Dienstgrade der Feuerwehr in NRW: Rangabzeichen im Überblick
Besoldung nach Bundesland · 1. Juli 2026

Dienstgrade der Feuerwehr in NRW: Rangabzeichen im Überblick

Berufs- und Freiwillige Feuerwehr in NRW nutzen unterschiedliche Dienstgrade. Der Ratgeber erklärt Amtsbezeichnungen, Laufbahnen, Besoldung und Rangabzeichen – mit Übersichtstabelle und Praxisbeispiel.

6 Min Lesezeit · Aktualisiert: 9. Juli 2026

Die Dienstgrade der Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen zeigen auf einen Blick, welche Ausbildung und Verantwortung eine Einsatzkraft mitbringt. Dabei sind zwei Systeme zu unterscheiden: die Amtsbezeichnungen der Berufsfeuerwehr, die an das Beamtenrecht und die Besoldung gekoppelt sind, und die Dienstgrade der Freiwilligen Feuerwehr, die sich vor allem an absolvierten Lehrgängen und der Dienstzeit orientieren. Dieser Ratgeber gibt einen verständlichen Überblick über beide Laufbahnen, die Rangabzeichen und die grobe Einordnung in die Besoldung. Er richtet sich an angehende Einsatzkräfte, die sich für den Weg zur Feuerwehr interessieren, ebenso wie an aktive Kameradinnen und Kameraden, die ihre eigene Laufbahn einordnen möchten, und an Angehörige oder interessierte Bürgerinnen und Bürger, die Rangabzeichen an einer Einsatzstelle verstehen wollen. Wer sich zusätzlich für die finanzielle Seite der Laufbahn interessiert, findet ergänzende Zahlen im Beitrag zum Feuerwehr-Gehalt. Einen laufbahnübergreifenden Gesamtüberblick bietet zusätzlich unser Beitrag Feuerwehr-Dienstgrade (Überblick).

Dienstgrade der Berufsfeuerwehr in NRW

Berufsfeuerwehrleute in NRW sind Beamtinnen und Beamte. Ihre Amtsbezeichnung richtet sich nach der Laufbahngruppe und der Besoldungsgruppe der Landesbesoldungsordnung A. Grundsätzlich werden drei Laufbahnen unterschieden: der mittlere, der gehobene und der höhere feuerwehrtechnische Dienst. Die folgende Tabelle ordnet die gängigen Amtsbezeichnungen der jeweiligen Laufbahn und Besoldung zu. Die konkrete Zuordnung eines Amtes zu einer Besoldungsgruppe kann je nach Kommune und Stellenplan leicht abweichen – die Angaben sind daher als Orientierung zu verstehen.

Dienstgrad / AmtsbezeichnungLaufbahnBesoldung (ca.)
Brandmeister/inmittlerer DienstA 7
Oberbrandmeister/inmittlerer DienstA 8
Hauptbrandmeister/inmittlerer DienstA 8 / A 9
Brandoberinspektor/ingehobener DienstA 10
Brandamtmann / -fraugehobener DienstA 11
Brandamtsrat / -rätingehobener DienstA 12
Brandrat / -rätinhöherer DienstA 13
Oberbrandrat / -rätinhöherer DienstA 14
Branddirektor/inhöherer DienstA 15 / A 16
Leitende/r Branddirektor/in bzw. Direktor/in der Feuerwehrhöherer DienstA 16 / B 2–B 5

Der Einstieg in den mittleren Dienst beginnt üblicherweise mit der Ausbildung zur Brandmeisterin oder zum Brandmeister. Der gehobene Dienst setzt in der Regel ein duales Studium voraus, der höhere Dienst ein abgeschlossenes Hochschulstudium und ein anschließendes Brandreferendariat. In sehr großen Städten kann die Behördenleitung in Spitzenämter der Besoldungsordnung B eingruppiert sein.

Für die Einordnung der Tabelle ist wichtig, in welcher Reihenfolge die drei Laufbahnen aufgebaut sind: Mit steigender Ausbildung und Verantwortung steigt auch die Besoldungsgruppe – von A 7 im mittleren Dienst bis in die Spitzenämter der Besoldungsordnung B im höheren Dienst. Da Feuerwehr in Deutschland ganz überwiegend Länder- und Kommunalsache ist, können sich Bezeichnungen, Stellenpläne und die genaue Zuordnung einzelner Ämter zu einer Besoldungsgruppe von Bundesland zu Bundesland und sogar von Kommune zu Kommune unterscheiden. Wer die Tabelle liest, sollte sie deshalb als grobe Orientierung für NRW verstehen und nicht unbesehen auf andere Bundesländer oder auf konkrete Einzelfälle übertragen. Ein Beispiel zur Einordnung: Eine Hauptbrandmeisterin im mittleren Dienst ist nach der Tabelle in A 8 oder A 9 eingruppiert, während eine frisch ernannte Brandoberinspektorin im gehobenen Dienst bereits in A 10 startet – die Besoldung steigt also mit dem Wechsel in die nächsthöhere Laufbahngruppe spürbar an. Dies ist ein Näherungswert zur Einordnung und ersetzt keine individuelle Auskunft der zuständigen Personalstelle.

