Dienstgrade der Feuerwehr in Bayern: Rangabzeichen im Überblick
Besoldung nach Bundesland ·

Dienstgrade der Feuerwehr in Bayern: Rangabzeichen im Überblick

Dienstgrade der Feuerwehr in Bayern verständlich erklärt: Amtsbezeichnungen und Besoldung der Berufsfeuerwehr, das eigene System der Freiwilligen Feuerwehr sowie die Rangabzeichen an Ärmel und Helm im Überblick.

6 Min Lesezeit · Aktualisiert: 2. Oktober 2026

Feuerwehr-Dienstgrade sind in Deutschland Ländersache – und Bayern geht dabei traditionell einen eigenen Weg. Wer die Rangabzeichen an Ärmel oder Helm richtig deuten möchte, muss zunächst zwischen der Berufsfeuerwehr (BF) und der Freiwilligen Feuerwehr (FF) unterscheiden. Bei der Berufsfeuerwehr handelt es sich um verbeamtete Einsatzkräfte mit klassischen Amtsbezeichnungen und Besoldungsgruppen, bei der Freiwilligen Feuerwehr um ein eigenständiges System, das vor allem auf Ausbildung und Dienstjahren beruht. Dieser Ratgeber gibt einen verständlichen Überblick – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, da einzelne Details je nach Kommune, Aufgabe und Rechtsstand abweichen können. Rechtsgrundlagen sind für die Berufsfeuerwehr das Bayerische Besoldungsgesetz (BayBesG) und die Verordnung über den fachlichen Schwerpunkt feuerwehrtechnischer Dienst (FachV-Fw), für die Freiwillige Feuerwehr das Bayerische Feuerwehrgesetz (BayFwG) mit seiner Ausführungsverordnung (AVBayFwG); die Abzeichen regelt eine Bekanntmachung des Innenministeriums von 2021. Was die Amtsbezeichnungen in Euro bedeuten, zeigen die Ratgeber Feuerwehr-Besoldung Bayern und Feuerwehr-Gehalt Bayern; Standortporträts gibt es zu München, Nürnberg und Augsburg.

Dienstgrade der Berufsfeuerwehr in Bayern

Eine Berufsfeuerwehr gibt es in Bayern nur in wenigen größeren Städten, darunter München, Nürnberg, Augsburg, Würzburg, Regensburg, Ingolstadt und Fürth. Ihre Angehörigen sind Beamtinnen und Beamte des feuerwehrtechnischen Dienstes und in Qualifikationsebenen gegliedert (früher als mittlerer, gehobener und höherer Dienst bezeichnet). Die folgende Tabelle zeigt gängige Amtsbezeichnungen mit ihrer üblichen Zuordnung; die konkrete Besoldungsgruppe hängt von Amt, Funktion und Kommune ab und kann daher im Einzelfall abweichen.

AmtsbezeichnungQualifikationsebeneBesoldung (BayBesG)
Brandmeister/-in2. QE (früher mittlerer Dienst)A 7 (Eingangsamt)
Oberbrandmeister/-in2. QEA 8
Brandinspektor/-in2. QEA 9 (in herausgehobenen Funktionen mit Amtszulage)
Brandoberinspektor/-in3. QE (früher gehobener Dienst)A 10 (Eingangsamt)
Brandamtmann/-frau3. QEA 11
Brandamtsrat/-rätin3. QEA 12
Brandrat/-rätin4. QE (früher höherer Dienst, Eingangsamt); in der 3. QE als Endamt (teils mit Zulage)A 13
Brandoberrat/-rätin4. QEA 14
Branddirektor/-in4. QEA 15
Leitende/-r Branddirektor/-in4. QEA 16
Oberbranddirektor/-in4. QEB 3 (Landeshauptstadt München: B 4)

Der Einstieg in die zweite Qualifikationsebene erfolgt in der Regel als Brandmeisteranwärter/-in mit einem 12-monatigen Vorbereitungsdienst (Grundausbildungslehrgang mit mindestens 800 Unterrichtsstunden, Ausbildung zum Rettungssanitäter und weitere praktische Abschnitte, § 19 FachV-Fw). Wer in die dritte oder vierte Qualifikationsebene aufsteigen möchte, benötigt entsprechende Ausbildungen und in der Regel ein Studium. Ein Amt „Hauptbrandmeister“ kennt das bayerische Besoldungsrecht nicht: Das Amt in A 9 der zweiten Qualifikationsebene heißt Brandinspektor.

Freiwillige Feuerwehr in Bayern

Der weitaus größte Teil des Brandschutzes in Bayern wird von Freiwilligen Feuerwehren getragen – landesweit sind mehrere hunderttausend aktive Ehrenamtliche im Einsatz. Welche Dienstgrade es in der Freiwilligen Feuerwehr gibt, zählt § 5 der Ausführungsverordnung zum Bayerischen Feuerwehrgesetz (AVBayFwG) auf. Feste landesweite Dienstzeiten oder Pflichtlehrgänge für die einzelnen Stufen enthalten das Gesetz und die Verordnung heute nicht; welche Voraussetzungen vor Ort gelten, klärt die eigene Feuerwehr.

