
Feuerwehr Besoldung Hessen 2026: Tabellen, Zulagen & Vergleich
Feuerwehrbeamter in Hessen 2026: Grundgehalt A7–A13 nach HBesG, Feuerwehrzulage, Wechselschichtzulage und aktueller Ländervergleich.
Feuerwehrbeamte in Hessen werden nach dem HBesG besoldet. Die Grundgehälter richten sich nach Besoldungsgruppe (A7–A13) und Erfahrungsstufe. Hinzu kommen feuerwehrspezifische Zulagen, die das Nettoeinkommen spürbar erhöhen.
Ob du gerade über den Einstieg in die Berufsfeuerwehr nachdenkst oder als aktiver Beamter deine Bezüge einordnen möchtest — dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, wie sich das Gehalt bei der Feuerwehr in Hessen zusammensetzt. Wir gehen die Grundgehälter der Besoldungsgruppen A7 bis A13 durch, erklären die feuerwehrspezifischen Zulagen und rechnen an einem konkreten Beispiel vor, was am Monatsende realistisch auf dem Konto landet. So bekommst du ein belastbares Bild statt einzelner Zahlen ohne Zusammenhang.
Wichtig vorab: Die Besoldung ist in Deutschland Ländersache. Jedes Bundesland führt eine eigene Tabelle, und auch der Bund zahlt nach eigenen Sätzen. Die folgenden Werte gelten ausschließlich für Hessen und lassen sich nicht eins zu eins auf andere Länder übertragen. Einen übergreifenden Überblick zum allgemeinen Feuerwehrgehalt findest du in unserem Basis-Ratgeber, der die Systematik hinter Grundgehalt, Stufen und Zulagen erklärt.
Besoldungsgruppen Feuerwehr Hessen 2026
Die folgende Tabelle zeigt das Grundgehalt (brutto, ohne Zulagen) in drei Erfahrungsstufen je Besoldungsgruppe. Sie bildet das Fundament der Besoldung: Auf diese Grundbeträge werden anschließend Zulagen und Familienzuschläge aufgesetzt.
Worauf diese Tabelle beruht
Hessisches Besoldungsgesetz, Anlage IV in der Fassung des Anpassungsgesetzes 2026/2027 (Gesetz vom 3. September 2026, GVBl. 2026 Nr. 57) — gilt seit 1. Juli 2026 und wird von der Hessischen Bezügestelle seit den August-Bezügen 2026 ausgezahlt.
Was sich ändert
Hessen verhandelt eigenständig, nicht über den TV-L. Der Landtag hat das Anpassungsgesetz am 1. September 2026 beschlossen: +3,02 Prozent zum 1. Juli 2026 (mindestens 110 Euro) und Wegfall der Erfahrungsstufe 1 — der Einstieg erfolgt jetzt in Stufe 2. Der nächste Schritt (+2,8 Prozent zum 1. Oktober 2027) steht bereits im Gesetz, ist in der Tabelle aber noch nicht enthalten.
Rechtsstand geprüft am 24. September 2026. Maßgeblich ist stets die amtliche Besoldungstabelle des Dienstherrn.
| Besoldungsgruppe | Dienstgrad | Eingangsstufe (Stufe 2) (€) | Stufe 5 (€) | Höchststufe (€) |
|---|---|---|---|---|
| A7 | Brandmeister | 3.077,11 | 3.403,55 | 3.709,25 |
| A8 | Oberbrandmeister | 3.268,01 | 3.693,99 | 4.035,65 |
| A9 | Hauptbrandmeister | 3.456,11 | 3.918,80 | 4.295,01 |
| A10 | Brandoberinspektor | 3.685,70 | 4.347,68 | 4.816,50 |
Stand der Tabellenwerte: Besoldungstabelle gültig seit 01.07.2026 (Anpassungsgesetz 2026/2027, GVBl. 2026 Nr. 57), Erfahrungsstufen 2 bis 8 — Stand: September 2026. Quelle: Hessische Bezügestelle (RP Kassel), siehe Quellenblock.
