
Hauptfeuerwehrmann: Dienstgrad, Aufgaben und Gehalt (A8) im Überblick
Hauptfeuerwehrmann/-frau: Was der Dienstgrad bedeutet, wie er zwischen Oberfeuerwehrmann und Brandmeister eingeordnet ist, welche Aufgaben dazugehören und welches Gehalt in der Besoldungsgruppe A8 realistisch ist.
Wer sich mit den Laufbahnen und Dienstgraden der deutschen Feuerwehr beschäftigt, stößt früher oder später auf die Bezeichnung Hauptfeuerwehrmann beziehungsweise Hauptfeuerwehrfrau. Der Begriff sorgt oft für Verwirrung, weil er häufig mit den besoldeten Ämtern der Berufsfeuerwehr verwechselt wird. Tatsächlich ist Hauptfeuerwehrmann/-frau heute in Deutschland kein besoldetes Beamtenamt der Berufsfeuerwehr, sondern eine ehrenamtliche Funktions- beziehungsweise Dienstgradbezeichnung in der Freiwilligen Feuerwehr. Dieser Ratgeber erklärt, wo der Hauptfeuerwehrmann eingeordnet ist, welche Aufgaben dazugehören und welches vergleichbare Amt (Oberbrandmeister, A8) bei der Berufsfeuerwehr mit welchem Gehalt verbunden ist.
Der Dienstgrad Hauptfeuerwehrmann
Wichtig ist zunächst die Unterscheidung zwischen zwei Welten. Bei einer Berufsfeuerwehr sind die Einsatzkräfte Beamtinnen und Beamte. Hauptfeuerwehrmann/-frau ist heute in Deutschland allerdings kein besoldetes Beamtenamt der Berufsfeuerwehr, sondern ein ehrenamtlicher Dienstgrad der Freiwilligen Feuerwehr. Bei den Berufsfeuerwehren heißen die Ämter des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes Brandmeister (A7), Oberbrandmeister (A8) und Hauptbrandmeister (A9). In der Freiwilligen Feuerwehr rangiert der Hauptfeuerwehrmann je nach Bundesland oberhalb des Oberfeuerwehrmanns; er gilt dort als erfahrener Mannschaftsdienstgrad, bevor die nächsthöheren Dienstgrade folgen.
Zu beachten ist, dass die Berufsfeuerwehren im mittleren Dienst durchgängig die Brandmeister-Reihe (Brandmeister, Oberbrandmeister und Hauptbrandmeister, A7 bis A9) führen. Ein Beamtendienstgrad Hauptfeuerwehrmann existiert dort nicht – der Begriff gehört zur Freiwilligen Feuerwehr. In der Freiwilligen Feuerwehr ist Hauptfeuerwehrmann/-frau kein bezahltes Amt, sondern eine ehrenamtliche Dienstgrad- und Funktionsbezeichnung, deren Voraussetzungen jedes Bundesland eigenständig regelt. Wer die genaue Einordnung wissen möchte, sollte daher immer die Vorschrift des eigenen Bundeslandes prüfen.
Aufgaben & Einordnung
Als erfahrene Einsatzkraft übernimmt ein Hauptfeuerwehrmann die typischen Aufgaben des aktiven Feuerwehrdienstes: Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen, Menschenrettung sowie Einsätze unter Atemschutz. Hinzu kommen die Bedienung und Pflege von Fahrzeugen und Geräten sowie die Mitwirkung an der Ausbildung jüngerer Kameradinnen und Kameraden. Im Einsatz ist der Hauptfeuerwehrmann meist als Truppmann oder Truppführer eingeteilt und trägt damit Verantwortung für einen kleinen Trupp. In dieser Rolle ist er häufig eine wichtige Stütze für weniger erfahrene Einsatzkräfte und gibt sein praktisches Wissen aus zahlreichen Einsätzen an sie weiter.
In der Rangfolge steht der Hauptfeuerwehrmann eine Stufe über dem Oberfeuerwehrmann; welche Dienstgrade darüber folgen, regelt jedes Bundesland unterschiedlich. Die Rangabzeichen werden je nach Bundesland und Feuerwehr-Organisation unterschiedlich dargestellt – meist über eine Kombination aus Balken, Winkeln oder Sternen auf den Schulterklappen oder am Kragenspiegel. Da es in Deutschland keine bundesweit einheitliche Regelung gibt, können sich Farben und Anzahl der Abzeichen von Land zu Land deutlich unterscheiden.
