Feuerwehr Funk: TETRA Digitalfunk für BOS erklärt

Die Kommunikation im Einsatz kann über Leben und Tod entscheiden. Seit 2013 nutzen alle deutschen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) den digitalen Behördenfunk TETRA – sicher, verschlüsselt und bundesweit einheitlich.

Von analog zu digital

Bis 2012 arbeitete die Feuerwehr mit analogem 4-Meter-Funk (2-m-Funk im städtischen Bereich). Probleme: abhörbar, begrenzte Kapazität, keine Datenübertragung. Seit der bundesweiten TETRA-Einführung 2010–2013 ist das Vergangenheit.

Das TETRA-System

MerkmalDetails
StandardTETRA (Terrestrial Trunked Radio)
Frequenzbereich380–400 MHz (BOS-Band)
VerschlüsselungEnd-to-End, TEA2-Algorithmus
ÜbertragungsartenSprache + Daten (Status, kurze Texte)
GruppenrufGesprächsgruppen je Einheit, Einsatz, Region
Direkt-Modus (DMO)Gerät-zu-Gerät ohne Infrastruktur (z.B. im Tunnel)

Gerätetypen

  • HRT (Handheld Radio Terminal): Das Handsprechfunkgerät – jeder Feuerwehrangehörige trägt es im Einsatz
  • MRT (Mobile Radio Terminal): Das Fahrzeuggerät – leistungsstärker, größere Antenne
  • Konsole/Leitstellenanlage: Festinstallierter Dispatcher-Arbeitsplatz

Gesprächsgruppen

Jede Einheit nutzt spezifische Gesprächsgruppen: Gruppe A für Zugführer, B für Trupps, C für übergeordnete Führung usw. Im Großeinsatz können Einheiten aus verschiedenen Landkreisen in eine gemeinsame Gruppe geschaltet werden.

Wie funktioniert Digitalfunk in der Praxis?

Das BOS-Digitalfunknetz (TETRA-Protokoll) ist seit 2012 bundesweit aufgebaut und Pflichtstandard für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben:

MerkmalAnalogfunk (alt)BOS-Digitalfunk (TETRA)
ÜbertragungsartAnalog, AM/FM-moduliertDigital, TDMA-komprimiert
AbhörsicherheitKeine — jedes Gerät kann mithörenVerschlüsselt (TEA2-Algorithmus)
SprachqualitätStark situationsabhängigGleichmäßig, digital kodiert
ReichweiteAbhängig von Repeater-NetzBundesweites BOS-Netz, Tunnelfunk integriert
DatenfähigkeitKeineStatus, GPS-Ortung, kurze Datenpakete möglich

Wichtige Funkbegriffe für den Feuerwehrdienst

Was du im Einsatz kennen musst:

  • DMO (Direct Mode Operation): Gerät-zu-Gerät ohne Netz — für Einsätze in schlechter Netzversorgung (Keller, Tunnel)
  • TMO (Trunked Mode Operation): Über das BOS-Netz — Normalfall
  • Sammelruf: Alle Geräte einer Gruppe werden gleichzeitig angesprochen
  • Notruf (Emergency Call): Priorität vor allen anderen Verbindungen, sofort an Leitstelle
  • Gesprächsgruppe: Festgelegte Kommunikationskanäle — jede Einsatzart hat eigene Gruppen

Häufige Fragen zum Digitalfunk

Warum kann ich manchmal nichts senden oder empfangen?
In Kellern, Tiefgaragen und Betongebäuden ist die TETRA-Netzversorgung oft schlecht. Lösung: DMO-Betrieb (Direktmode, Gerät-zu-Gerät) oder Einsatz von Umsetzer-Geräten, die das Signal in das Gebäude bringen. Neue Gebäude müssen mittlerweile BOS-Gebäudefunk einbauen.

Wer vergibt die Gesprächsgruppen?
Die Leitstellen und übergeordneten Koordinierungsstellen (bei Großlagen). Im Normalbetrieb hat jede BF feste Gesprächsgruppen — Koordinierungsgruppenstruktur ist bundesweit einheitlich nach BDBOS-Planung.

Was ist der Unterschied zwischen HRT und MRT?
HRT (Hand Held Radio Terminal) = tragbares Handfunkgerät, das jeder Feuerwehrmann bei sich trägt. MRT (Mobile Radio Terminal) = im Fahrzeug fest eingebaut. Bei Großeinsätzen koordinieren Führungsfahrzeuge über MRT, Einsatzkräfte über HRT.

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