So liest du die Tabelle: Die erste Spalte nennt die Besoldungsgruppe, die zweite den typischen Dienstgrad im Einsatzdienst. Die drei Gehaltsspalten zeigen den Verlauf innerhalb einer Gruppe — vom Einstieg in Stufe 2 (die frühere Stufe 1 ist zum 1. Januar 2026 entfallen) über die mittlere Stufe 5 bis zur Höchststufe. Entscheidend ist: Mit jedem Erfahrungssprung steigt das Grundgehalt automatisch, ganz ohne Beförderung. Wer also über Jahre in derselben Gruppe bleibt, verdient allein durch die Stufenlaufzeit spürbar mehr. Beim Brandmeister in A7 wächst das Grundgehalt so von rund 3.077 € auf gut 3.709 € an. Da Hessen die volle Bandbreite von A7 bis in den höheren Dienst abbildet, lässt sich an der Tabelle auch ablesen, wie viel eine Laufbahnentwicklung finanziell bringt.
Heilfürsorge oder Beihilfe? Das ist nicht überall gleich
Ob dein Dienstherr im Einsatzdienst die Krankheitskosten über Heilfürsorge trägt oder du Beihilfe plus private Ergänzung brauchst, ist nicht überall gleich geregelt. Heilfürsorge gibt es zum Beispiel in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und für die Berufsfeuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern; in Bayern und Brandenburg gilt dagegen die Beihilfe. Die Heilfürsorge gilt nur, solange du Dienst- oder Anwärterbezüge erhältst. Ein lizenzierter Partner meldet sich mit einer kostenlosen Erstinformation für deine Situation.
Feuerwehrspezifische Zulagen in Hessen
Zum Grundgehalt kommen mehrere Zulagen, die für Feuerwehrbeamte typisch sind. Sie honorieren die besonderen Belastungen des Einsatzdienstes und machen im Monat einen merklichen Unterschied:
| Zulage | Monatsbetrag | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Feuerwehrzulage | 160,00 € (nach 2 Jahren; 80,00 € im 1. Jahr), seit 01.01.2025 | Feuerwehrtechnischer Dienst (Nr. 7 der Vorbemerkungen, Anlage VII HBesG) |
| Wechselschichtzulage | 51,13 € (voller Satz 102,26 €); ab 01.10.2026: 100,00 € (voller Satz 200,00 €) | Ständiger Wechselschichtdienst mit durchschnittlich mindestens 40 Nachtdienststunden je fünf Wochen; neben der Feuerwehrzulage nur zur Hälfte (§ 20 Erschwerniszulagenverordnung, Erhöhung durch Gesetz vom 03.09.2026) |
Diese Zulagen summieren sich schnell. Die Feuerwehrzulage erhält, wer im aktiven Einsatzdienst steht; die Wechselschichtzulage vergütet den ständigen Schichtdienst mit Nachtschichten und wird neben der Feuerwehrzulage nur zur Hälfte gezahlt. Eine eigene Zulage für Atemschutzgeräteträger kennt das hessische Besoldungsrecht nicht. Weil die tatsächliche Höhe vom Dienstplan und Einsatzprofil abhängt, sind die genannten Beträge bewusst als Näherungswerte ausgewiesen — sie sind kein garantierter Festbetrag, sondern eine realistische Orientierung. Einen bundesweiten Überblick geben die Ratgeber Feuerwehr-Zulagen und Wechselschichtzulage.
Rechenbeispiel: So setzt sich das Monatsbrutto zusammen
Ein Zahlenbeispiel macht die Zusammensetzung greifbar. Alle Werte stammen aus den Tabellen oben; das Ergebnis ist ein Näherungswert und keine verbindliche Zusage.