Gehaltsvergleich (Besoldungsgruppe A8)
Als ehrenamtlicher Dienstgrad der Freiwilligen Feuerwehr ist der Hauptfeuerwehrmann nicht besoldet. Wer den Vergleich zur Berufsfeuerwehr sucht: Das vergleichbare Amt der Besoldungsgruppe A8 heißt dort Oberbrandmeister. A8 ist dabei keine feste Zahl, sondern eine Besoldungsgruppe mit mehreren Erfahrungsstufen. Die konkrete Höhe hängt vom Bundesland, von der Erfahrungsstufe und von Zulagen ab. Die folgenden Werte sind daher als grobe Orientierung („ca.“) zu verstehen:
| Merkmal | Angabe (ca.) |
|---|---|
| Besoldungsgruppe | A8 = Oberbrandmeister (Berufsfeuerwehr, mittlerer feuerwehrtechnischer Dienst) |
| Grundgehalt Einstiegsstufe | ca. 3.100 – 3.400 € brutto/Monat |
| Grundgehalt Endstufe | ca. 3.900 – 4.100 € brutto/Monat |
| Typische Zulagen | Feuerwehrzulage, Wechselschicht- und Erschwerniszulagen |
Zusätzlich zum Grundgehalt kommen feuerwehrtypische Zulagen, etwa die Feuerwehrzulage sowie Zuschläge für Wechselschicht-, Nacht- und Feiertagsdienst. Diese können das Monatseinkommen spürbar erhöhen. Eine vollständige Übersicht über alle Dienstgrade und Besoldungsgruppen bietet unsere Feuerwehr-Gehaltstabelle.
Aufstieg zum Brandmeister
Je nach Bundesland folgen auf den Hauptfeuerwehrmann zunächst Dienstgrade wie Erster Hauptfeuerwehrmann (Niedersachsen), Unterbrandmeister (Nordrhein-Westfalen) oder die Löschmeister-Reihe (Bayern, Hessen), bevor die Brandmeister-Ebene erreicht wird. Der Brandmeister markiert dann den Übergang von der Mannschaft zu den führungsorientierten Dienstgraden. Für die Beförderung sind – je nach Bundesland und Organisation – eine zusätzliche Laufbahnausbildung sowie eine Laufbahnprüfung erforderlich. Mit dem Brandmeister wachsen die Führungsaufgaben, etwa als Gruppenführer, und die Besoldung steigt entsprechend. Der Aufstieg ist damit weniger eine Frage der reinen Dienstjahre als vielmehr der zusätzlichen Qualifikation. Für viele Einsatzkräfte ist die Beförderung zum Brandmeister deshalb ein bewusster Karriereschritt, der gute Vorbereitung und die Bereitschaft zu mehr Führungsverantwortung voraussetzt.
Praxisbeispiel: Melanie ist seit acht Jahren in einer Freiwilligen Feuerwehr aktiv, hat den Truppführerlehrgang absolviert und trägt den Dienstgrad Hauptfeuerwehrfrau. Sie möchte perspektivisch mehr Verantwortung übernehmen und qualifiziert sich für die nächsthöheren Dienstgrade, die ihr Bundesland vorsieht. Nach den erforderlichen Lehrgängen kann sie als Gruppenführerin eingesetzt werden – ein typischer ehrenamtlicher Werdegang in der Freiwilligen Feuerwehr.
Häufige Fragen
Ist Hauptfeuerwehrmann ein Beamtendienstgrad?
Nein. Bei den Berufsfeuerwehren gibt es kein Beamtenamt „Hauptfeuerwehrmann“; die Ämter des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes heißen dort Brandmeister (A7), Oberbrandmeister (A8) und Hauptbrandmeister (A9). Hauptfeuerwehrmann/-frau ist vielmehr eine ehrenamtliche Funktions- und Dienstgradbezeichnung der Freiwilligen Feuerwehr.
Welche Besoldungsgruppe hat ein Hauptfeuerwehrmann?
Der Hauptfeuerwehrmann der Freiwilligen Feuerwehr ist ein Ehrenamt und wird nicht besoldet. Das vergleichbare Amt der Berufsfeuerwehr ist der Oberbrandmeister (Besoldungsgruppe A8); dessen Grundgehalt liegt je nach Bundesland und Erfahrungsstufe bei etwa 3.100 bis 4.100 Euro brutto im Monat. Hinzu kommen feuerwehrtypische Zulagen wie die Feuerwehrzulage sowie Zuschläge für Wechselschicht- und Nachtdienst.
Was ist der Unterschied zwischen Hauptfeuerwehrmann und Brandmeister?
Der Hauptfeuerwehrmann ist ein erfahrener Mannschaftsdienstgrad der Freiwilligen Feuerwehr, während der Brandmeister bei der Berufsfeuerwehr in die führungsorientierten Dienstgrade überleitet. Ein unmittelbarer Aufstieg vom Hauptfeuerwehrmann zum Brandmeister ist dabei nicht die Regel – je nach Bundesland liegen dazwischen weitere Dienstgrade wie der Erste Hauptfeuerwehrmann, der Unterbrandmeister oder die Löschmeister-Reihe.
Wie wird man Hauptfeuerwehrmann?
In der Freiwilligen Feuerwehr hängt die Beförderung von den Dienstjahren und absolvierten Lehrgängen wie dem Truppführerlehrgang ab; die Voraussetzungen legt jedes Bundesland selbst fest. Bei den Berufsfeuerwehren gibt es diesen Dienstgrad nicht – dort führt der mittlere Dienst über Brandmeister, Oberbrandmeister und Hauptbrandmeister.