verteiler |
| C-Schlauch | 52 mm | 12 bar | 15 m | Angriffsleitung – Standard für Innenangriff |
| D-Schlauch | 25 mm | 8 bar | 30 m | Kleinlöschgeräte, Wandhydrant |
In der Praxis merkt man sich die Reihenfolge am einfachsten über den Einsatzzweck: A steht für die Wasserentnahme, B für den Transport großer Wassermengen über die Verteilerleitung, C für den eigentlichen Löschangriff und D für kleine, schnell einsatzbereite Geräte wie den Wandhydranten. Wer die Tabelle im Kopf hat, versteht auch sofort, warum im Innenangriff nie ein B-Schlauch, sondern grundsätzlich der handlichere C-Schlauch eingesetzt wird.
Druckschlauch vs. Saugschlauch
Druckschläuche (B, C, D) sind aus Kunstfaser und falten sich im unbenutzten Zustand flach zusammen. Saugschläuche (A) sind formstabile Hartschläuche – sie dürfen nicht kollabieren, wenn die Pumpe Unterdruck erzeugt.
Dieser Unterschied ist kein Detail, sondern sicherheitsrelevant: Ein Druckschlauch, der versehentlich zum Ansaugen von Wasser genutzt würde, würde durch den entstehenden Unterdruck in sich zusammenfallen und die Wasserförderung unterbrechen. Umgekehrt wäre ein starrer Saugschlauch für eine lange, flexible Angriffsleitung völlig ungeeignet. Genau deshalb sind die Schlauchtypen an Kupplung, Farbe und Bauform klar unterscheidbar – Verwechslungen sollen schon beim Verlegen im Einsatzstress ausgeschlossen sein.
Schlauchpflege
- Nach jedem Einsatz: spülen, trocknen, aufhaspeln
- Feuchtigkeit im Schlauch → Schimmelpilz und Materialschäden
- Druckprüfung nach DIN jährlich – defekte Schläuche aus dem Dienst nehmen
- Lagerung: aufrecht im Schlauchwagen oder stehend im Fahrzeug
Regelmäßige Pflege entscheidet darüber, ob ein Schlauch im Ernstfall zuverlässig funktioniert oder im entscheidenden Moment versagt. Feuchtigkeit, die nach dem Einsatz nicht vollständig entfernt wird, begünstigt Schimmelbildung im Gewebe und schwächt langfristig die Reißfestigkeit. Die jährliche Druckprüfung ist deshalb keine reine Formalie, sondern der zentrale Baustein, um Materialermüdung frühzeitig zu erkennen, bevor sie im Einsatz zum Problem wird. Diese Pflegeroutinen gehören zum Grundwissen, das bereits in der Ausbildung vermittelt wird.
Welcher Schlauch für welchen Einsatz?
Die Schlauchauswahl ist Taktik — der falsche Schlauch kostet Zeit und Wasser:
| Situation | Empfohlener Schlauch | Begründung |
|---|---|---|
| Innenangriff Wohnhausbrand | C-Schlauch + Hohlstrahlrohr | Handhabbar in engen Räumen, ausreichend Leistung |
| Außenangriff Industriebrand | B-Schlauch mit Monitor/Standrohr | Hoher Volumenstrom, große Reichweite |
| Zubringerleitung Hydranten → Pumpe | A-Schlauch | Geringster Druckverlust, höchstes Volumen |
| Fahrzeugbrand, Kleinstfeuer | D-Schlauch (Kübelspritze) | Kompakt, wenig Wasser, schnell verlegt |
Diese Übersicht zeigt, dass die Wahl des Schlauchs immer von zwei Faktoren abhängt: der benötigten Wassermenge und der räumlichen Beweglichkeit. Im engen Treppenhaus eines Wohnhauses zählt vor allem Handhabbarkeit, weshalb der leichtere C-Schlauch Standard ist. Bei einem großflächigen Industriebrand hingegen steht der Volumenstrom im Vordergrund, weshalb hier B-Schläuche mit Monitor oder Standrohr zum Einsatz kommen. Wer als Einsatzkraft die Grundlogik hinter der Tabelle verstanden hat, kann die Entscheidung auch in Situationen treffen, die nicht exakt in eines der vier Beispiele passen.
Druckverlust in Schlauchleitungen
Der Druckverlust ist entscheidend für die Planung langer Schlauchleitungen:
- A-Schlauch (110 mm): ca. 1,5–3 bar Verlust pro 100 m bei 1.600 l/min
- B-Schlauch (75 mm): ca. 6–10 bar pro 100 m bei 800 l/min
- C-Schlauch (52 mm): ca. 4–8 bar pro 100 m bei 400 l/min
- D-Schlauch (25 mm): für kurze Leitungen, sehr hoher Verlust bei größerer Länge
Faustregel: Je länger die Leitung, desto größer der Schlauch. Bei Entfernungen über 100 m vom Fahrzeug wird ein Druckerhöhungsgerät oder ein B-Zubringer nötig.
Beispiel (Näherungswert): Werden fünf B-Schläuche à 20 m zu einer 100 m langen Zubringerleitung zwischen Hydrant und Pumpe gekuppelt, ist bei einer Förderleistung von rund 800 l/min laut Tabelle mit einem Druckverlust von ca. 6–10 bar auf dieser Strecke zu rechnen. Das zeigt, warum bei größeren Entfernungen zusätzliche Pumpen oder Druckerhöhungsgeräte eingeplant werden müssen – der Wert ist ein Näherungswert und hängt von Schlauchzustand, Kupplungen und Höhenunterschieden im Gelände ab.
Häufige Fragen zu Feuerwehrschläuchen
Warum haben Feuerwehrschläuche Kupplungen statt Schraubgewinde?
Storz-Kupplungen (DIN 14301) ermöglichen das Verbinden in Sekundenschnelle ohne Ausrichtung — ein Feuerwehrschlauch-Ende passt auf jede Kupplung derselben Nennweite, egal wie es gedreht wird. Schraubgewinde würden im Einsatz wertvolle Sekunden kosten und bei Verschmutzung schwer lassen.
Wie lange halten Feuerwehrschläuche?
Löschbares Schlauchgewebe (Polyester, genähte Ausführung) hält bei regelmäßiger Pflege 10–15 Jahre. BFs und Freiwillige prüfen Schläuche jährlich auf Dichtheit und Abnutzung. Schlauchrisse nach Einsatz werden sofort gemeldet und der Schlauch aus dem Dienst gezogen.
Was ist der Unterschied zwischen Saug- und Druckschlauch?
Saugschläuche (A-Schläuche) sind druck- und saugfähig — sie kollabieren nicht beim Ansaugen aus offenen Gewässern (Teich, Fluss). Druckschläuche (B-, C-, D-Schläuche) sind nur für positiven Innendruck ausgelegt und würden beim Ansaugen zusammenfallen. Verwechslung wäre ein teurer Fehler im Einsatz.
Welcher Schlauch wird im Innenangriff eingesetzt?
Standard im Innenangriff ist der C-Schlauch (52 mm, 15 m Länge) in Kombination mit einem Hohlstrahlrohr. Er ist handlich genug für enge Räume und Treppenhäuser und liefert gleichzeitig ausreichend Löschleistung.
Wie oft müssen Feuerwehrschläuche geprüft werden?
Nach DIN ist eine jährliche Druckprüfung vorgeschrieben. Zusätzlich werden Schläuche nach jedem Einsatz gespült, getrocknet und auf Risse oder Beschädigungen kontrolliert, bevor sie wieder aufgehaspelt und verladen werden.
Wie wirkt sich die Schlauchlänge auf den Wasserdruck aus?
Je länger die Leitung, desto größer der Druckverlust und desto größer sollte der gewählte Schlauchdurchmesser sein. Bei Entfernungen über 100 m vom Fahrzeug wird deshalb häufig ein Druckerhöhungsgerät oder ein zusätzlicher B-Zubringer eingesetzt, um den Löschangriff mit ausreichendem Druck zu versorgen.
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