Sonderzahlung und Jahreseinkommen
Sonderzahlung: In Hessen monatlich 5 % des Grundgehalts (entspricht ca. 60 % eines Monatsgehalts pro Jahr). Das Grundgehalt (A7 Höchststufe) inkl. Sonderzahlung ergibt ein Jahresbrutto von ca. 46.700 € — zuzüglich Zulagen. Über das Jahr betrachtet fällt die Sonderzahlung damit ins Gewicht, auch wenn sie in Hessen nicht als klassisches „13. Monatsgehalt“ auf einen Schlag, sondern anteilig monatlich ausgezahlt wird.
Einordnung: Gutes oberes Mittelfeld
Hessen punktet mit einer stabilen Haushaltslage und hat in den letzten Jahren kontinuierlich aufgeholt. Für Bewerber bedeutet das eine verlässliche Perspektive — gerade in einem Beruf, den man in aller Regel bis zur Pension ausübt. Wie sich das Ruhegehalt berechnet, zeigen die Seite Pension für Feuerwehrbeamte und der Pensionsrechner; dein Monatsnetto in Hessen schätzt der Feuerwehr-Gehaltsrechner.
Im bundesweiten Vergleich der 16 Bundesländer liegt Hessen beim Einstiegsgehalt A7 (Eingangsstufe 2, Tabelle ab 01.07.2026) bei ca. 3.077 €. Den höchsten Einstieg hat Baden-Württemberg, wo die Feuerwehrlaufbahn erst in A8 mit ca. 3.302 € beginnt; das Schlusslicht bildet Brandenburg (ca. 2.891 €, Anpassung erst zum Jahresende 2026 erwartet). Die Spanne beträgt bundesweit rund 410 € im Monat. Wer eine Bewerbung in mehreren Ländern erwägt, sollte allerdings nicht nur auf das Grundgehalt schauen: Auch das Krankenversicherungssystem (Heilfürsorge oder Beihilfe), die Lebenshaltungskosten und das Pensionsalter entscheiden über die tatsächliche Netto-Situation. Ein systematischer Vergleich der Besoldung nach Bundesländern hilft dabei, die Zahlen richtig zu gewichten.
Dienstunfähig vor der Wartezeit: Entlassung statt Pension
Im Beamtenverhältnis auf Widerruf wirst du bei dauernder Dienstunfähigkeit entlassen. Im Beamtenverhältnis auf Probe kommst du nur in den Ruhestand, wenn die Dienstunfähigkeit auf den Dienst zurückgeht – oder, bei anderer Ursache, wenn du die versorgungsrechtliche Wartezeit erfüllt hast und dein Dienstherr sich dafür entscheidet. Sonst folgt die Entlassung; statt einer Pension gibt es dann in der Regel nur die Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung. Ein lizenzierter Partner meldet sich mit einer kostenlosen Erstinformation zur Absicherung bei Dienstunfähigkeit.
Beförderung und Aufstiegswege
In Hessen gilt — wie bundesweit — das Laufbahnprinzip:
- Laufbahngruppe 1.2 (mittlerer Dienst): Einstieg A7, Aufstieg bis A9m über Erfahrungsstufen und Beförderungen
- Laufbahngruppe 2.1 (gehobener Dienst): Einstieg A9g/A10 nach B1- oder Studiumsabschluss, bis A13
- Höherer Dienst: Brandrat (A13/A14) bis Branddirektor (B-Besoldung) — Studium Pflicht
Jede Beförderung erhöht das Grundgehalt und ist an Dienstzeit, Leistungsbeurteilung und freie Planstellen geknüpft. In der Praxis heißt das: Ein Aufstieg gelingt selten allein durch Wartezeit, sondern setzt eine passende Planstelle und eine gute Beurteilung voraus. Weitere Ratgeber rund um Beruf, Karriere und Besoldung findest du in unserem Magazin. Die hessischen Amtsbezeichnungen und Rangabzeichen erklärt der Ratgeber zu den Dienstgraden der Feuerwehr in Hessen.