Freiwillige Feuerwehr in NRW

In der Freiwilligen Feuerwehr hängt der Dienstgrad nicht von einer Besoldung ab, sondern von der abgeschlossenen Ausbildung und der Dienstzeit. Rechtsgrundlage ist die Verordnung über das Ehrenamt in den Freiwilligen Feuerwehren des Landes Nordrhein-Westfalen (VOFF NRW). Die Laufbahn beginnt mit der Feuerwehrfrau-Anwärterin bzw. dem Feuerwehrmann-Anwärter während der Grundausbildungs- und Probezeit. Danach folgen – abhängig von Lehrgängen und Dienstjahren – in der Regel diese Stufen:

  • Feuerwehrfrau / Feuerwehrmann
  • Oberfeuerwehrfrau / Oberfeuerwehrmann
  • Hauptfeuerwehrfrau / Hauptfeuerwehrmann
  • Unterbrandmeisterin / Unterbrandmeister
  • Brandmeisterin / Brandmeister (nach Gruppenführerlehrgang)
  • Oberbrandmeisterin / Oberbrandmeister
  • Hauptbrandmeisterin / Hauptbrandmeister
  • Brandinspektorin / Brandinspektor bzw. Oberbrandinspektorin / Oberbrandinspektor (Führungsfunktionen)

Die Leitung einer Freiwilligen Feuerwehr übernehmen Funktionsträger wie die Gemeinde- oder Stadtbrandinspektorin bzw. der Gemeinde- oder Stadtbrandinspektor samt deren Stellvertretungen. Wichtig ist die Unterscheidung von Dienstgrad und Funktion: Der Dienstgrad beschreibt die Qualifikation, eine Funktion (etwa Gruppenführer, Zugführer oder Einheitsführer) die konkrete Aufgabe im Einsatz. Beides muss nicht deckungsgleich sein. Die genauen Voraussetzungen und Fristen für Beförderungen regelt die VOFF NRW.

Diese Liste macht deutlich, dass die Laufbahn in der Freiwilligen Feuerwehr ein stufenweiser Prozess ist: Wer sich engagiert, durchläuft Grundausbildung, weiterführende Lehrgänge wie den Gruppenführerlehrgang und sammelt zugleich Dienstjahre – beides zusammen führt schrittweise zu höheren Dienstgraden. Für die Praxis bedeutet das: Der eigene Dienstgrad lässt sich am ehesten anhand der bereits abgeschlossenen Lehrgänge und der Zugehörigkeitsdauer zur Wehr einschätzen, konkrete Auskunft geben aber die jeweilige Wehrleitung und die Regelungen der VOFF NRW.

Rangabzeichen

Die Rangabzeichen machen den Dienstgrad im Einsatz sichtbar. In NRW werden die Dienstgrade zunehmend über Schulterklappen bzw. Schulterstücke dargestellt; historisch trug die Freiwillige Feuerwehr die Abzeichen auch am linken Oberarm. Unterschieden wird über Farben sowie über die Zahl von Balken und Sternen, die mit steigendem Dienstgrad zunehmen. Die Kennzeichnung – einschließlich der Helmkennzeichnung – ist in NRW durch Erlass des Innenministeriums geregelt und wurde mehrfach angepasst (unter anderem durch einen Erlass aus dem Jahr 2017). Für verbindliche Details lohnt sich stets ein Blick in die jeweils aktuelle Fassung des Erlasses bzw. der VOFF NRW, da Feuerwehr ganz überwiegend Ländersache ist und Abzeichen zwischen den Bundesländern variieren.

Praxisbeispiel: Trifft an einer Einsatzstelle eine Oberbrandmeisterin der Berufsfeuerwehr auf einen ehrenamtlichen Unterbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr, lässt sich an den Schulterstücken die jeweilige Qualifikation ablesen. Wer den Einsatz leitet, ergibt sich jedoch aus der übertragenen Führungsfunktion und der Einsatzleitung vor Ort – nicht allein aus dem höheren Dienstgrad.

Für den Alltag an der Einsatzstelle bedeutet das: Rangabzeichen helfen, die Qualifikation einer Einsatzkraft schnell einzuordnen, sie ersetzen aber nicht die Klärung der Einsatzleitung. Wer sich vertiefend mit den Laufbahnen und der weiteren Entwicklung beschäftigen möchte, findet im Magazin weitere Ratgeber rund um Ausbildung, Beförderung und Alltag bei der Feuerwehr.

Häufige Fragen zu den Dienstgraden der Feuerwehr in NRW

Wie viele Dienstgrade hat die Feuerwehr in NRW?

Eine feste Gesamtzahl lässt sich nicht nennen, da Berufs- und Freiwillige Feuerwehr getrennte Systeme nutzen. Die Berufsfeuerwehr kennt rund zehn Amtsbezeichnungen über drei Laufbahnen, die Freiwillige Feuerwehr eine vergleichbare Zahl an Dienstgraden vom Anwärter bis zur Leitungsfunktion.

Was ist der höchste Dienstgrad bei der Feuerwehr in NRW?

Im höheren feuerwehrtechnischen Dienst der Berufsfeuerwehr sind Leitende Branddirektorin bzw. Leitender Branddirektor die Spitzenämter der Laufbahn; in großen Städten kann die Behördenleitung als Direktorin oder Direktor der Feuerwehr in die Besoldungsordnung B eingruppiert sein.

Womit werden die Dienstgrade in NRW gekennzeichnet?

Die Dienstgrade werden überwiegend durch Schulterklappen bzw. Schulterstücke mit Balken und Sternen dargestellt, historisch auch durch Ärmelabzeichen. Die genaue Ausgestaltung regelt ein Erlass des Innenministeriums NRW.

Sind die Dienstgrade bei Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr gleich?

Nein. Die Berufsfeuerwehr nutzt beamtenrechtliche Amtsbezeichnungen mit Besoldung, die Freiwillige Feuerwehr Dienstgrade nach Ausbildung und Dienstzeit. Einige Bezeichnungen ähneln sich, die Systeme sind jedoch rechtlich getrennt.

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Du willst wissen, was die einzelnen Laufbahnen finanziell bedeuten oder wie der Weg zur Feuerwehr abläuft? In unseren weiterführenden Ratgebern findest du die passenden Antworten.

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