Die Rangfolge reicht vom Feuerwehranwärter bis zum Hauptbrandmeister: Feuerwehranwärter/-in, Feuerwehrmann/-frau, Oberfeuerwehrmann/-frau, Hauptfeuerwehrmann/-frau, Löschmeister/-in, Oberlöschmeister/-in, Hauptlöschmeister/-in, Brandmeister/-in, Oberbrandmeister/-in und Hauptbrandmeister/-in. Die Abzeichen dazu hat das Innenministerium 2021 neu bekannt gemacht (Bekanntmachung „Dienstgrad- und Funktionsabzeichen der Feuerwehren“ vom 3. März 2021). Wichtig: Diese Dienstgrade sind keine Beamtenränge und nicht an eine Besoldung geknüpft.

Davon zu unterscheiden sind Funktionen wie Kommandant/-in und Stellvertretung, die eine Feuerwehr leiten, sowie auf Ebene des Landkreises Kreisbrandmeister/-in, Kreisbrandinspektor/-in und Kreisbrandrat/-rätin. Diese Aufgaben werden gesondert kenntlich gemacht und (teils als Wahlämter) nur während der Amtszeit getragen.

Rangabzeichen

Wo und wie die Abzeichen getragen werden, regelt die Bekanntmachung „Dienstgrad- und Funktionsabzeichen der Feuerwehren“ vom 3. März 2021. Freiwillige und Berufsfeuerwehr tragen das Dienstgradabzeichen am linken Unterärmel von Dienstjacke und Dienstmantel, zehn Zentimeter über dem Ärmelabschluss; ersatzweise sind Schulterklappen möglich. In der Freiwilligen Feuerwehr sind es Tressenstreifen in Rot und Silber mit roter Umrandung – vom Feuerwehrmann mit einem schmalen roten Streifen bis zum Hauptbrandmeister mit drei breiten silbernen. Bei der Berufsfeuerwehr tragen Brandmeister und Oberbrandmeister einen bzw. zwei rote Streifen, ab dem Brandinspektor sind sie silbern, ab dem Brandrat golden. Für Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr gibt es zusätzlich eine Helmkennzeichnung, etwa ein schwarzes Band von 10 Millimetern für Gruppenführer und von 20 Millimetern für Zugführer. Einen bundesweiten Vergleich bietet unser Überblick zu Feuerwehr-Dienstgrade (Überblick).

Praxisbeispiel: Eine Jugendliche wechselt aus der Jugendfeuerwehr als Feuerwehranwärterin in den aktiven Dienst und wird später Feuerwehrfrau. Mit weiteren Lehrgängen wie dem Gruppenführer-Lehrgang kann sie – nach den Regeln ihrer Feuerwehr – zur Löschmeisterin befördert werden. Wird sie schließlich von der Wehr zur Kommandantin gewählt, trägt sie zusätzlich zu ihrem Dienstgrad ein Funktionsabzeichen – für die Dauer ihrer Amtszeit.

Häufige Fragen

Was ist der höchste Dienstgrad bei der Feuerwehr in Bayern?

Das hängt von der Organisationsform ab. In der Freiwilligen Feuerwehr ist der höchste Dienstgrad der Hauptbrandmeister. Bei der Berufsfeuerwehr reicht die Laufbahn bis in die vierte Qualifikationsebene mit dem Leitenden Branddirektor (A 16); die Leitung großer Berufsfeuerwehren kann als Oberbranddirektor in B 3 eingestuft sein, in München in B 4.

Worin unterscheiden sich Dienstgrade der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr?

Berufsfeuerwehrleute sind Beamte; ihre Amtsbezeichnungen sind an Qualifikationsebenen und Besoldungsgruppen gebunden. Die Dienstgrade der Freiwilligen Feuerwehr sind hingegen keine Beamtenränge, sondern Dienstgrade des Ehrenamts nach § 5 AVBayFwG und nicht mit einer Besoldung verknüpft.

Bekommt man in der Freiwilligen Feuerwehr Dienstgrade automatisch?

Nein, ein Automatismus ist im Landesrecht nicht vorgesehen. § 5 AVBayFwG zählt die Dienstgrade auf, legt aber keine landesweit festen Dienstzeiten oder Pflichtlehrgänge fest. Welche Voraussetzungen gelten, klärt die eigene Feuerwehr.

Wo trägt man die Rangabzeichen?

Am linken Unterärmel von Dienstjacke und Dienstmantel, zehn Zentimeter über dem Ärmelabschluss – das gilt für die Freiwillige Feuerwehr ebenso wie für die Berufsfeuerwehr; ersatzweise sind Schulterklappen möglich. Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr tragen zusätzlich eine Helmkennzeichnung (Bekanntmachung vom 3. März 2021).

Quellen & Rechtsgrundlagen

Rechtsstand: September 2026 (Normtexte am 25.09.2026 abgerufen).

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