Häufige Fragen zur Feuerwehr-Besoldung in Hessen
Wie viel verdient ein Brandmeister (A7) bei der Feuerwehr in Hessen?
Ein Brandmeister der Besoldungsgruppe A7 startet in Hessen mit einem Grundgehalt von 3.077,11 € brutto im Monat (Eingangsstufe 2 — die Stufe 1 ist 2026 entfallen; Tabelle gültig seit 01.07.2026). Mit steigender Erfahrung erhöht sich der Betrag über 3.403,55 € in Stufe 5 bis auf 3.709,25 € in der Höchststufe 8. Hinzu kommen die feuerwehrspezifischen Zulagen sowie gegebenenfalls ein Familienzuschlag.
Welche Zulagen bekommen Feuerwehrbeamte in Hessen?
Typisch sind die Feuerwehrzulage von 160 € im Monat (80 € im ersten Dienstjahr) und im ständigen Wechselschichtdienst die Wechselschichtzulage, die neben der Feuerwehrzulage nur zur Hälfte gezahlt wird: seit 1. Oktober 2026 100 € (bis September 2026: 51,13 €). Eine eigene Atemschutzzulage gibt es nicht.
Habe ich in Hessen Heilfürsorge oder Beihilfe?
Beihilfe. Feuerwehrbeamte auf Lebenszeit erhalten in Hessen Beihilfe nach § 80 HBG in Verbindung mit der Hessischen Beihilfenverordnung und sichern den Rest über eine beihilfekonforme private Krankenversicherung ab. Nur für das Beamtenverhältnis auf Probe können die Gemeinden unentgeltliche Heilfürsorge gewähren (§ 113 Satz 3 HBG) – ob deine Stadt, etwa Frankfurt, Wiesbaden oder Kassel, das tut, klärst du am besten direkt bei der Dienststelle.
Wann gehen Feuerwehrbeamte in Hessen in Pension?
Feuerwehrbeamte in Hessen gehen mit 62 Jahren in den Ruhestand. Wer mit 20 einsteigt und 40 Jahre Dienst absolviert, erreicht den maximalen Ruhegehaltssatz von 71,75 %. Berufsfeuerwehren gibt es unter anderem in Frankfurt, Wiesbaden, Kassel und Darmstadt — oft mit regionalem Einstellungstest.
Wie hoch ist das Höchstalter für eine Bewerbung in Hessen?
Das Höchstalter liegt in Hessen bei 37 Jahren und gehört damit zu den höchsten bundesweit — das macht das Land auch für Quereinsteiger jenseits der 30 attraktiv. Da das Einstellungsverfahren erfahrungsgemäß sechs bis zwölf Monate dauert, sollte man sich rechtzeitig bewerben.
Wie schneidet Hessen im Bundesländer-Vergleich ab?
Mit einem Einstiegsgehalt von rund 3.077 € in A7 (Eingangsstufe 2, Tabelle ab 01.07.2026) liegt Hessen im Mittelfeld. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg beginnt die Feuerwehrlaufbahn erst in A8 mit rund 3.302 €, Brandenburg zahlt in A7 als Schlusslicht rund 2.891 €. Die bundesweite Spanne beim Einstieg beträgt damit gut 410 € im Monat.
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Quellen & Rechtsgrundlagen
- Hessisches Besoldungsgesetz (HBesG) – Nr. 7 der Vorbemerkungen, Anlage VII (Feuerwehrzulage)
- Erschwerniszulagenverordnung Hessen – § 20 Wechselschicht- und Schichtzulage
- Regierungspräsidium Kassel — Hessische Bezügestelle, Besoldungstabellen
- Hessisches Besoldungs- und Versorgungsanpassungsgesetz 2026/2027 vom 3. September 2026 (GVBl. 2026 Nr. 57) — Bürgerservice Hessenrecht
- Hessischer Landtag, Drucksache 21/4422 — Gesetzentwurf mit Anlage IV (Grundgehaltssätze ab 01.07.2026)
- Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVG)